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Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten
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Behandlung der Diphtherie im alten Rom
Im alten Rom wurde die Erkrankung "syrisches Geschwür" oder "ägyptisches Übel" genannt, da sie aus dem Orient eingeschleppt worden war. Es sind einige recht abenteuerliche Behandlungsmethoden überliefert, deren Heilungserfolge vermutlich recht gering waren. So wurden beispielsweise zerstoßene Schwalbennester oder zerriebene Tausendfüßler mit Flüssigkeit vermischt und getrunken. Parallel hierzu wurden im zweiten Jahrhundert nach Christi jedoch auch schon Luftröhrenschnitte angewandt, um den Erstickungstod zu verhindern. Kinder konnten hierdurch allerdings kaum gerettet werden, da diese Behandlungsmethode häufig zum Tod durch Verbluten führte.
Mittelalterliche Schutzheilige
Mit Ausbreitung des Christentums wurden die Behandlungsmethoden der Antike verdrängt, indem nun zur Abwehr der Erkrankung verschiedene Schutzheilige angebetet wurden. Hilfe gegen den Erstickungstod versprach man sich vor allem von St. Blasius, dem Schutzpatron gegen Halsleiden. Beim so genannten Blasiussegen wurden dem Gläubigen unter Beten zwei kreuzförmig gebundene brennende Kerzen vor den Hals gehalten. Auch ein um den Hals gebundener Strumpf oder schwarze Halsbänder sollten vor der Krankheit schützen.
Medizinforschung in der Neuzeit
Im 15. Jahrhundert begannen Ärzte Leichen zu öffnen, obwohl die Erforschung des menschlichen Körpers von der Kirche verboten worden war. Künstler wie Leonardo da Vinci stellten anatomisch genaue Zeichnungen vom Menschen her und ebneten hiermit neuen Behandlungsansätzen den Weg. Seine Darstellung der Anatomie des Halses rückte den Luftröhrenschnitt als eine Behandlungsform der Diphtherie wieder ins Zentrum der Überlegungen. Die Kirche wehrte sich vehement gegen diese Abkehr von ihrem Weltbild und versuchte erneut, die These zu verankern, Krankheit sei eine Strafe. So wurde die Halsbräune von der katholischen Kirche als Strafe des Herrn für Luthers Abspaltungsversuche gewertet. Die verheerende Diphtherie-Epidemie im 16. Jahrhundert wurde mit Hexerei begründet und von der katholischen Kirche benutzt, um deutlich zu machen, dass jede Abkehr vom Glauben mit dem Tod bestraft wird. .
Friedrich August Löffler entdeckt die Diphtherie-Bakterien
Im 19. Jahrhundert setzten sich langsam erste Erkenntnisse zu den wirklichen Verursachern der Diphtherie durch. Friedrich August Loeffler (1852-1915) gelang es erstmals, die entsprechenden Bakterien anzuzüchten. In weiteren Schritten konnte er auch nachweisen, dass diese Bakterien Gifte bilden, die zu schweren Organschäden führen können. Die im 19. Jahrhundert vorerst noch übliche Methode zur Behandlung der am häufigsten vorkommenden Rachen- und Kehlkopf-Diphtherie war der Luftröhrenschnitt. Viele Patienten starben jedoch an diesem Eingriff.
Einen wirklichen Erfolg stellte erst Emil Behrings bahnbrechende Entdeckung der Serumtherapie dar. Durch diese Behandlung konnten die Gifte, die die Bakterien ausscheiden, neutralisiert und Organschäden so verhindert werden. Die Sterberate ging mit dieser Behandlung erstmals zurück und viele Erkrankte wurden geheilt. Eine Infektion schon im Vorfeld zu verhindern, machte jedoch erst die Impfung möglich. Heute kommt Diphtherie in Deutschland dank hoher Impfraten nur noch selten vor.
Im Zeitalter der Globalisierung besteht durch die hohe Mobilität immer die Gefahr, dass hier nur selten vorkommende Erkrankungen wieder eingeschleppt werden. Ein Impfschutz darf deshalb auch hier auf keinen Fall vernachlässigt werden.

