Ausgeruht die Welt erobern: Schlaf im Kleinkind- und Kindergartenalter

Wenn das Ein- und Durchschlafen Probleme bereitet

Dass kleine Kinder sich gelegentlich schwer tun mit dem Schlafen, ist normal – schließlich ist die Welt sehr aufregend! Dauerhafte Schwierigkeiten hängen dagegen oft mit ungünstigen Schlafgewohnheiten zusammen.

Aufwändige Einschlafhilfen können zu ungünstigen Schlafgewohnheiten führen

Im Kleinkindalter sind ungünstige Schlafgewohnheiten die häufigste Ursache dafür, dass es mit dem Ein- und Durchschlafen Probleme gibt.

Herumgetragen oder gar im Auto herumgefahren werden, die Mama an den Haaren zupfen - wenn solche Einschlafhilfen erst einmal zur Gewohnheit geworden sind, fordert ein Kind sie oftmals lautstark ein. Das führt abends beim Einschlafen spätestens dann zu Problemen, wenn Mamas Haare nicht verfügbar sind oder die Eltern es langsam leid sind, ihr Kind jeden Abend auf dem Arm herumzutragen, bis es eingeschlafen ist.

Auch beim Durchschlafen kann es durch solche ungünstigen Gewohnheiten zu Problemen kommen. Denn alle Kinder wachen nachts mehrmals kurz auf; in der Regel finden sie aber schnell wieder in den Schlaf zurück. Wenn ein Kind aber an bestimmte Einschlafhilfen gewöhnt ist, wird es diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nachts einfordern.

Ungünstige Schlafgewohnheiten schleichen sich oft unbemerkt ein

Einschlafhilfen, die über das gemeinsame abendliche Ritual beim Zubettgehen hinausgehen, können zu einer bestimmten Zeit oder in bestimmten Situationen richtig und angemessen sein. Auf Dauer sollten sie aber besser vermieden werden. Ein krankes Kind zum Beispiel benötigt oft rund um die Uhr Zuwendung, und einem Kind, das gerade etwas Schwieriges erlebt hat, wird man schwerlich zumuten, dass es alleine einschläft. Auch in einer neuen Umgebung, beispielsweise im Urlaub oder nach einem Umzug, braucht ein Kind vielleicht besonders viel elterliche Nähe, um zur Ruhe zu kommen.

Ein Problem wird das alles erst, wenn man nach der "Ausnahmesituation" nicht zu einem "normalen" Ablauf zurückfindet und sich die Ausnahme - meist unbemerkt und schneller, als man denkt - als Regel einschleicht. Deshalb ist es wichtig, möglichst schnell (wieder) zu solchen Schlafgewohnheiten zu finden, die man als Eltern auch auf Dauer durchhalten kann und möchte.

Mit Liebe, Geduld und Konsequenz zu neuen Schlafgewohnheiten

Wenn Sie bereits eingefahrene Schlafgewohnheiten Ihres Kindes ändern wollen, sollten Sie als allererstes von der Notwendigkeit der Umgewöhnung wirklich überzeugt sein und den einmal eingeschlagenen Weg auch durchhalten wollen.

Zeigen Sie Ihrem Kind mit Liebe und Geduld, aber auch mit Konsequenz, dass Sie etwas ändern wollen und das auch durchsetzen werden. Gelingen kann das allerdings nur, wenn Ihr Kind Sie auch tagsüber als konsequent erlebt. Schwenken Sie nicht abends, wenn es Zeit zum Schlafengehen ist, plötzlich auf einen ganz anderen Erziehungsstil um, den sie tagsüber nicht durchhalten wollen oder können.

Für die Umgewöhnung können Sie sich und Ihrem Kind alle Zeit lassen, die Sie für notwendig und richtig halten. So ist es zum Beispiel möglich, Ihr Kind in kleinen Schritten daran zu gewöhnen, alleine einzuschlafen: Bleiben Sie zunächst an seinem Bettchen sitzen, bis es eingeschlafen ist, halten Sie dabei vielleicht sogar seine Hand, und rücken Sie dann allmählich, von Abend zu Abend, den Stuhl immer weiter weg, bis Sie das Zimmer schließlich ganz verlassen können. Das kann einige Zeit dauern. Aber wichtig ist, dass Sie standhaft bleiben und den Protesten, die mit Sicherheit kommen werden, nicht nachgeben. Ihr Kind muss merken, dass Sie es ernst meinen. Es soll aber auch spüren, dass Sie es bei der Aufgabe, die es hier zu bewältigen hat, liebevoll begleiten.

Bei dauerhaften Problemen ist ärztlicher Rat gefragt

Wenn die Schlafgewohnheiten Ihres Kindes für das Kind wie auch für die Familie belastend sind und Sie nicht wissen, wie Sie daran etwas ändern können, sollten Sie sich helfen lassen. Das gilt auch, wenn Sie meinen, schon alles Mögliche ausprobiert zu haben, ohne dass sich die Situation bessert. In der kinderärztlichen Praxis findet sich mit Sicherheit ein offenes Ohr für Sie. Und es gibt fast überall in Deutschland Beratungsstellen, die auf solche Probleme spezialisiert sind.

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