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Kinder orientieren sich am Vorbild der Eltern
Kinder ahmen erst einmal das nach, was sie bei den "Großen" sehen, übernehmen gute wie schlechte Gewohnheiten, auch was das Essen betrifft. Vor allem bei jüngeren Kindern hat das Vorbild der Eltern weitreichenden Einfluss auf deren Essverhalten. Wenn Sie selbst sich zum Beispiel abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, wird Ihr Kind dies als "normal" erleben und erst einmal als selbstverständlich übernehmen.
Stress und Streit ums Essen verdirbt die Freude daran
Vermeiden Sie Stress beim und ums Essen: Weder müssen Kinder ihren Teller immer leer essen, noch müssen sie alles gleichermaßen gern essen. Und manch ein Gemüse schmeckt Ihrem Kind auch vielleicht gar nicht. Das ist bei Erwachsenen nicht anders und kein Anlass zur Sorge, solange zum Beispiel Gemüse nicht grundsätzlich abgelehnt wird.
Kinder brauchen regelmäßige Mahlzeiten
Versuchen Sie, einen möglichst festen Mahlzeitenrhythmus einzuführen und einzuhalten. Kinder brauchen regelmäßige Mahlzeiten und sollten morgens, mittags und abends etwas essen und trinken. Bei Hunger zwischendurch gibt es Zwischenmahlzeiten, aber nicht ständig etwas zu essen.
Möglichst eine Mahlzeit am Tag gemeinsam einnehmen
Nach Möglichkeit sollten gemeinsame Familienmahlzeiten ihren festen Platz im Familienalltag haben. Sie sind Gelegenheit und Anlass, sich gegenseitig auszutauschen und im Gespräch zu bleiben. Vor allem in jungen Jahren übernehmen Kinder hierbei vieles, was sie am Beispiel ihrer Eltern und anderer Familienmitglieder beobachten können – angefangen von der Auswahl der Speisen bis hin zum Verhalten bei Tisch. Bei einer angenehmen Atmosphäre bei Tisch erfahren sie, dass Essen und Trinken etwas Besonderes ist und zum Wohlbefinden beiträgt.
Altersgemäß in Aufgaben rund ums Essen einbeziehen
Übergeben Sie Ihrem Kind seinem Alter entsprechende Aufgaben rund ums Essen. Kinder helfen meist gern und das weckt ihr Interesse am Essen. Mit zunehmendem Alter sollten sie auch in die Planung und Zubereitung der Mahlzeiten einbezogen werden und "mitreden" können.
Kinder viel über Lebensmittel erfahren lassen
Kinder sind meist neugierig. Geben Sie Ihrem Kind deshalb Gelegenheit, möglichst viel über Lebensmittel zu erfahren – wie sie unverarbeitet oder im Rohzustand aussehen, woher sie kommen, wie sie wachsen, was sich daraus zubereiten lässt und natürlich: wie sie schmecken.
Essen ist kein Erziehungsmittel
Lebensmittel sind weder Trostpflaster noch Belohnung und auch keine Erziehungsmittel. Setzen Sie Lebensmittel nicht dafür ein, ein bestimmtes Verhalten bei Ihrem Kind zu erzielen.
Literatur & Co.
Link-Tipps
- "Ernährungs-Info 1 - Ernährungserziehung" (PDF)
- "Ernährungserziehung"
- "Tut Kindern gut! Ernährung, Bewegung und Entspannung"
- Richtiges Essverhalten
Das 4-seitige Faltblatt "Ernährungserziehung" des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden Württemberg informiert Eltern, wie sie ein gesundheitsbewusstes Ernährungsverhalten ihrer Kinder fördern und unterstützen können und weshalb Lebensmittel schlechte Erziehungsmittel sind. (Recherchedatum: 10.11.2009)
Der Artikel von Gudrun Donig im Online-Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München listet eine Reihe von Regeln auf, die Kindern den Zugang zu einem gesundheitsorientierten Ernährungsstil erleichtern. (Recherchedatum: 10.11.2009)
Die 15-seitige Broschüre "Tut Kindern gut! Ernährung, Bewegung, Entspannung" der BZgA wendet sich an Eltern mit Kindern bis zum Alter von 10 Jahren. Sie gibt kurz und verständlich praktische Orientierungshilfen zur Ernährung, Bewegung und Entspannung von Kindern. Ergänzt wird die Broschüre durch klare Regeln zum Umgang mit Fernsehen und Computer. Erhältlich in Deutsch, Türkisch und Englisch. Die Broschüre kann im Online-Bestellsystem der BZgA als PDF heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 20.06.2010)
Auf dieser Seite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte schildert die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Sabine Schmidt in einem Interview, wie Kinder am Beispiel ihrer Eltern ihr eigenes Essverhalten entwickeln. Sie zeigt auf, wie insbesondere bei den gemeinsamen Mahlzeiten die Vorbildfunktion der Eltern zum Tragen kommt. (Recherchedatum: 26.11.2009)

