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Ernährung im 1. Lebensjahr
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Gut vorbereitet werden Sie bald zum eingespielten Team
Zwischen dem fünften und siebten Monat erhalten Säuglinge meist ihre erste Breimahlzeit. Ihr Bedarf an Energie und Nährstoffen ist nun so gewachsen, dass die Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung allein in der Regel nicht mehr ausreicht.
Das erste Füttern mit Brei ist für Eltern und Kind ein aufregendes Erlebnis.
Vielleicht akzeptiert Ihr Kind das Neue sofort, vielleicht ist es aber auch – wie die meisten Kinder - zunächst nicht gerade begeistert von der festen Nahrung. Das sollte Sie aber nicht verunsichern. Stattdessen sollten Sie Ihr Kind langsam und behutsam daran gewöhnen. Schließlich soll Ihr Baby ja gedeihen und gute Essgewohnheiten entwickeln, die es ein Leben lang prägen. Mit den Breimahlzeiten beginnt für Sie beide nun ein neuer Abschnitt mit unterschiedlichen Rollen:
- Sie sind dafür verantwortlich, dass Ihr Kind eine geeignete, gesunde Nahrung erhält.
- Ihr Kind gibt mit seiner Entwicklung an, wann welche Mahlzeiten gegeben werden.
- Ihr Kind entscheidet, wie viel es davon isst.
- Ihr Kind macht auch beim Essen Erfahrungen, forscht und lernt.
- Sie helfen Ihrem Kind und unterstützen es.
Je besser Sie darauf vorbereitet sind, umso eher gelingt es Ihnen, auch hierbei zu einem gut eingespielten Team zu werden. Auf keinen Fall sollten Sie Ihr Kind zum Essen zwingen. Einen Machtkampf um das Essen können Sie nicht gewinnen, allerdings leidet Ihre Beziehung darunter, und das tut Ihrem Kind wie auch Ihnen selbst nicht gut.
Lassen Sie Ihr Kind den Löffel kennen lernen
Die Umstellung auf die Löffelkost ist für alle ein einschneidendes Ereignis. Schon einige Wochen, bevor Sie damit beginnen, sollten Sie Ihrem Kind Gelegenheit geben, seiner natürlichen Neugier nachzugehen und seine eigenen Erfahrungen mit dem Löffel zu machen:
- Ein Löffel will erkundet sein: Lassen Sie Ihr Kind einige Zeit vor der Einführung der Beikost mit einem Plastiklöffel spielen, ihn greifen, probeweise in den Mund nehmen und experimentieren.
- Geben sie Ihrem Kind zum Beispiel seine Vitamin-D-Tablette in Wasser aufgelöst mit einem Plastiklöffel. So lernt es den Löffel kennen und das Schlucken von Flüssigkeit fällt später leichter. Auch einen Schluck Wasser oder Tee können Sie ihm immer wieder einmal mit dem Löffel geben.
- Füttern Sie beim gemeinsamen Spiel spielerisch eine Puppe oder essen Sie selber von einem Löffel.
Passen Sie den richtigen Zeitpunkt ab
Auch der Zeitpunkt, wann Sie mit dem ersten Brei beginnen, ist wichtig für ein gutes Gelingen. So klappt die Einführung von Beikost leichter, wenn Sie sich auch hierbei von den Bedürfnissen Ihres Kindes und seiner Essfähigkeit leiten lassen. Wenn Sie folgende Verhaltensweisen an Ihrem Kind beobachten können, ist es in der Regel für feste Nahrung bereit:
- Ihr Kind interessiert sich dafür, was andere essen, und schaut Ihnen beim Essen zu.
- Es bewegt beim Zuschauen seinen Mund.
- Es verfolgt mit den Augen das Essen.
- Es öffnet den Mund, wenn Sie mit dem Löffel seine Wange berühren oder wenn es den Löffel sieht.
