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Nach Möglichkeit sollte ein Kind die ersten vier bis sechs Monate ausschließlich gestillt werden. Für die Mehrzahl der Säuglinge reicht die Muttermilch in dieser Zeit als Ernährung aus. Auch danach, wenn das Kind feste Kost bekommt, kann und sollte es weiterhin gestillt werden, solange Mutter und Kind dies möchten.
Stillen - mehr als nur die beste Nahrung für ein Baby
- Muttermilch bietet eine maßgeschneiderte Ernährung mit allen Nährstoffen in genau der richtigen Zusammensetzung und Menge, wie sie das Kind braucht.
- Sie ist leicht verdaulich und passt sich ganz von allein den Ernährungsbedürfnissen des Säuglings an.
- Sie versorgt das Kind mit besonderen Abwehr- und Schutzstoffen, die es vor Krankheiten schützen.
- Muttermilch ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei und hat immer die richtige Temperatur.
- Aus einer Reihe von Studien geht zudem hervor, dass gestillte Kinder offenbar ein geringeres Risiko haben, übergewichtig zu werden. Stillen kann zudem das Risiko für Durchfall und Mittelohrentzündungen senken.
- Auch zur Vorbeugung des Plötzlichen Säuglingstodes wird möglichst langes Stillen empfohlen.
Mit dem Stillen erhält Ihr Kind noch viel mehr als nur die beste Nahrung: Gerade in den ersten Lebensmonaten, wenn ein Kind noch einen besonders engen körperlichen Kontakt braucht, erfährt es beim Stillen hautnah die Wärme und Nähe der Mutter. Dieser enge körperliche Kontakt unterstützt das gegenseitige Kennenlernen und hilft Ihnen und Ihrem Kind, rasch miteinander vertraut zu werden.
Auch für die Mutter ist Stillen genau das Richtige
- Stillen spart Arbeit und Zeit, kostet nichts und ist umweltfreundlich.
- Stillen macht unabhängig, denn auch unterwegs ist die passende Nahrung für das Baby immer verfügbar.
- Stillen beschleunigt die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt und verringert den Blutverlust.
Eine Reihe von Studien deutet darauf hin, dass Stillen die Risiken für bestimmte Krebsarten verringert, wie zum Beispiel Brust- oder Eierstockkrebs, und das Risiko der Osteoporose im Alter senkt.
Kein Grund für vorzeitiges Abstillen
Stillen ist für Mutter und Kind genau das Richtige und die meisten Frauen möchten ihr Kind stillen. Dennoch hören viele Mütter trotz der allerbesten Vorsätze vorzeitig mit dem ausschließlichen Stillen auf. Probleme beim Stillen selbst, aber auch persönliche Unsicherheiten und vermeintliche Einschränkungen, Stress in der Familie oder mit dem Partner, Rückkehr in den Beruf oder Unverständnis im sozialen Umfeld sind häufig Gründe, die Mütter zum vorzeitigen Abstillen veranlassen. Dabei ist jedes Stillen nützlich und hilfreich. So verringert zum Beispiel auch Teilstillen das Auftreten von Durchfallerkrankungen.
Zu einigen der häufigsten "Problemfelder" im Folgenden die wichtigsten Informationen.
Stillen und Partnerschaft
Selbst wenn Väter eine positive Einstellung zum Stillen haben, ist es für sie manchmal nicht ganz einfach mitzuerleben, wie tief und innig die Beziehung zwischen Mutter und Baby ist. Wenn ein Vater erlebt, dass die Zuwendung nun nicht mehr ausschließlich ihm gilt, fühlt er sich vielleicht ausgeschlossen und die Begeisterung fürs Stillen hält sich in Grenzen. In Wirklichkeit wünscht er sich wieder mehr Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit für sich. Auf der anderen Seite fällt es vielen Frauen schwer, Mütterlichkeit und Sexualität in der ersten Zeit miteinander zu vereinbaren.
