Portrait

Emil Behring entwickelt die Serumtherapie

Der Krankheitsbegriff Diphtherie kam Anfang des 19. Jahrhunderts auf. Über die Hälfte aller Erkrankten starb damals noch an Diphtherie. Erst nachdem Emil Behring (1854-1917) die sogenannte Serumtherapie entwickelt hatte, konnte die Krankheit behandelt werden.

Der Nobelpreis für die Entwicklung der Serumtherapie

Die schweren Krankheitserscheinungen der Tetanus- und Diphtherie-Infektion werden durch Gifte verursacht, welche die Bakterien ausscheiden. Eine erfolgreiche Behandlung der Diphtherie wurde erstmals durch die so genannte Serumtherapie möglich, die Emil Behring entwickelte. Am 30. Oktober 1901 erhielt er hierfür den ersten Nobelpreis der Medizin.

Im Rahmen seiner Forschung über Heilseren entdeckte Emil Behring dann gemeinsam mit dem Japaner Schibasaburo Kitasato, dass das Blut von Tieren, die gegen Tetanus immun sind, als Gegengift im Falle einer Erkrankung eines Menschen verwendet werden kann.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann nach umfassenden Forschungen die Produktion eines Diphtherie-Antitoxins. Hierzu wurde das Diphtherie-Toxin unter die Haut von Pferden gespritzt. Das einige Zeit später entnommene Blut enthielt nun das Gegengift, welches zur Behandlung eingesetzt wurde. Antitoxin zur Behandlung der Diphtherie wird auch heute noch aus Pferdeblut gewonnen.

In den folgenden entwickelte Emil Behring Jahren dann auch einen Impfstoff gegen Diphtherie, der im Jahr 1913 erstmals eingesetzt wurde. Stefan Winkle beschreibt in seinem Buch "Geißeln der Menschheit" die Situation vor Einführung der Serumtherapie: "Heute vermögen wir uns kaum mehr eine Vorstellung von der Bedrohung zu machen, welche die Diphtherie für die Kinder bedeutete. Vielleicht gelingt es, wenn wir einmal auf dem Friedhof einer kleinen Gemeinde Grabsteine sehen, auf denen vermerkt ist, dass dort drei oder gar mehr Kinder einer einzigen Familie als Opfer der Diphtherie bestattet sind. Dass man diese Ängste so gründlich vergessen konnte, ist das Verdienst Behrings." (Stefan Winkle, Geißeln der Menschheit, Artemis 6 Winkler-Verlag, 1997).

 
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