Humane Papillomaviren (HPV) und Impfung

Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten

Humane Papillomaviren (HPV)

Humane Papillomaviren (HPV) sind weltweit verbreitet und werden sehr leicht bei sexuellen Kontakten übertragen.

Was sind humane Papillomaviren?

Humane Papillomaviren (HPV) verursachen Veränderungen an Haut und Schleimhäuten.

Von über 100 bekannten Typen führen etwa 40 Typen zu Infektionen an den äußeren Geschlechtsorganen, am Gebärmutterhals, am Darmausgang und im Mund-Rachenbereich. Sie werden nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung durchnummeriert und in Niedrigrisiko-HPV und Hochrisiko-HPV unterschieden:

  • Niedrigrisiko-Typen wie HPV 6 und 11 - sie können Feigwarzen und leichte Zellveränderungen verursachen - und
  • Hochrisiko-Typen wie HPV 16 und 18 - sie können zu Zellveränderungen aller Schweregrade führen.

Wie häufig kommen HPV-Infektionen vor

Man geht davon aus, dass sich ungefähr 70-80 Prozent aller sexuell aktiven Männer und Frauen im Laufe ihres Lebens mit HPV anstecken.

Besonders betroffen sind junge, sexuell aktive Menschen. So zeigen Untersuchungen, dass 74 Prozent aller Infektionen bei Frauen im Alter von 15-24 Jahren festgestellt werden.

Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je höher die Anzahl der Partner ist, hängt aber auch von verschiedenen anderen Bedingungen ab. So erhöht sich das Risiko einer Ansteckung mit humanen Papillomaviren, wenn weitere sexuell übertragbare Krankheiten vorliegen, bei denen es zu einer Entzündung am Gebärmutterhals kommt, beispielsweise Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper).

Welche Beschwerden und Folgen kann eine Infektion mit HPV haben?

Ungefähr 80 Prozent aller Menschen, die sich mit HPV angesteckt haben, bemerken nichts von ihrer Infektion, weil keine Krankheitszeichen auftreten und die Infektion nach einiger Zeit von selbst und ohne bleibende Folgen wieder ausheilt.

Bei einem sehr kleinen Teil aller Männer und Frauen (ein Prozent) verursachen die Niedrigrisiko-Viren Feigwarzen, die zwar behandelt werden müssen, aber harmlos sind (siehe unten unter Feigwarzen)

Bei bis zu drei Prozent aller infizierten Frauen verursachen bestimmte Hochrisiko-HPV-Typen (am häufigsten HPV 16 und 18, dazu noch etwa 13 weitere Hochrisiko-HPV-Typen) Gebärmutterhalskrebs. Der Gebärmutterhals stellt den Verbindungsteil zwischen der Gebärmutter und der Scheide dar. Diese Erkrankung entwickelt sich nur bei einer chronischen HPV-Infektion, über viele Jahre und über mehrere Vorstufen. Wenn die Erkrankung bzw. die Vorstufen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt werden, können sie in der Regel gut behandelt werden.

In Zahlen ausgedrückt erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 5.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs; dies entspricht einem Anteil von 2,8 Prozent an allen Krebserkrankungen und von 1,5 Prozent an allen Krebssterbefällen bei Frauen.

Entsprechend kommen HPV-Infektionen sehr häufig vor, daraus entwickeln sich jedoch nur sehr selten Krebserkrankungen.

Auf welchem Weg werden die Viren übertragen?

Humane Papillomaviren werden hauptsächlich bei Anal-, Vaginal-, und Oralverkehr übertragen. Eine Infektion ist jedoch auch bei allen anderen Sexualpraktiken möglich, wenn Viren aus den Warzen bzw. winzigen Schleimhautveränderungen auf Schleimhaut und Haut gelangen. Durch unbemerkte feinste Einrisse und Wunden oder bei Entzündung können die Viren eindringen.

In seltenen Fällen sind auch Schmierinfektionen möglich, beispielsweise über Gegenstände oder Körperkontakt beim gemeinsamen Baden.

Eine Mutter-Kind-Übertragung ist während der Geburt möglich und kann beim Neugeborenen zu Warzen im Genitalbereich, seltener zu Warzen im Rachenbereich führen.