Mit etwas Gelassenheit kann es losgehen
Starten Sie die ersten Versuche am besten vor der Milchmahlzeit. Dann ist Ihr Kind hungrig. Feste Nahrung sollte immer mit einem Löffel, nicht in einer Flasche gefüttert werden. Verwenden Sie hierzu einen festen, abgerundeten Plastiklöffel. Ein dünnflüssiger Karottenbrei eignet sich gut für die ersten Versuche, weil er etwas süßlich schmeckt.
Hier noch weitere Tipps:
- Das Füttern sollte beiden Spaß machen, auch wenn gekleckert wird. Ziehen Sie sich und Ihr Kind deshalb vorher am besten entsprechend an und schützen Sie die Umgebung.
- Nehmen Sie lhr Kind auf dem Schoß sitzend so in Ihren Arm, dass sein Köpfchen und Hals aufrecht sind und Sie es anschauen können.
- Versuchen Sie das Kind mit Ruhe und Zeit zu füttern.
- Halten Sie den Löffel vor seinem Mund und warten Sie, bis Ihr Kind den Mund öffnet. Falls es den Mund nicht aufmacht geben Sie etwas Nahrung auf seine Lippen, um es "auf den Geschmack" zu bringen.
- Warten Sie, bis Ihr Kind dem Löffel Aufmerksamkeit schenkt, bevor Sie ihn in seinen Mund schieben.
- Geben Sie ihm nur einen kleinen Löffel voll, so dass es probieren und sich daran gewöhnen kann, zu essen statt zu trinken.
- Geben Sie Ihrem Kind genügend Zeit, die neue Mahlzeit ausgiebig mit Lippen, Zunge, Gaumen und vielleicht auch mit den Fingern zu erkunden.
- Richten Sie sich nach der Geschwindigkeit Ihres Kindes und lassen Sie es die Nahrung anfassen.
- Wenn Ihr Kind nach dem Löffel greift und ihn nicht wieder hergibt, nehmen Sie zum Füttern einen zweiten Löffel (Zweilöffelmethode).
- Anfangs wird Ihr Kind vielleicht nur einige Teelöffel voll essen. Danach kann es gestillt werden oder seine Flasche bekommen. Nach und nach können Sie dann die Löffelmenge steigern.
Ruhe bewahren kann Wunder wirken
Am Anfang spucken Babys den Brei meist wieder aus, den sie mit dem Löffel bekommen. Das heißt nicht, dass sie den Brei nicht mögen. Aber sie haben bisher nur gelernt zu saugen und die neue Fütterungsform ist ungewohnt. Haben Sie Geduld und versuchen Sie es am nächsten Tag noch einmal. Wenn Ihr Kind wiederholt die Nahrung würgt, ausspuckt oder ablehnt, ist es möglicherweise noch nicht bereit. Versuchen Sie es dann eine Woche später erneut. Manche Babys brauchen etliche Versuche, bis sie diese neue Mahlzeit akzeptieren. Keinesfalls sollten Sie Ihr Baby zwingen zu essen. Es ist noch zu jung, um Nahrung aus "Widerspenstigkeit" abzulehnen, das kommt frühestens nach dem ersten Lebensjahr. Manche Kinder nehmen den Brei auch eine Zeit lang prima an und verweigern ihn dann plötzlich wieder. Auch hier heißt es gelassen zu bleiben. Manchen Sie ein paar Tage Pause und lassen Sie das Kind den Brei wieder entdecken.
Lassen Sie Ihr Kind bestimmen, wie viel es isst
Wenn Ihr Kind Brei isst, zeigt es Ihnen in der Regel recht deutlich, wann es satt ist und genug hat. Hören Sie mit dem Füttern auf, wenn es seinen Mund schließt und sich abwendet und somit satt zu sein scheint. Nehmen Sie nie eine "Zwangsfütterung" vor! Hierdurch beugen Sie auch Fütterstörungen vor. Ihr Kind muss die Portion nicht aufessen. Sagen Sie "fertig", machen Sie es sauber, spielen Sie mit ihm oder legen es hin. lhr Kind weiß am besten, wie viel es braucht. Denn auch Babys haben an manchen Tagen mehr, an anderen Tagen weniger Hunger.

