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Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten
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Wie häufig kommt Kinderlähmung vor?
Kinderlähmung (Polio) kommt noch in Afrika und Asien vor. In Deutschland fand 1961 eine letzte schwere Epidemie statt, bei der 4.600 Menschen erkrankten. Die Zahl der Ansteckungen lag noch weitaus höher. Denn die Infektion verläuft bei 95 Prozent der Infizierten ohne Krankheitszeichen, nur ungefähr fünf Prozent entwickeln typische Symptome.
Mit Einführung der Impfung gegen Kinderlähmung gingen die Erkrankungszahlen rasch zurück. Im Jahr 2002 hat die WHO ganz Europa für poliofrei erklärt.
Dennoch ist auch heute die Impfung gegen Kinderlähmung notwendig. Da die Erkrankung in einigen Ländern Asiens und Afrikas noch recht häufig vorkommt, kann sie auch jederzeit wieder in Deutschland auftreten, wenn die Bevölkerung nicht ausreichend geimpft ist.
Wie wird Kinderlähmung übertragen und wie verläuft die Erkrankung?
Polio-Viren werden hauptsächlich fäkal-oral übertragen. Dabei müssen winzige Spuren von Kot in den Mund gelangen. Das passiert relativ leicht, wenn beispielsweise nach dem Stuhlgang die Hände nicht gewaschen werden und anschließend Speisen zubereitet werden. Auch verschmutztes Trinkwasser kann eine Infektionsquelle sein. Da sich die Viren auf der Rachenschleimhaut vermehren, ist für kurze Zeit auch eine Ansteckung über Husten und Niesen möglich.
Wenn die Polie-Erkrankung ausbricht, werden drei Formen unterschieden:
- Bei der ersten Form entwickeln die Erkrankten grippeähnliche Symptome ohne eine Beteiligung des Zentralen Nervensystems.
- Bei der zweiten Form kommt zu diesen Symptomen eine Hirnhautentzündung mit Nackensteife, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen hinzu.
- Die zentralen Symptome der dritten Form sind Lähmungserscheinungen.
Kann Kinderlähmung behandelt werden und welche Folgeschäden können auftreten?
Die Erkrankung selbst kann nicht behandelt werden. Wenn Lähmungen aufgetreten sind, können sich diese, auch noch viele Jahre später, weiter verstärken. Dieses sogenannte Post-Polio-Syndrom kann sich bis zu 35 Jahre nach der akuten Infektion entwickeln - selbst wenn in der Zwischenzeit keine Symptome aufgetreten sind. Auch in diesem Fall ist eine Heilung nicht möglich. Man geht davon aus, dass in Deutschland ungefähr eine Million Menschen hiervon betroffen sind.
Wie kann ich mein Kind schützen?
Sie können Ihr Kind durch eine Impfung sicher vor Kinderlähmung schützen. Der heute verwendete Totimpfstoff ist sehr sicher und nebenwirkungsarm. Eine durch die Impfung verursachte Kinderlähmung, die bei dem früher verwendeten Lebendimpfstoff in sehr seltenen Fällen vorkam, ist bei dem heute verwendeten Impfstoff ausgeschlossen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die erste Teilimpfung gegen Ende des zweiten Lebensmonats. Die letzte Teilimpfung erfolgt im Alter von elf bis 14 Monaten. Im Alter von neun bis 17 Jahren sollte die Impfung noch einmal aufgefrischt werden. Bei Reisen in Regionen, in denen Polio-Erkrankungen noch auftreten, wird von der STIKO ebenfalls eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

