Suche im Portal
Jugendliche Nachteulen: Schlaf im Jugendalter
Basisinformationen
Auf einen Blick
Alltagstipps
Verwandte Themen
Häufig gestellte Fragen
Erwachsenwerden kann manch schlaflose Nacht bereiten
Jenseits der Kindheit sind Schlafprobleme, so der Schlafforscher Ulrich Rabenschlag, vor allem symptomatischer Ausdruck seelischer oder körperlicher Überlastung des Organismus. Jugendliche sind auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt, probieren Neues aus, lösen sich vom Elternhaus und stehen in Schule oder Ausbildung unter einem wachsenden Druck. Viele erleben zum ersten Mal die Hochs und Tiefs des Verliebtseins und machen ihre ersten sexuellen Erfahrungen.
Da kann das Einschlafen manchmal schwer fallen. Solange es nur gelegentlich vorkommt, sollte dies kein Anlass zur Sorge sein. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter jedoch regelmäßig schlecht einschlafen kann, stecken vielleicht erdrückende Probleme in der Schule, im Freundeskreis oder auch mit sich selbst dahinter. Vielleicht gelingt es Ihnen herauszufinden, was Ihr Kind belastet, und können mit ihm gemeinsam Lösungsmöglichkeiten überlegen. Allerdings ist es gerade während der Pubertät oft auch schwierig, als Eltern an das eigene Kind heranzukommen. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind ermuntern, mit einer anderen Person seines Vertrauens zu sprechen. Diese lässt sich zum Beispiel in der schulpsychologischen Beratung, in einer Jugendberatungsstelle oder in der kinder- und jugendärztlichen Praxis finden, wo gegebenenfalls auch auf weitere Beratungs- und Therapiemöglichkeiten speziell für Jugendliche verwiesen werden kann. Auch Vertrauenslehrer an der Schule oder Betreuungspersonen im Sportverein oder Jugendtreff können sich als Gesprächspartner anbieten.
Schlafprobleme durch "Muntermacher"
Da viele Jugendliche tagsüber oft müde sind, neigen sie dazu, sich mit Hilfe von "Muntermachern" auf den Beinen zu halten: Kaffee, Cola und Zigaretten sind beliebte Helfer, um ein Tagestief zu überwinden. Das hat aber oft die Folge, dass davon der nächtliche Schlaf beeinträchtigt wird, was wiederum die Tagesmüdigkeit erhöht - ein Teufelskreis kann einsetzen. Auch der Konsum von Alkohol und anderen Drogen kann den Schlaf empfindlich stören. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber. Suchen Sie gemeinsam nach sinnvolleren Möglichkeiten, etwas gegen die Tagesmüdigkeit zu unternehmen.
Verzögertes Schlafphasensyndrom
Bei den meisten Jugendlichen ist die Schlafphase nach hinten verschoben, das heißt sie werden abends erst spät müde und sind morgens entsprechend später wieder fit. Bei Jugendlichen mit dem sogenannten "verzögerten Schlafphasensyndrom" ist diese Verschiebung besonders ausgeprägt. Sie können dann regelmäßig erst in den frühen Morgenstunden (nach drei Uhr) einschlafen und sind morgens fast unmöglich aus dem Bett zu bekommen. Allerdings ist diese ausgeprägte Schlafphasenverzögerung, die mit erhöhter Müdigkeit am Tag und stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit einhergeht, eher selten. Oft hilft bereits eine Radikalkur am Wochenende, um wieder zu einer angemessenen Schlafzeit zu kommen: Die Jugendlichen sollten die Nacht von Freitag auf Samstag "durchmachen" und dann den ganzen Samstag wach bleiben. Am Sonntag sollten sie dann zur selben Zeit aufstehen wie an Schultagen. Diese Schlaf-Wach-Zeiten sollten von da an durchgehalten werden – auch am Wochenende. Wenn dies allerdings keine nachhaltige Besserung bringt, sollten Sie sich fachärztlichen Rat einholen.
Link-Tipps
- Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
- Eltern im Netz
Die Seite der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin DGSM bietet in der Rubrik "Ratgeber" einen umfassenden Patientenratgeber. Neben grundlegenden Informationen rund um die Themen Schlaf und Schlafstörungen finden Sie hier auch spezielle Informationen und Empfehlungen zum Schlaf und den häufigsten Schlafproblemen von Kindern und Jugendlichen. Unter "Schlaflabore" findet man die Liste aller akkreditierten Schlaflabore in Deutschland. (Recherchedatum: 20.11.2009)
An Eltern gerichtetes Internetangebot des Bayerischen Landesjugendamtes mit vielen Informationen zur Entwicklung von Kindern in verschiedenen Altersstufen, zu Erziehungsfragen und zum Familienleben. (Recherchedatum: 20.11.2009)

