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Vom Säugling zum Kleinkind: Das 1. Lebensjahr
Basisinformationen
Alltagstipps
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Häufig gestellte Fragen
Schreien ohne erkennbaren Grund
Manche Babys schreien - je nach Temperament - laut und ausdauernd, manchmal drei oder mehr Stunden am Tag, ohne dass sich hierfür ein Grund finden lässt. Sie haben weder Hunger noch eine volle Windel und lassen sich durch kaum etwas beruhigen. Häufig treten solche "Schreiattacken" am späten Nachmittag oder in den Abendstunden auf.
Diese Schrei- und Unruheepisoden sind in der Regel harmlos und sind meist auf die ersten drei bis sechs Lebensmonate begrenzt. Sie können aber eine starke Belastung bedeuten und an den Kräften und Nerven der Eltern zehren. Vor allem unerfahrene Eltern können hierdurch stark verunsichert werden: Sie können sich das Schreien nicht erklären. Sie nehmen an, dass sie in der Pflege oder im Umgang mit dem Kind Fehler machen, oder sind enttäuscht, dass sich ihr Kind nicht von ihnen beruhigen lässt.
Mögliche Ursachen
Die Erfahrungen zeigen, dass die Ursache für solche ausgeprägten Schrei- und Unruheepisoden im Allgemeinen nicht bei den Eltern, liegt. Vielmehr sind vielfältige Ursachen möglich und verschiedene Faktoren können zusammenspielen:
- Manchen Babys machen in den ersten drei Monaten Verdauungsprobleme zu schaffen, weil das Verdauungssystem erst noch ausreifen muss.
- Erfahrungsgemäß haben in vielen Fällen Babys Probleme, in den Schlaf zu finden - sie bekommen tagsüber zu wenig Schlaf, sind überreizt und durch zu viele Eindrücke überfordert.
- Manche Babys tun sich schwer damit, ihren Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden.
- Manche Babys neigen auch zur Unruhe, haben ein schwieriges Temperament und verlangen ihren Eltern ein besonders feinfühliges Eingehen auf sie ab.
Exzessives Schreien
Wenn ein Kind über längere Zeit (drei Wochen) an mehr als drei Tagen die Woche jeweils länger als drei Stunden schreit und quengelt, spricht man von exzessivem Schreien. Mindestens zehn Prozent der Säuglinge - manche sprechen sogar von 25 Prozent - zeigen ein solches exzessives Schreiverhalten, bei dem sie sich kaum von den Eltern beruhigen lassen.
Was tun, wenn das Baby ohne ersichtlichen Grund schreit
Vor allem, wenn Ihr Kind häufig ohne ersichtlichen Grund schreit und Sie durch zahlreiche schlaflose Nächte schon stark angespannt sind, kann Sie das Schreien zur Verzweiflung bringen. Bitte versuchen Sie niemals, Ihr schreiendes Baby durch Schütteln zur Ruhe zu bringen. Schwere Verletzungen oder sogar der Tod Ihres Kindes können die Folge sein!
- Auch wenn es schwer fällt: Versuchen Sie auf jeden Fall ruhig zu bleiben.
- Versuchen Sie Ihr Kind zu beruhigen - durch Zureden, Vorsingen, Körperkontakt, sanfte Massage.
- Vermeiden Sie allzu hektische Beruhigungsversuche und probieren Sie nicht zu viel aus. Ihr Kind wird sonst nur überreizt und noch unruhiger.
- Wenn sich das Kind bereits "eingeschrien" hat, kann ein Umgebungswechsel oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft gut tun. Möglicherweise hilft dies Ihrem Kind, sich zu entspannen und zu beruhigen.
- Wenn Ihr Kind auch nach längerer Zeit nicht aufhört zu schreien und Sie mit den Nerven fertig sind, ist es sinnvoll, sich mit dem Partner abwechselnd um das Kind zu kümmern.
- Wenn Sie allein mit Ihrem Kind sind und merken, dass Ihnen das Schreien unerträglich wird, legen Sie Ihr Kind in sein Bettchen oder an einen anderen sicheren Platz und verlassen Sie den Raum, bevor Ihnen "der Kragen platzt" und Sie vielleicht etwas Unüberlegtes tun.
- Versuchen Sie, sich selbst zu beruhigen: Hören Sie einige Minuten Ihre Lieblingsmusik, trinken Sie einen heißen Tee oder ein Glas Milch, entspannen Sie sich auf Ihre Art.
- Rufen Sie Freunde und Bekannte an, die Ihnen vielleicht kurzfristig zur Seite stehen können.
