Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Tetanus-Infektionen werden durch sehr widerstandsfähige Bakterien verursacht, die überall im Erdreich vorkommen.

Wie häufig kommen Tetanus-Infektionen vor?

Weltweit sterben jedes Jahr mehrere hunderttausend Menschen an dieser Erkrankung. Überwiegend sind Neugeborene und Säuglinge, insbesondere in den Entwicklungsländern, betroffen (neonataler Tetanus).

In Deutschland kommen Erkrankungen aufgrund der sehr hohen Impfraten nur noch sehr selten vor. Wenn Tetanus-Infektionen auftreten, sind in der Regel ungeschützte Erwachsene betroffen, weil viele die empfohlenen Auffrischungsimpfungen häufig nicht durchführen lassen.

Selbst bei sehr guter medizinischer Versorgung beträgt die Sterblichkeit zehn bis 20 Prozent.

Wie wird Tetanus übertragen und wie verläuft die Erkrankung?

Tetanus-Erreger werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Übertragung erfolgt, wenn die Bakterien, beispielsweise aus der Gartenerde, in eine offene Wunde geraten. Auch über kleinste Verletzungen, zum Beispiel ein Stich mit einem Holzsplitter oder einem Dorn, kann eine Infektion verursacht werden.

Die Krankheitsanzeichen werden nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch ein Gift, welches von diesen ausgeschieden wird, ausgelöst.

Man unterscheidet drei Formen von Tetanus-Infektionen:

  • Bei der ersten Form treten nach drei Tagen bis drei Wochen nach der Ansteckung Spannungsgefühle an der Wunde auf. Manchmal wird dies von Schwitzen, Unruhe und Kopfschmerzen begleitet. Nach kurzer Zeit kommen starke, schmerzhafte Krämpfe des Kiefers und weiterer Muskelgruppen hinzu. Krämpfe des Kehlkopfes und der Brustmuskulatur können so ausgeprägt sein, dass sie zum Erstickungstod führen.
  • Bei der zweiten Form der Tetanus-Infektionen treten die beschriebenen Symptome in abgeschwächter Form auf. In der Regel ist dies der Fall, wenn aufgrund einer schon länger zurückliegenden Impfung noch ein Restimpfschutz vorhanden ist.
  • Eine besondere Form der Tetanus-Infektion tritt bei Neugeborenen auf, wenn die Bakterien aufgrund unzureichender Hygiene in den Nabel gelangen. Ungefähr eine Woche nach der Ansteckung kommt es zu Krämpfen und einer Trinkschwäche. Fast alle betroffenen Kinder sterben an der Erkrankung

Kann Tetanus behandelt werden und welche Folgeschäden sind möglich?

Bei jedem Verdacht auf eine Tetanus-Erkrankung wird sofort eine Antibiotika-Behandlung eingeleitet. Über verschiedene andere Medikamente wird versucht, das von den Bakterien ausgeschiedene Gift zu neutralisieren. Trotz guter medizinischer Versorgung ist die Sterblichkeit bei dieser Erkrankung jedoch sehr hoch.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Sie können Ihr Kind durch eine Impfung sicher vor einer Tetanus-Infektion schützen. Die Impfung ist gerade für Kinder sehr wichtig, weil Kinder häufig draußen spielen - also oft mit Erde in Berührung kommen - und sehr oft kleinere Verletzungen haben.

Aber auch Eltern sollten ihre eigene Auffrischungsimpfung, die alle zehn Jahre erfolgen sollte, nicht vergessen. Diese kann gleichzeitig bei einem Impftermin des Kindes in der kinderärztlichen Praxis verabreicht werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge und Kleinkinder vier Teilimpfungen, die am Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und am Ende des 14. Lebensmonats abgeschlossen sein sollten. Im Alter von fünf bis sechs Jahren und zwischen neun und 17 Jahren sollte die Impfung noch einmal aufgefrischt werden. Anschließend genügt eine Auffrischung alle zehn Jahre.

 
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