Frage von Eli | Kann ich mit meinem 2 1/2 jährigen Sohn Tretboot fahren? Was muss ich dabei beachten? |
Antwort der Expertin | Grundsätzlich ist immer zu überlegen, was man mit kleineren Kindern schon machen und damit auch riskieren sollte. Die Frage ist, wie wichtig das Tretbootfahren für ein 2-jähriges Kind ist, und ob es nicht viel mehr davon hat, wenn es etwas älter ist. Sie sollten schon überlegen, ob ein Spielen am Ufer mit Sand, Steinen und Wasser nicht alters- und entwicklungsgemäßer ist und für Ihr Kind genauso spannend sein kann.
Bei solchen Aktivitäten geht es immer um das mögliche Risiko - und das ist im Wasser niemals gering! Kinder, die noch nicht schwimmen können, brauchen eine lückenlose Beaufsichtigung. Eine Ablenkung beim Manövrieren des Tretboots, motorisierte Schiffe auf dem Wasser, Wetterwidrigkeiten - all das kann eine Situation provozieren, in der Ihr Kind in Gefahr geraten kann. Die Rahmenbedingungen sind nicht voll einschätzbar und Ihre Handlungsmöglichkeit unter Umständen beschränkt.
Daher unser Rat: Alles zu seiner Zeit! Lieber im kindgemäßen Erlebnisrahmen bleiben und die größeren "Abenteuer" für die späteren Phasen aufheben. |
Frage von brickett | Wie gefährlich ist es eigentlich wirklich, wenn Kinder ihre Finger in die Steckdose stecken. Was kann passieren? |
Antwort der Expertin | Dass Kinder Steckdosen anfassen oder versuchen, Gegenstände hinein zu stecken, kommt häufig vor. Einerseits sehen sie Erwachsene damit hantieren, andererseits gilt für sie ein Verbot: Beides macht Steckdosen für sie interessant.
Bei einem Stromschlag kann es zu Herzrhythmus-Problemen kommen. Blut- und Sauerstoffversorgung im Körper werden gestört.
Die Kombination von Strom und Wasser ist besonders gefährlich. Ein nasser Boden stellt ein hohes Risiko dar und ein Fön, der in die Badewanne fällt, hat tödliche Folgen. Erst kürzlich sind zwei kleine Mädchen dabei ums Leben gekommen.
Steckdosensicherungen müssen zur Grundausstattung gehören, wenn Kinder im Haus sind - dies ganz besonders bei kleinen Kindern. Lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten, Kinder sollten diesen Schutz nicht knacken können. Kabel, Verlängerungsschnüre und Mehrfachsteckdosen müssen so verlegt werden, dass sie für Kinder nicht zugänglich sind. Elektrogeräte aller Art sollten so aufbewahrt werden, dass sie für Kinder nicht erreichbar sind. Besonders Vorsicht gilt im Badezimmer: Hier sollten elektrische Geräte, wie z.B. der Fön, nach jedem Gebrauch weg gelegt werden.
Es ist übrigens angeraten, bei jeder Stromverletzung einen Arzt aufsuchen. Er sollte ein EKG machen, um mögliche gesundheitliche Folgen auszuschließen. |
Frage von nirak | Unsere Tochter ist Linkshänderin. Stimmt es, dass Linkshänder im Straßenverkehr stärker unfallgefährdet sind? Und wenn ja, weshalb ist das so und gibt es hierüber Statistiken oder Berichte? Danke. |
Antwort der Expertin | Es gibt heute sogar Statistiken, die von einer fast gleichmäßigen Verteilung der Händigkeit sprechen. Dennoch ist der normale Alltag auf Rechtshändigkeit ausgerichtet. Das bedeutet, dass an Linkshänder höhere Anforderungen gestellt werden, sich auf eine Welt der Rechtshänder einzustellen und ihre Fertigkeit daran anzupassen. In diesem Prozess und speziell in den kindlichen Entwicklungsphasen sind Fehlversuche da natürlich häufiger. Insofern könnte man sagen, dass Linkshänder in einem theoretischen Nachteil sind.
Einig sind sich die verschiedenen Forschungsrichtungen darüber, dass die Umschulung von einer Links- zu einer Rechtshändigkeit negative Folgen hat. Die Händigkeit eines Kindes ist angeboren, d.h. Teil seiner individuellen Grundausstattung. Hirnorganische Vorgänge sind angelegt. Sie zu beeinflussen, kann zu Störungen der kognitiven Abläufe (Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit) führen. Solche Teilleistungsschwächen können dann den Lernerfolg bei Kindern beeinträchtigen. Ebenso wird von emotionalen Irritationen und größeren Persönlichkeitsstörungen berichtet, wenn Kinder "umgeschult" werden.