Bei den Alltagstipps finden Sie einige Hinweise und Tipps, wie Sie "Häufigem und anhaltendem Schreien vorbeugen" können.
Frühzeitig Rat und Unterstützung holen
Scheuen Sie sich nicht, Rat und Hilfe zu suchen, wenn Sie merken, dass Ihnen alles zu viel wird und das Schreien Sie stark belastet.
- Oft können Freunde und Familie schon Entlastung bringen und Ihnen hin und wieder eine Auszeit ermöglichen.
- Hilfreich kann auch der Kontakt zu anderen betroffenen Eltern sein.
- In vielen Orten gibt es inzwischen auch Schreiambulanzen und Beratungsstellen speziell für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern, an die Sie sich wenden können. (Hinweise zu Adressen finden Sie in den Link-Tipps.)
Wenden Sie sich auf jeden Fall frühzeitig an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin,
- wenn Sie auch nach den ersten Lebenswochen noch das Gefühl haben, dass Sie das Schreien, aber auch andere Verhaltensweisen Ihres Kindes, nicht deuten können, und es nur schwer zu beruhigen ist;
- wenn Ihr Kind zusätzlich Probleme mit dem Schlafen hat oder das Füttern ein Problem wird;
- wenn Ihr Baby auch nach dem dritten Lebensmonat vermehrt schreit und quengelt.
Erfahrungsgemäß können Eltern mit fachlicher Hilfe und Unterstützung das übermäßige Schreien meist schon bald in den Griff bekommen.
Link-Tipps
- Trostreich - Interaktives Netzwerk Schreibabys
- Schütteln ist lebensgefährlich
- Nummer gegen Kummer
- Onlineberatung für Eltern der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke)
- "Schreibabys: Wenn die Nerven der Eltern blank liegen"
- "Schreibaby & Co"
Das Internetangebot ist aus einer Selbsthilfeinitiative zu Schreibabys entstanden. Es bietet ausführliche Informationen, Anregungen, Erfahrungsberichte, Lesetipps usw. zum Thema Schreibabys wie auch zum Thema Schlafen. In der Rubrik "Service" gibt es zahlreiche Beratungs- und Kontaktangebote, sortiert nach Postleitzahlen, für Deutschland, Österreich und die Schweiz. (Recherchedatum: 26.11.2009)
Internetangebot einer gemeinsamen Initiative der Medizinischen Hochschule Hannover und der Techniker Krankenkasse. Es informiert Eltern und Betreuungspersonen über das sogenannte Schütteltraumasyndrom, das bei Säuglingen und Kleinkindern bereits durch leichtes Schütteln verursacht werden kann. Unter anderem mit Hinweisen, wo Eltern mit stark schreienden Babys Unterstützung und Hilfe finden können. (Recherchedatum: 26.11.2009)
Der gemeinnützige Verein "Nummer gegen Kummer e.V." wurde 1980 gegründet. Mit dem Kinder- und Jugendtelefon (Rufnummer 0800 111 0 333) und dem Elterntelefon (Rufnummer 0800 111 0 550) bietet der Verein zwei bundesweite Netzwerke zur Beratung von Kindern und Jugendlichen und von Eltern. Von dieser Internetseite gelangt man direkt zum Elterntelefon wie auch zum Kinder- und Jugendtelefon. Beide Rufnummern sind bundesweit kostenlos über Festnetz oder Handy zu erreichen. (Recherchedatum: 08.12.009)
Die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) bietet Eltern eine fachkundige Beratung zu Fragen und Problemen der Erziehung und des Alltags mit Kindern an. Neben der direkten Beratung über Chats, Foren und Sprechstunden können Sie hier über die Beratungsstellensuche auch gezielt nach geeigneten Beratungsstellen an Ihrem Wohnort oder in der Nähe suchen. (Recherchedatum: 28.06.2010)
Dr. phil. Mauri Fries, Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin, befasst sich in diesem Artikel des Familienhandbuchs des Münchner Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) mit dem Thema Schreien allgemein wie auch mit Schreibabys. Sie hat dabei das Wohlbefinden des Babys wie auch der Eltern im Blick und gibt wertvolle Hinweise, wie sich der Teufelkreis heftiger Schreiepisoden durchbrechen lässt. (Recherchedatum: 09.08.2011)
Das Forum Emotionelle Erste Hilfe informiert und berät, wenn Babys auffallend viel schreien oder Schlaf- oder Trinkschwierigkeiten haben. Es widmet sich Techniken des Stressmanagements und der Bindungsorientierung, bietet Elternschulen und eine bundesweite Liste von Beratern. (Recherchedatum: 12.11.2009)

