Portrait

Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie

Similia similibus, Gleiches mit Gleichem zu behandeln, so lautet der Grundsatz der Homöopathie, den Samuel Hahnemann (1755-1843) 1796 erstmals formulierte. Sein Hauptwerk "Organon" ist bis heute Grundlage der homöopathischen Behandlung.

Samuel Hahnemann wurde 1755 in Meißen geboren. Obwohl die Eltern in großer Armut lebten, konnte ihm der Schulbesuch und anschließend ein Medizinstudium in Leipzig ermöglicht werden. Hahnemann war sehr sprachbegabt und bestritt seinen Lebensunterhalt mit Übersetzungen und Sprachunterricht. 1779 schloss er sein Medizinstudium in Erlangen ab und ließ sich nach seiner Eheschließung mit Henriette Küchler in Dresden nieder. Seine zunehmende Unzufriedenheit mit den zu der Zeit üblichen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten führte dazu, dass er sich mehr und mehr seinen Übersetzungen widmete und keine Patienten mehr behandelte.

Im Rahmen der Übersetzung von Cullens "Materia Medica" stieß er auf eine Behandlungsmöglichkeit des Wechselfiebers mit Chinarinde. Überrascht stellte er bei einem Selbstversuch fest, dass die Einnahme von Chinarinde bei Gesunden zu den Symptomen des Wechselfiebers führte. Hahnemann leitet hieraus das Heilungsprinzip ab, dass Erkrankungen durch Arzneimittel geheilt werden können, die bei gesunden Menschen die gleichen Symptome hervorrufen, wie sie der Kranke zeigt. Im Jahr 1796 veröffentlichte er hierzu erstmals einen Zeitungsartikel mit der Überschrift "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen nebst einigen Blicken auf die bisherigen". Seine Thesen wurden von großen Teilen der Ärzteschaft vehement abgelehnt, fanden jedoch auch viele Anhänger.

1829 wurde der Zentralverein homöopathischer Ärzte gegründet, der bis heute existiert. Anlässlich des 250. Geburtstages von Samuel Hahnemann hat der Zentralverein das Jahr 2005 zum Jahr der Homöopathie erklärt. Aufgrund der unterschiedlichen Behandlungsgrundsätze sind homöopathische Heilmethoden im Rahmen der Schulmedizin auch heute noch umstritten. Hahnemann selbst war kein Impfgegner. Eine häufig unterstellte generelle Impfablehnung ist auch bei heutigen Homöopathen nur selten zu finden.

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