Versuchen Sie also, Ihre Tochter in ihrer Linkshändigkeit zu fördern. Tun Sie das altersentsprechend! Immer dann, wenn es Schritte hin zu mehr Selbständigkeit gibt, sollten Sie Ihre Tochter genau beobachten und ihr Möglichkeiten zum Einüben und Verfestigen ihrer Fähigkeiten anbieten. Begleiten Sie das jeweils, bis Sie eine größere Sicherheit beim Kind beobachten.
Mit zunehmendem Alter und Verständigkeit des Kindes spielen dann Erklärungen, das Aufstellen von Regeln und deren Einhaltung eine immer größere Rolle. Das alles gilt natürlich ganz besonders für das Verhalten im Straßenverkehr!
Wir wissen: Aufgeklärte, gut geübte und damit erfahrene Kinder können auf neue und auf gefährliche Situationen besser reagieren. Das ist eine Grundregel der Kindersicherheit, die genauso für Linkshänder gilt. |
Frage von Nadine | Hallo, wie alt sollten Kinder sein, bzw. welche Fähigkeiten sollten sie mitbringen, bevor man das Bett komplett öffnet? Wir haben leider keine Betten aus denen man die Sprossen herausnehmen kann und müssten demnach die komplette Seite entfernen.
Ab wann kann man gefahrenlos beim Hochstuhl (Stokke) die Bauchbügel entfernen?
Sind Fahrradanhänger für zwei Kinder als gefährlich einzustufen? Worauf sollte man evtl. beim Kauf achten? Benötigen Kinder in diesen Gefährten einen Helm?
Gibt es städtische Anlaufstellen, die für die Sicherheit auf Kinderspielplätzen sorgen? Hier ist auf vielen Spielplätzen immer wieder so eine Menge Glas, dass es unmöglich ist, alles allein aufzusammeln (wenn man auf zwei laufende Kleinkinder aufpasst). Mit Dank und besten Grüßen |
Antwort der Expertin | Solche Fragen der Kindersicherheit lassen sich selten am Alter der Kinder festmachen, sondern – wie Sie auch schreiben – eher an den Fähigkeiten des Kindes.
Wenn Kinder anfangen, im Kinderbett zu klettern und es schaffen, sich über das Gitter zu lehnen, wird es Zeit, es zu entfernen. Ein Sturz aus der Gitterhöhe ist dann gleich ein Sturz aus großer Höhe. Kinderbetten mit Gittern und verstellbarem Boden sind so angelegt, dass auch ältere Kinder am Überklettern gehindert werden – vorausgesetzt es gibt keine „Steighilfen“ im Bett. Bei Kinder-/besser Säuglingsbetten ist zwischen dem Boden und Oberkante des Gitters eine Mindesthöhe von 30 cm vorgeschrieben. In der niedrigsten Position des Lattenrostes müssen es 60 cm sein. Diese Höhe kann auch noch größere Kinder vom Überklettern abhalten, wenn man z.B. von 80 cm Körpergröße eines 2-jährigen Kindes ausgeht.
Exakte Erfahrungswerte gibt es in dieser Frage nicht. Die meisten Eltern entscheiden sich im Altern zwischen 2 und 3 Jahren für das Entfernen des Gitters. Oft fordern die Kinder es dann auch selbst ein.
Wichtig ist natürlich auch, wie die Wohnsituation ist. Machen Sie den Sicherheitscheck: Kann Ihr Kind sich in Gefahr begeben, wenn es sich – unbewacht – selbständig macht. Ein kleines Nachtlicht im Zimmer oder im Flur kann da helfen. Denken Sie vor allem auch an die Treppe oder an über Nacht geöffnete Fenster! Beide sollten gesichert sein. |
Antwort der Expertin | "Ab wann kann man gefahrenlos beim Hochstuhl (Stokke) die Bauchbügel entfernen?"
Auch bei dieser Frage ist die individuelle Entwicklung des Kindes ausschlaggebend. Kinder sollten vor allem stabil sitzen können und das Auf- und Abklettern vom Stuhl sollte problemlos ablaufen. Das können sie selbst am besten beobachten und beurteilen und dann entscheiden, ob Sie auf die Sicherung durch den Bauchbügel verzichten können.
Darüber hinaus spielt natürlich auch das Temperament eines Kindes noch eine wichtige Rolle. Ruhige, vorsichtiger agierende Kinder haben ein geringeres Risiko als ungestüme und wilde. |
Antwort der Expertin | "Sind Fahrradanhänger für zwei Kinder als gefährlich einzustufen? Worauf sollte man evtl. beim Kauf achten? Benötigen Kinder in diesen Gefährten einen Helm?"