Die Viren verbleiben bei einigen Menschen über viele Jahre auch ohne Symptome im Körper, können aber dennoch weitergegeben werden. Deshalb liegt der mögliche Ansteckungszeitpunkt unter Umständen ebenfalls viele Jahre zurück. Aus diesem Grund ist die Feststellung einer HPV-Infektion keineswegs ein Hinweis auf Untreue in der Partnerschaft.

Wie kann man sich vor einer HPV-Infektion schützen?

Kondome verringern das Risiko einer Infektion, können sie jedoch nicht sicher verhindern.

Wenn Feigwarzen oder Zellveränderungen durch HPV festgestellt werden, sollte sich der Partner oder die Partnerin ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Mögliche Symptome des Gebärmutterhalskrebses

In den meisten Fällen verursachen Krebsvorstufen bzw. Krebs des Gebärmutterhalses keine Symptome. Mögliche Hinweise können Blutungen während des Geschlechtsverkehrs, unregelmäßige Blutungen, Blutungen nach der Menopause und ungewöhnlicher Ausfluss sein.

Diese Symptome können, müssen aber kein Hinweis auf eine Erkrankung sein; in jedem Fall sollte aber eine Untersuchung durch den Gynäkologen oder die Gynäkologin erfolgen.

Sehr wichtig: Die Früherkennungsuntersuchung!

Gebärmutterhalskrebs kann sich nur entwickeln, wenn HPV-Hochrisikotypen zu einer chronischen Infektion geführt haben und dann über mehrere Vorstufen so schwere Zellveränderungen verursachen, dass hieraus Krebs entsteht.

Man geht davon aus, dass es ungefähr 10 bis 15 Jahre dauert, bis sich aus Krebsvorstufen Krebs entwickelt. Gerade bei jüngeren Frauen gibt es aber auch deutlich kürzere Verläufe. Andererseits können sich Zellveränderungen aller Schweregrade auch wieder zurückentwickeln. Dies passiert bei leichten Zellveränderungen häufig, und umso seltener, je schwerer die Zellveränderungen sind. Die Zellveränderungen können durch den sogenannten PAP-Abstrich festgestellt werden (nach George N. Papanicolaou, 1883-1962). Wenn dabei Krebsvorstufen frühzeitig erkannt und behandelt werden, können Krebserkrankungen verhindert werden.

Beim PAP-Abstrich werden mit einem kleinen Bürstchen Zellen von der Oberfläche und aus der Öffnung des Gebärmutterhalses entnommen und auf Veränderungen hin untersucht.

Die Einführung dieser Untersuchung 1971 in Deutschland hat erheblich dazu beigetragen, dass die Erkrankungsrate an Gebärmutterhalskrebs um 60 Prozent gesunken ist. Leider nehmen immer noch viele Frauen nicht an dieser Untersuchung teil. Es wird erwartet, dass die Erkrankungsrate noch weiter gesenkt werden kann, wenn mehr Frauen zur Früherkennung gehen würden.

Die Kosten dieser Untersuchung werden von den Krankenkassen übernommen. Die Praxisgebühr muss bei Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen nicht bezahlt werden, wenn keine weitere Beratung, Untersuchung oder Behandlung damit verbunden ist.

Auffällige Befunde des PAP-Abstrichs

Zellveränderungen werden nach ihrer Art und Schwere nach den PAP-Stufen bewertet. Hierbei werden fünf Stufen unterschieden: PAP I bis PAP V. PAP I steht hierbei für einen unauffälligen Untersuchungsbefund, PAP V für den Nachweis von Krebszellen.

Bei wiederholt auffälligen oder schweren Zellveränderungen soll eine Gewebeprobe Klarheit schaffen. Dabei werden winzige Stückchen aus dem Gebärmutterhals oder aus anderen betroffenen Stellen herausgeknipst. So kann beurteilt werden, wieviel von der Haut oder Schleimhaut von den Zellveränderungen betroffen ist. Diese Gewebeproben werden nach drei CIN-Stufen bewertet: CIN 1, 2 und 3. CIN steht hierbei für Cervicale intraepitheliale Neoplasien, das heißt: oberflächliche Neubildung in der Haut/Schleimhaut des Gebärmutterhalses:

  • CIN I = leichte Zellveränderung, die bei über der Hälfte der betroffenen Frauen von selbst abheilen.
  • CIN II = mittelgradige Zellveränderungen, die bei etwa vier von zehn betroffenen Frauen von selbst wieder verschwinden.
  • CIN III = schwere Zellveränderungen, die als Krebsvorstufe gelten. Auch in diesem Stadium bilden sie sich bei ungefähr dreivon zehn betroffenen Frauen von selbst zurück.

