Wie häufig kommen Rötelnembryopathien vor?
Weltweit sind jedes Jahr ungefähr 300.000 ungeborene Kinder von einer Rötelnembryopathie betroffen. Da auch in Deutschland nicht alle Frauen mit Kinderwunsch geimpft sind, kommt diese Missbildung auch hier vor.
Die WHO strebt eine Ausrottung der Rötelnembryopathie in Europa an. Um dies zu erreichen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine zweimalige Impfung für alle Kinder, auch Jungen, im Alter von elf bis 14 und 15 bis 23 Monaten.
Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass es nicht ausreicht, die Röteln-Impfung nur für Mädchen und Frauen mit Kinderwunsch zu empfehlen. Eine Gefährdung ungeschützter Schwangerer kann erst dann ausgeschlossen werden, wenn sich Röteln-Infektionen aufgrund hoher Impfraten nicht ausbreiten und Schwangere sich deshalb nicht anstecken können. Hierfür müssten über 90 Prozent aller Kinder zweimal geimpft sein, eine Rate, die in Deutschland noch nicht erreicht ist.
Wie werden Röteln übertragen und wie verläuft die Erkrankung?
Röteln-Viren werden durch Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten und Niesen übertragen. Während der Frühschwangerschaft können die Viren über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. Ungefähr zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung können leichte grippeähnliche Symptome auftreten. Der Ausschlag, der im Gesicht beginnt und sich dann über den ganzen Körper ausbreitet, verschwindet nach einigen Tagen wieder.
Bei der Hälfte der Kinder treten keine oder nur ganz geringfügige Symptome auf; vor allen Dingen fehlt in über 50 Prozent der Erkrankung der typische Ausschlag, so dass die Röteln häufig verkannt werden. Genau hier liegt die besondere Gefährdung schwangerer Frauen. Denn ein infiziertes Kind kann die Röteln-Viren auch dann weitergeben, wenn die Krankheitszeichen nur schwach ausgeprägt sind.
Können Röteln behandelt werden und welche Folgeschäden können auftreten?
Bei einer Röteln-Infektion können nur die Symptome gelindert werden, eine Behandlung der Erkrankung selbst ist nicht möglich.
Wenn sich eine schwangere Frau in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft mit Röteln ansteckt, treten bei weit über der Hälfte der Ungeborenen Fehlbildungen auf. Je früher die Infektion erfolgt, umso schwerer sind die Missbildungen und nicht selten verliert die Frau ihr Kind. Mögliche Fehlbildungen betreffen hauptsächlich die Augen, Ohren und das Herz.
Wie kann ich mein Kind schützen?
Durch eine zweimalige Impfung können Sie Ihr Kind wirksam vor einer Röteln-Infektion schützen. Die Impfung sollte in der Regel gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Mumps im Alter von elf bis 14 Monaten und 15 bis 23 Monaten gegeben werden.
Frauen mit Kinderwunsch sollten sich vor einer Schwangerschaft auf Röteln-Antikörper testen lassen, das heißt auf einen Schutz gegen Röteln nach bereits durchgemachter Krankheit, und sich gegebenenfalls impfen lassen.
Lexikon
Link-Tipps
- Röteln
Dieser Artikel auf familienplanung.de informiert über die Viruserkrankung Röteln. Neben dem Krankheitsbild und dem Übertragungsweg werden die Gefahren einer Infektion in der Schwangerschaft dargestellt sowie Vorsorge- bzw. Schutzmaßnahmen aufgezeigt. (Recherchedatum: 22.03.2010)