Verschiedene Crashtests und Studien haben gezeigt, dass der Fahrradanhänger dem Fahrradkindersitz vorzuziehen ist. Ob ein oder zwei Kinder im Anhänger sitzen, macht unter dem Sicherheitsaspekt keinen Unterschied. Das größere Gewicht kann allerdings an das Zugrad und den Fahrer andere Anforderungen stellen.
Bein Kauf ist zu beachten:
Das Zugrad: Sie sollten es zum Kauf mitnehmen. Das Rad sollte so stabil sein, dass es circa 40 kg ziehen kann. Die Kupplung sollte möglichst tief angebracht werden können.
Der Fahrradanhänger: Informieren Sie sich zu den Textergebnissen, die immer wieder veröffentlicht werden (z.B. bei Stiftung Warentest ).
Beachten Sie die Abmessungen. Empfohlen werden eine Breite von bis zu 1 m, eine Länge von 2 m und eine Höhe von 1,40 m. Die Gesamtmasse sollte bei 40 kg liegen.
Sicherheit im Fahrradanhänger: Kinder fahren nur angeschnallt und mit Helm sicher im Anhänger. Er sollte Y-Gurte vorhanden sein. Babys, die im Anhänger mitfahren, sollten in einer entsprechenden Babyschale gesichert sein. Die vordere Abdeckung des Anhängers sollte geschlossen sein. So sind Kinder besser geschützt. Beleuchtung und Wimpel bringen Schutz im Straßenverkehr. Sprechen Sie mit den Kindern Regeln ab. Toben, Schaukeln oder Aussteigen sind während der Fahrt nicht erlaubt.
Fahren mit dem Fahrradanhänger: Üben Sie vorab das Fahren mit dem Fahrradanhänger ohne Passagiere. Beginnen Sie auf autofreien Wegen mit einer Ladung von ca. 40 kg. Anfahren und Bremsen, Kurven und Hindernisumfahren sollten gut eingeübt sein. Setzen Sie das fort auf Strecken, die sie häufiger fahren werden, z.B. zum Einkauf oder zum Kindergarten. Selbstverständlich ist, dass Sie vorausschauend fahren und keine riskanten Manöver vornehmen sollten. Antwort der Expertin "Gibt es städtische Anlaufstellen, die für die Sicherheit auf Kinderspielplätzen sorgen?"
Wenn Sie Mängel auf dem Kinderspielplatz feststellen, sollten Sie sich an den Betreiber wenden. Bei einem städtischen Spielplatz wenden Sie sich an die Gemeinde und fragen dort nach Zuständigkeiten. Meist ist das Ordnungsamt verantwortlich.
Spielplätze können aber auch private Betreiber haben, wenn sie z.B. im Rahmen einer Wohnanlage eingerichtet wurden. Dann wenden Sie sich dort an die Verwaltung. |
Antwort der Expertin | "Gibt es städtische Anlaufstellen, die für die Sicherheit auf Kinderspielplätzen sorgen?"
Wenn Sie Mängel auf dem Kinderspielplatz feststellen, sollten Sie sich an den Betreiber wenden. Bei einem städtischen Spielplatz wenden Sie sich an die Gemeinde und fragen dort nach Zuständigkeiten. Meist ist das Ordnungsamt verantwortlich.
Spielplätze können aber auch private Betreiber haben, wenn sie z.B. im Rahmen einer Wohnanlage eingerichtet wurden. Dann wenden Sie sich dort an die Verwaltung. Paula |
Frage von Paula | Ab welchem Alter können Kinder mit in einem Kanu paddeln? |
Antwort der Expertin | Kinder, die auf Booten mitfahren, sollten schwimmen können oder sogar besser: große Wassersicherheit haben, d.h. auch in unerwarteten Situationen reagieren können, ohne in Panik zu verfallen.
Solche Aktivitäten können gut gehen, aber die Risiken lassen sich auch bei bester Vorbereitung nicht vollkommen ausschließen.
