Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten

Windpocken

Windpocken-Viren werden extrem leicht übertragen - fast jeder Kontakt mit einer erkrankten Person führt zur Ansteckung.

Wie werden Windpocken übertragen und wie verläuft die Erkrankung?

Die Windpocken-Viren (Varicella Zoster), werden durch Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten und Niesen, übertragen.

Eine Ansteckung ist auch möglich, wenn die sehr virenhaltige Flüssigkeit aus den Bläschen des Hautausschlags eingeatmet wird. Die virenhaltigen Tröpfchenkerne schweben lange Zeit in der Luft; deshalb sind auch Infektionen über große Entfernungen beschrieben, und die Krankheit hat daher zu Recht den Namen Windpocken.

Ungefähr ein bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es häufig zu Fieber und Abgeschlagenheit. Dann entwickelt sich ein Hautausschlag mit Bläschenbildung, der im Gesicht und am Körper beginnt und sich anschließend auch auf Arme und Beine ausbreitet. Auch die Schleimhäute und die behaarte Kopfhaut können betroffen sein. Die stark juckenden Bläschen heilen nach ein bis zwei Wochen ab und hinterlassen keine Narben.

Können Windpocken behandelt werden und welche Folgeschäden können auftreten?

Die Erkrankung selbst kann nicht behandelt werden. Auch nach Ausheilen der Erkrankung können die Viren in bestimmten Bereichen der Nervenendigungen verbleiben. Vor allem bei immungeschwächten und älteren Menschen können diese Viren dann später wieder aktiv werden. Dann kommt es zu einem sehr schmerzhaften Hautausschlag und einer Entzündung im Bereich des betroffenen Nervs. Es entwickelt sich eine sogenannte Gürtelrose (Herpes Zoster). Die Nervenschmerzen können noch viele Jahre nach Abheilen einer Gürtelrose bestehen bleiben.

Während der Infektion ist eine sorgfältige Hautpflege besonders wichtig, um eine zusätzliche eitrige, das heißt bakterielle Entzündung der Bläschen zu verhindern.

Insgesamt verläuft die Erkrankung bei Jugendlichen und Erwachsenen schwerer und hat eine höhere Komplikationsrate, hier ist vor allem die Lungenentzündung zu nennen.

Bei einer Ansteckung während der frühen Schwangerschaft können sich beim Ungeborenen schwere Fehlbildungen entwickeln.

Wenn sich eine (werdende) Mutter fünf Tage vor beziehungsweise zwei Tage nach der Geburt ihres Kindes ansteckt, ist der Krankheitsverlauf des angesteckten Neugeborenen häufig schwer. In diesem Fall stirbt fast ein Drittel der Neugeborenen an der Erkrankung.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Sie können Ihr Kind durch eine zweimalige Impfung sicher vor einer Infektion mit Windpocken schützen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten, entweder zeitgleich mit der ersten Masern-Mumps-Röteln-Impfung oder frühestens vier Wochen danach. Vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung - im Alter von 15 bis 23 Monaten - erfolgt eine zweite Teilimpfung gegen Windpocken.

Es kann auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV-Kombinationsimpfstoff) angewendet werden.

Alle Kinder, die weder geimpft sind, noch eine Erkrankung durchgemacht haben, sollten im Alter von neun bis 17 Jahren nachgeimpft werden.

Auch Frauen mit Kinderwunsch sollten sich gegen Windpocken impfen lassen.

 
611