Wichtig ist hier für beide Seiten, kein schlechtes Gewissen zu haben, sondern miteinander über die eigenen Gefühle zu sprechen und den Partner in den liebevollen Kontakt mit dem Baby einzuschließen. Während der Stillzeit braucht die Brust für den Partner auch keine Tabuzone zu sein. Bei sexueller Erregung kann jedoch gelegentlich Milch aus der Brust abfließen. Manchmal sind Frauen irritiert, weil die höhere Sensibilität der Brust erregend sein kann, der Wunsch nach sexueller Berührung aber nicht da ist. Wichtig ist auch hier, mit dem Partner zu sprechen.
Stillen und Rauchen
Es stimmt: Säuglinge und kleine Kinder leiden ganz besonders unter Zigarettenrauch, denn ihr Organismus reagiert sehr empfindlich auf die darin enthaltenen Giftstoffe. Rauchen beeinflusst zudem die Milchbildung und viele der Schadstoffe treten in die Muttermilch über. Sie werden dann von dem Baby in hoher Konzentration aufgenommen. Das Beste für das Baby ist es also, während der Monate des Stillens nicht zu rauchen.
Doch auch, wenn es mit einem völligen Rauchstopp nicht klappt: Stillen ist für die gesamte Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung, sodass auch rauchenden Müttern empfohlen wird, ihr Baby möglichst lange ausschließlich zu stillen. Sie sollten jedoch versuchen, die Belastung der Muttermilch durch das Rauchen wenigstens zu verringern und die Risiken für das Kind möglichst gering zu halten. Deshalb empfiehlt die Nationale Stillkommission
- während der Stillmonate zumindest weniger zu rauchen,
- mindestens eine Stunde vor dem Stillen bewusst nicht zu rauchen.
Die Räume, in denen sich ein Kind aufhält, sollten grundsätzlich rauchfrei bleiben - zu Hause und anderswo und ganz besonders im Auto.
Stillen und Angebundensein
Nach einer gewissen Zeit fühlen sich manche Mütter durch das Stillen zu sehr angebunden. Doch Stillen sollte kein Grund sein, nicht auch einmal für ein paar Stunden etwas allein oder mit dem Partner zu unternehmen, während sich eine "gute Seele" um das Baby kümmert. Umgekehrt muss der Wunsch nach Unabhängigkeit oder die Rückkehr in den Beruf kein Grund zum Abstillen sein.
Auch wenn viele Frauen das Abpumpen als eher unangenehm empfinden, kann dies doch ein guter Kompromiss sein, um sich und dem Baby die besondere Zeit des Stillens nicht nehmen zu lassen.
Abgepumpte Muttermilch lässt sich gut bevorraten:
- Abgepumpte Milch können Sie im geschlossenen Fläschchen und bei +4° Celsius an der kühlsten Stelle im Kühlschrank drei Tage (72 Stunden) bereitstellen.
- Sie können die Milch auch portionsweise einfrieren (bei -18 bis -40° Celsius) und so drei bis sechs Monate problemlos aufbewahren.
Milchpumpen können in Apotheken ausgeliehen werden.
Downloads
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Zehn gute Gründe für das Stillen (pdf)
Stillen ist die beste Ernährung für Babys in den ersten Lebensmonaten und hat auch für die Mutter viele Vorteile.
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Stillen-Tipps für den Alltag (pdf)
Link-Tipps
- Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV)
- WHO/UNICEF- Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus" (BFHI) e.V.
Internetseite des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV), der sich für die Interessen aller im klinischen wie im außerklinischen Bereich tätigen Hebammen einsetzt. In der Rubrik "Elterninformation" finden sich unter anderem hilfreiche Tipps und Hinweise zum Stillen und zur Hebammenhilfe. (Recherchedatum: 21.09.2011)
Die WHO/UNICEF- Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus" (BFHI) e.V. informiert auf dieser Seite über die Initiative. In seinem Elternportal wendet es sich mit Themen rund um Geburt und Stillen insbesondere an werdende und junge Eltern. Ein Klinikverzeichnis mit Postleitzahlensuche und ein Veranstaltungskalender mit aktuellen Angeboten in Babyfreundlichen Krankenhäusern runden das Angebot ab. (Recherchedatum: 21.09.2011)