An dieser Stelle ein Plädoyer für das Schwimmen lernen: Bis zum Alter von fünf Jahren ist das Ertrinken die zweithäufigste Unfallursache, meist mit tödlichem Ausgang. Kinder sollten deshalb schon früh Wassererfahrungen haben und erste Schwimmübungen machen. Ab vier Jahren sind Kinder so koordiniert, dass sie Schwimmen lernen können. Das geschieht am besten in Kursen, die von erfahrenen Schwimmlehrern geleitet werden. Eltern können sich dazu bei der örtlichen DLRG informieren. |
Frage von Micha | Unser Sohn (8 Jahre) klettert gerne auf Bäume, und das mittlerweile in für uns Eltern beängstigende Höhen. Er bewegt sich dabei allerdings sehr umsichtig und macht einen sicheren Eindruck. Dennoch, es reicht, dass er nur einmal fällt. Soll man ihm das Klettern verbieten? Das Problem dabei wäre, dass wir mitten im Wald wohnen. |
Antwort der Expertin | Wenn es um die Sicherheit bei sportlichen Aktivitäten von Kindern geht, begibt man sich als Eltern häufig auf Gradwanderungen. Sportliche Betätigung, Herausforderungen und Bewährungen sind für Kinder wichtige Elemente ihrer Bewegungserfahrung und ihrer Gesamtentwicklung. Daher sollte man sie unterstützen. Gleichzeitig sind mit manchen Sportarten wirkliche Risiken verbunden; ganz ohne Verletzungen geht es meist nicht ab.
Da Ihrem Sohn das Klettern offensichtlich Spaß macht, Sie eine gute Sicherheit bei ihm beobachten und das Wohnen im Wald noch hinzu kommt, sollten Sie es ihm nicht verbieten.
Aber: Sprechen Sie Regeln mit ihm ab und bestehen Sie auf die Einhaltung. Kein Klettern in allzu große Höhen, keine Risiken eingehen, keine Seile verwenden.
Schön wäre es, wenn Sie ihn an einem Kletterkurs teilnehmen lassen könnten, wo er unter fachlicher Anleitung umsichtiges Klettern einüben kann. |
Frage von Carlos | Unser Kleiner ist nun 4 Monate alt und wir wollen mit ihm schwimmen gehen. Sollten wir dabei nur im Babybecken mit ihm bleiben oder können wir auch ins Nichtschwimmerbecken?
Und wie ist das, kann ich den Kleinen auch mal kurz unter Wasser tauchen oder eher nicht? Ich habe das oft gesehen, dass Eltern mal kurz ihre Babys unter Wasser "schwimmen" lassen! |
Antwort der Expertin | Bleiben Sie mit Ihrem Baby im Babybecken. Es ist auf die Bedürfnisse der Allerkleinsten eingerichtet: eine angenehme Wassertemperatur, eine niedrige Wassertiefe, in der Eltern sich optimal um das Kind kümmern können, und vor allem keine Störung durch Schreien, Spritzer und Wellengang von anderen. Geben Sie dem Baby diese Ruhe bei den ersten Erfahrungen mit dem Wasser.
Überfordern Sie das Kind nicht. Sie riskieren eine Angst vor dem Wasser, die es vielleicht nicht mehr verlieren wird. „Versuche“ sollten Sie niemals mit dem Baby machen. Gehen Sie zu einem Babyschwimmkurs und lassen Sie sich dort unter Anleitung zeigen, was Babys gerne mögen und was sie schon lernen können. |
Frage von Hannelore | Wir haben drei Kinder: fünf, sieben und zehn Jahre alt. Und wir haben einen Gartenteich. Zudem haben die Kinder auch Freundinnen und Freunde hier. Wir haben den Teich eingezäunt - der 10jährige kann das jetzt gar nicht mehr verstehen.
Eigentlich sollte uns der Teich Freude machen, jetzt führt er fast nur zu "Stress". Ich habe schon drüber nachgedacht einen Sandkasten daraus zu machen. Können Sie Erfahrungswerte von anderen berichten - und was raten Sie? |
Antwort der Expertin | Es ist richtig, dass es zu vielen – sogar tödlichen – Unfällen an Gartenteichen gekommen ist. Bei kleinen Kindern sollte der Teich deshalb so gesichert sein, dass sie allein nicht an das Wasser gehen können. Die beste Sicherung dagegen ist ein Zaun.
Ihre Kinder sind jetzt allerdings schon älter, und Sie können vielleicht schon alle drei schwimmen? Und dasselbe gilt für die Freunde, die in Ihren Garten kommen? Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind und Sie nicht mit dem Besuch von kleineren Kindern rechnen, könnten Sie tatsächlich daran denken, den Zaun zu entfernen.
Sicherungen sind gut und wichtig. Aber größeren Kindern sollte dann irgendwann auch die Möglichkeit gegeben werden, sich – in einem überschaubaren Rahmen – mit den Gefahren auseinanderzusetzen und ihr Verhalten anzupassen. Sie haben dann immer noch die Möglichkeit, Regeln aufzustellen und ihre Einhaltung zu kontrollieren. |
Frage von Sophie | Wir wollen demnächst mit unserer Kleinen (unter zwei Jahren) in den Urlaub fliegen! Mache mir da ziemliche Gedanken wie das ablaufen soll, von wegen Kindersicherheit, zusätzliche Platzreservierung, Kindersitz, Zusatzkosten usw.! Wäre total dankbar, wenn Sie mir einige Informationen, über Flugerfahrungen mit Kind, geben könnten!