Ein auffälliger Befund beim PAP-Abstrich muss also keineswegs bedeuten, dass eine Krebserkrankung vorliegt oder sich Krebs entwickeln wird. Ein solcher Befund heißt nur, dass die Zellveränderungen im Rahmen regelmäßiger Untersuchungen sorgfältig beobachtet und gegebenenfalls durch eine Gewebsprobe abgeklärt werden müssen. Danach entscheidet sich, ob weiter beobachtet werden kann oder ob behandelt werden muss. Hierfür gibt es eindeutige Empfehlungen, die sogenannten Leitlinien.

Behandlung heißt, dass der Bereich mit den Zellveränderungen herausgeschnitten wird, dafür gibt es verschiedene Verfahren, zum Beispiel eine Schlingenoperation oder Konisation.

Untersuchungen belegen, dass verschiedene weitere Faktoren das Entstehen von Krebs begünstigen. Hierzu gehören beispielsweise die langdauernde Einnahme der Pille, das Rauchen und eine geschwächte Immunabwehr.

Feigwarzen - Vorkommen

Ungefähr ein Prozent aller sexuell aktiven Menschen in Europa haben Feigwarzen, sogenannte Kondylome. Diese werden zu 90 Prozent durch eine Ansteckung mit HPV 6 und 11 verursacht.

Ungefähr ein Drittel aller Feigwarzen verschwinden nach einiger Zeit auch ohne Behandlung von selbst.

Krankheitszeichen

Feigwarzen treten hauptsächlich im Genital- und Analbereich, selten im Mund und Rachen, auf. Meist sind sie nur stecknadelkopfgroß und weißlich. Sie können einzeln auftreten, es können aber auch "Beete" oder selten größere, blumenkohlartige Gebilde entstehen.

Feigwarzen gehen häufig mit Juckreiz einher und sondern manchmal eine Flüssigkeit ab, die unangenehm riecht.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich, es können nur die sichtbaren Feigwarzen entfernt werden.

Dies ist auf verschiedene Weise möglich, beispielsweise durch Herausschneiden (chirurgisch), durch Kältebehandlung (Kryotherapie) oder durch Lasertherapie. Seit einiger Zeit gibt es Medikamente, die nicht nur auf die Entfernung der Warzen selbst abzielen, sondern auch über das Abwehrsystem (Immunsystem) wirken.

Die Behandlung von Feigwarzen ist häufig schwierig und langwierig; in 20-70 Prozent der Fälle treten nach sechs Monaten wieder erneut Warzen auf.

Der Partner oder die Partnerinn sollte in jedem Fall untersucht und gegebenenfalls auch behandelt werden.

Feigwarzen führen manchmal zu Problemen mit der eigenen Sexualität

Feigwarzen führen bei Betroffenen nicht selten zu psychischen Belastungen und Problemen in der Partnerschaft. Gerade jüngere Menschen sind vielfach noch unsicher in Bezug auf die eigene Sexualität und sexuelle Gesundheit.

Viele suchen zunächst keinen Arzt / keine Ärztin auf, sondern warten ab und hoffen, dass die Probleme von selbst verschwinden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen und der Gesundheit des Partners zeigt sich jedoch auch daran, ob jemand beim Verdacht auf eine sexuell übertragbare Krankheit einen Arzt / eine Ärztin aufsucht und sich behandeln lässt oder nicht.

Diese Informationen zu den Humanen Papillomaviren können Sie zusammengefasst mit den Basisinformationen "Die HPV-Impfung (HPV)" auch direkt als PDF herunterladen (siehe nachfolgenden Link "Humane Papillomaviren und HPV-Impfung“).

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