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Kurz.Knapp.Elterninfo

Impfen

Wussten Sie …

… dass sogenannte "Kinderkrankheiten" keineswegs harmlos sind?

Masern, Mumps, Keuchhusten und andere ansteckende Krankheiten können bleibende Schäden verursachen und sogar lebensbedrohlich werden.

… dass manche Infektionskrankheiten besonders gefährlich sind, wenn sie bei Babys auftreten?

Keuchhusten, Hepatitis B und Erkrankungen, die durch Haemophilus influenzae und Pneumokokken verursacht werden, können vor allem bei Babys schwer verlaufen und Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

… dass der sogenannte Nestschutz "lückenhaft" ist?

Die Abwehrstoffe, die Ihr Kind in den letzten Schwangerschaftswochen über die Nabelschnur erhalten hat, schützen es nur gegen einen Teil aller Krankheitserreger. Zudem nimmt dieser Nestschutz in den ersten Lebensmonaten ab, noch bevor das Kind sein eigenes Immunsystem vollständig aufgebaut hat.

… dass Ihr Kind auch mit leichten Infekten wie Husten oder Schnupfen geimpft werden kann?

Wenn ein Kind kein hohes Fieber (über 38,5° C) hat, kann in der Regel trotzdem geimpft werden. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin wird gemeinsam mit Ihnen darüber entscheiden.

… dass Kinder mit einer allergischen Erkrankung genauso wie andere Kinder geimpft werden können?

Bei bestimmten allergischen Erkrankungen, zum Beispiel Neurodermitis, ist der Impfschutz sogar besonders wichtig: Manche Infektionskrankheiten können allergische Schübe auslösen oder sind gerade für Allergiker gefährlich. Auch bei Kindern mit einer Hühnereiweißallergie besteht heutzutage kein höheres Impfrisiko als bei Nichtallergikern. Die einzige Impfung, bei der in diesem Fall Vorsicht geboten ist, ist die Impfung gegen Virusgrippe (Influenza).

… dass für die Gesundheit des Babys auch der Impfschutz von Eltern, Geschwistern, Großeltern und anderen engen Kontaktpersonen wichtig ist?

Besonders wichtig ist ein ausreichender Schutz der Kontaktpersonen gegen Keuchhusten: Für kleine Babys ist Keuchhusten besonders gefährlich und bis zur ersten eigenen Impfung haben sie keinen Schutz gegen diese Krankheit. Kontaktpersonen von Babys sollten daher bei den alle zehn Jahre fälligen Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie auch gegen Keuchhusten geimpft werden.

… dass das Risiko von Komplikationen bei einer Erkrankung viel, viel höher ist als bei der entsprechenden Impfung?

Je mehr Kinder einen vollständigen Impfschutz haben, umso eher wird es möglich sein, bestimmte Krankheiten auszurotten, wie es zum Beispiel bei echten Pocken schon gelungen ist.

Was Eltern wissen sollten

Die 5 wichtigsten Infos

Info 1

Die Erreger gefährlicher ansteckender Krankheiten wie Diphtherie oder Kinderlähmung gibt es immer noch. Dank der Impfungen sind diese und andere schwere Infektionskrankheiten in Europa selten geworden. In anderen Teilen der Welt gibt es viele dieser Krankheiten jedoch noch. Im Zeitalter von häufigen Reisen können sich nicht geimpfte Kinder und Erwachsene deshalb nach wie vor mit den Erregern anstecken und sie auf weitere ungeschützte Personen übertragen.

Info 2

Die modernen Impfstoffe sind hochwirksam, streng kontrolliert und gut verträglich. Die Sicherheit der Impfstoffe wird regelmäßig überwacht. Zudem enthalten sie weit geringere Mengen an abgetöteten oder abgeschwächten Erregern bzw. Teilen von Erregern als früher. Dies gilt auch für Kombinationsimpfstoffe. Durch ihren Einsatz sind zudem auch viel weniger Zusatzstoffe, wie zum Beispiel Konservierungsstoffe, nötig als bei Einzelimpfungen. Die Impfungen sind dadurch weniger belastend und Nebenwirkungen sind äußerst selten.

Info 3

Die Impfungen sollten früh, möglichst in der 9. Lebenswoche, begonnen werden. Nur wenn der Impfschutz frühestmöglich aufgebaut und zu den empfohlenen Zeitpunkten vervollständigt wird, ist Ihr Kind in der empfindlichen Baby- und Kleinkindphase gut geschützt.

Info 4

Für einen zuverlässigen Impfschutz sind oft mehrere Teilimpfungen notwendig. Ein zuverlässiger Schutz besteht nur, wenn das Kind alle erforderlichen Teil- und Auffrischungsimpfungen in den vorgegebenen zeitlichen Abständen erhält. Dank der Mehrfachimpfstoffe muss das Kind nicht unnötig oft gepiekst werden.

Info 5

Einige Impfungen müssen zum Ende des Vorschulalters und im Jugend- und Erwachsenenalter aufgefrischt werden. Bei manchen Krankheitserregern braucht der Körper mehrere Anstöße in bestimmten Abständen, um für einen längeren Zeitraum genügend eigene Abwehrstoffe dagegen bilden zu können.

Alle Impfungen sind freiwillig. Die Kosten für die im Kindesalter empfohlenen Impfungen werden von den Krankenkassen bezahlt.

Grundimpfschutz für Kinder

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) (Stand August 2010)

Impfungen gegen

Impfalter in Monaten

2

3

4

11-14

15-23

Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B

(Kombinationsimpfung)

G1

G2

G3

G4


Pneumokokken

G1

G2

G3

G4


Meningokokken C




G (ab 12Monaten)

Masern, Mumps, Röteln

(Kombinationsimpfung)




G1

G2

Windpocken

(Varizellen)




G1

G2

Grippe

(Influenza)

(Bei Kindern mit chronischen Erkrankungen ab 6 Monaten jährlich.)

G = Grundimpfschutz

Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin beantwortet gern Ihre Fragen und berät Sie.

 
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