P.S.: Darf man auch im Handgepäck (Koffer) landeseigene Gläschen und Co. mit nehmen? |
Antwort der Expertin | Vielleicht haben Sie die aktuellen Diskussionen um die Sicherung von Kleinkindern in Flugzeugen verfolgt. Der Vorwurf an die Fluggesellschaften ist, dass sie Kindern unter 2 Jahren keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz gewähren. Kleinkinder sitzen auf dem Schoß der Eltern. Eine europäische Richtlinie aus 2008 fordert Sicherungssysteme für Kinder in allen europäischen Flugzeugen. Entweder bringen die Eltern ihren Kinderautositz mit oder die Fluggesellschaft stellt einen eigenen zur Verfügung. Schlimm ist, dass die schlichten Loop Belts, die Kleinkinder nachweislich schwer verletzen können, weiterhin verwendet werden dürfen.
Wir raten Eltern dazu, für Ihr Kind einen eigenen Sitzplatz zu buchen. Fragen Sie bei der Fluggesellschaft nach, ob ein altersentsprechendes Sicherungssystem gestellt wird, oder ob Sie Ihren Kindersitz verwenden können.
Im Koffer dürfen Sie alles mitnehmen. Für die Kabine gibt es seit einiger Zeit strengere Bedingungen. Allerdings ist Babynahrung davon nicht betroffen. Sie dürfen die normalen Packungen im Handgepäck mit in die Kabine nehmen. |
Frage von Jonasmama | Wir haben einen kleinen Gartenteich. Wie kann ich diesen für meinen Sohn (derzeit 4,5 Monate alt) sichern?
Es gibt leider keine Möglichkeit, "Haltepunkte" wie Bäume usw. zu benutzen. Der Teich ist relativ frei und umgeben von Blumenbeeten und teilweise einer gepflasterten Terrasse. |
Antwort der Expertin | Sie können den Teich in einem gewissen Abstand mit einem Zaun umgeben. Er sollte vom Kind nicht zu überklettern sein, d.h. keine Querverstrebungen haben, ebenso auch keine spitzen Teile. Sehen Sie für die Höhe ruhig 140 cm vor. Eine Tür, die den Zutritt zum Teich ermöglicht, sollte ein Schloss haben und vom Kind nicht zu öffnen sein. Diese Maßnahme ist relativ aufwendig. Sie lässt aber die Möglichkeit, mit dem Kind gemeinsam zum Wasser zu gehen, sich am Ufer aufzuhalten und das Geschehen am Teich zu beobachten.
Sie können sich auch für ein Gitter wenige cm unter der Wasseroberfläche entscheiden. Handelt es sich um einen größeren Teich, müssen mehrere Stützen vorgesehen werden. Diese Verstärkungen verhindern ein Durchbiegen, selbst wenn das Kind das Gitter betritt. Teilgitter ermöglichen ein leichteres Herausnehmen und Reinigen. Achten Sie dabei auf eine Drahtstärke von 3-4 mm, eine Maschenweite von 40x40 mm und einen Trägerabstand 50-70 cm. Lassen Sie sich dazu im Baumarkt beraten. Evtl. sind auch Spezialanfertigungen durch einen Fachmann notwendig. Kontrollieren Sie die Stabilität regelmäßig. Diese Lösung hat den Vorteil, dass es keine optische Beeinträchtigung im Garten gibt. Aber Vorsicht! Größere Kinder, zumal wenn sie sich zu mehreren auf dem Gitter aufhalten oder dort toben und springen, können die Konstruktion zum Einsturz bringen.
Da eine Sicherung bei Ihrem noch sehr kleinen Kind auf Jahre notwendig ist, kann auch das Zuschütten des Teiches eine Lösung sein. Richten Sie ihn wieder ein, wenn Ihr Kind schwimmen kann und Sicherheit im Wasser hat.
Denken Sie darüber nach, was Ihnen wichtig ist. Sie sollten auch nicht außer Acht lassen, dass irgendwann Nachbarskinder in Ihrem Garten spielen werden, die genauso in Gefahr geraten können. Sie haben als Eigentümer des Grundstücks eine Verkehrssicherungspflicht: Von Ihrem Garten dürfen keine Gefahren ausgehen. Im Ernstfall haften Sie. |