Suche im Portal
Ernährung im 1. Lebensjahr
Basisinformationen
Auf einen Blick
Alltagstipps
Sonstiges
Stillen fördern - ein weltweites Anliegen
1990 wurde auf einem von UNICEF und WHO unterstützten Treffen von Vertretern aus 30 Ländern die so genannte "Innocenti-Deklaration über Schutz, Förderung und Unterstützung des Stillens" verabschiedet. Hintergrund bildeten weltweit abnehmende Stillraten bei einer gleichzeitig hohen Säuglingssterblichkeit infolge von Mangelernährung und Infektionen. Angesichts der hohen Bedeutung des Stillens für die gesunde Entwicklung eines Kindes wie auch für die Gesundheit der Mutter ruft die Innocenti-Deklaration alle Regierungen dazu auf, die gesellschaftlichen, politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Stillen zu verbessern und dies durch Einrichtung einer nationalen Koordinationsstelle zu gewährleisten.In einer Resolution der zwei Jahre später stattfindenden 45. Versammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichteten sich die beteiligten Staaten, darunter auch Deutschland, die Ziele der Innocenti-Deklaration in ihren Ländern zu unterstützen.
Gründung der Nationalen Stillkommission
1994 wurde die Nationale Stillkommission gemäß der WHO-Resolution durch das Bundesministerium für Gesundheit eingerichtet.Sie war zunächst am Robert Koch Institut angesiedelt. Seit 1999 wurde sie zum damaligen Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, dem heutigen (seit 2002) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin verlagert.
Breites Mitgliederspektrum
In der Nationalen Stillkommission sind alle Gruppen vertreten, die beruflich mit (gestillten) Kindern und (stillenden) Müttern zu tun haben. Ebenso gehören Organisationen, deren Ziel es ist, Stillen zu fördern und Stillhilfe zu leisten, der Kommission an. Dementsprechend umfasst die Nationale Stillkommission Fachleute aus dem wissenschaftlichen Bereich, Ärzte und Ärztinnen, Geburtshelfer, Hebammen, Kinderkrankenschwester wie auch Vertreterinnen und Vertreter der großen Stillverbände.
Aufgaben der Nationalen Stillkommission
Zu den Aufgaben der Nationalen Stillkommission gehört es, sich für verbesserte Rahmenbedingungen einzusetzen, damit immer mehr Mütter die Vorteile des Stillens für sich und ihr Kind nutzen und nach Möglichkeit über eine gewisse Mindestzeit hinweg ausschließlich stillen. Konkrete Aufgaben sind unter anderem:
- Die Nationale Stillkommission berät die Bundesregierung bei politischen Initiativen, durch die Hindernisse des Stillens abgebaut werden sollen.
- Sie koordiniert und führt Maßnahmen zur Stillförderung durch.
- Sie hilft bei der praktischen Umsetzung von Richtlinien, Rechtsverordnungen und Empfehlungen.
- Sie setzt sich bei den verschiedenen Berufsorganisationen für die Förderung des Stillens ein.
- Sie führt Untersuchungen zum Stillen durch und erstattet Bericht.
Empfehlungen und praktische Hilfen
Seit ihrer Gründung hat die Nationale Stillkommission auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Reihe von Empfehlungen zum Stillen allgemein wie auch zu speziellen Fragen herausgegeben. Ein Teil der Empfehlungen wendet sich an Fachleute wie Ärzte und Klinikpersonal und umfasst zum Beispiel die Entwicklung von Stillrichtlinien und Pflegestandards, die es stillwilligen Müttern ermöglichen, ihre Säuglinge vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Darüber hinaus nimmt sie zu konkreten Aspekten Stellung, wie zum Beispiel "Stillen und Rauchen", "Neugeborenengelbsucht und Stillen", "Zufütterung". Sie unterstützt Eltern darin mit praxisnahen Informationen und Ratgebern.
Link-Tipps
- Nationale Stillkommission am BfR
- Stillen. Der beste Start ins Leben
Die Nationale Stillkommission informiert auf dieser Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung über ihre Aufgaben und Ziele und bietet eine Übersicht über ihre bisher veröffentlichen Dokumente, Empfehlungen, Stellungnahmen und Ratgeber. Die Dokumente können - zum Teil auch in anderen Sprachen wie Russisch, Türkisch oder Italienisch - als PDF-Version gelesen oder direkt heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 02.11.2011)
Das Internetangebot wurde auf Anregung des Runden Tisches zur Stillförderung - ein Zusammenschluss stillfördernder Vereine und Organisationen in Deutschland - von der Nationalen Stillkommission Deutschlands und der Deutschen Liga für das Kind erstellt. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über Informationsangebote zum Thema Stillen und erfahren, welche praktischen Angebote es von Verbänden und Organisationen gibt, die viel Erfahrung in der Stillbegleitung und Stillunterstützung haben. Sie werden informiert, an wen Sie sich konkret wenden können, ob und was die Hilfe kostet und ob zum Beispiel die Krankenkasse die Kosten hierfür übernimmt. (Recherchedatum: 20.06.2010)

