Suche im Portal
Häufig gestellte Fragen
Ich habe gehört, es gibt neue Mittel gegen Kopfläuse, die keine Insektizide enthalten. Stimmt das?
Das Wort "Insektizid" hat für viele Eltern einen sehr abschreckenden Klang, es steht aber ganz allgemein für eine Substanz, die Insekten abtötet - und das ist ja das Ziel jedes Kopflausmittels. Insofern enthält also jedes Kopflausmittel, das zum Abtöten der Kopfläuse eingesetzt wird, "Insektizide".
Darüber, welchen Wirkstoff das Mittel gegen die Kopfläuse einsetzt und wie dieser wirkt, sagt der Begriff "Insektizid" nichts aus. Möchte man die Kopflausmittel, die derzeit erhältlich sind, nach ihrer Wirkungsweise unterscheiden, so gehören die meisten zu einer der beiden folgenden Gruppen:
1.
Zur Bekämpfung von Kopflausbefall werden seit vielen Jahren Mittel angewandt, die auf das Nervensystem der Läuse einwirken. Sie enthalten Stoffe auf chemischer oder pflanzlicher Basis (Extrakt aus der Chrysanthemenblüte), welche bei den Läusen zu Lähmungen und schließlich zum Tod führen. In Deutschland sind aus dieser Gruppe Mittel zugelassen, die die Wirkstoffe Pyrethrum, Allethrin oder Permethrin enthalten. Sie sind vom Umweltbundesamt geprüft und für wirksam und gesundheitlich unbedenklich befunden worden.
2.
Daneben gibt es mittlerweile eine Reihe von Mitteln, die auf einer anderen Wirkungsweise beruhen: Sie töten die Läuse, indem sie deren Atmungsöffnungen verkleben, was zum Ersticken der Läuse führt. Aus dieser Gruppe sind in Deutschland verschiedene Mittel zugelassen, die auf der Basis von Dimeticon (einem dünnflüssigen Silikonöl) funktionieren sowie ein Mittel, das auf der Basis von Kokosöl funktioniert. Das Umweltbundesamt hat diese Mittel geprüft und ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in Laborversuchen nachgewiesen. Für Eltern, die bei ihren Kindern keine neurotoxisch wirkenden Mittel anwenden möchten, stellen diese neuen Mittel eine Alternative dar. Beachten Sie aber: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt vor der leichten Entflammbarkeit einiger dieser Mittel und der damit verbundenen Verbrennungsgefahr.
Bei Überempfindlichkeit und bei bestimmten Allergien können im Übrigen bei jeder Art von Kopflausmitteln Hautunverträglichkeiten auftreten. Sind bei Ihrem Kind solche Erkrankungen bekannt oder hat es offenen Stellen oder Wunden am Kopf, sollten Sie deshalb in jedem Fall sicherheitshalber ärztlichen Rat einholen.

