Suche im Portal
Rahmenbedingungen des Impfsystems
Basisinformationen
Sonstiges
Naturwissenschaftliche Forschungen verändern die Medizin
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die alte Säftelehre von Galen langsam durch das "Bakteriologische Zeitalter" abgelöst. Zunehmend setzte sich die Erkenntnis durch, dass Krankheiten zum Teil durch Mikroorganismen verursacht werden. Aber auch schon vor dieser Zeit war bekannt, dass Krankheiten übertragen werden können. Deutlich wurde dies vor allem durch Forschungen von Ignaz P. Semmelweis, der nachwies, dass das Kindbettfieber durch mangelnde ärztliche Hygiene verursacht wird. Robert Koch widmete sich schon während seines Studiums in zahlreichen Forschungsarbeiten dem Thema Mikroorganismen. Erschwert waren Forschungsansätze zu dieser Zeit noch dadurch, dass Erreger nicht sichtbar gemacht und abgebildet werden konnten. Durch Robert Kochs neue Versuchstechniken, beispielsweise die Mikrofotografie, wurden erstmals Mikroorganismen dargestellt und konnten klassifiziert werden.
Die Entdeckung des Milzbranderregers und der Tuberkelbazillen
In besonderem Maß widmete sich Robert Koch Untersuchungen zum Erreger des Milzbrandes. Die Forschungen hierzu waren deshalb von so großer Bedeutung, weil eine Übertragung der Erkrankung durch Bakterien in der Regel bekannt und nachweisbar war, manchmal aber offensichtlich auch ohne deren Nachweis erfolgte. Diese Besonderheit wurde von Gegnern dieser neuen Forschungsrichtung genutzt, um die gesamte Entwicklung der Bakteriologie in Frage zu stellen.
Erst als Robert Koch nachweisen konnte, dass diese Bakterien auch außerhalb des Körpers lebensfähige Sporen bilden, die ebenfalls eine Übertragung verursachen können, waren letzte Zweifel beseitigt.
Zunehmend entwickelten sich neue Verfahren zum Nachweis von Erregern. Durch spezielle Färbemethoden gelang Robert Koch im Jahr 1882 der Nachweis der Tuberkelbazillen, die auch Koch'sche Bakterien genannt wurden. Diese Entdeckung gilt als die wichtigste in seinem Forscherleben.
Bakteriologie als Basis gesellschaftlicher Veränderungen
Durch die Weiterentwicklung der Bakteriologie konnten nun auch Methoden zur Ursachenbekämpfung entwickelt werden. Hygiene wurde mehr und mehr zu einem eigenständigen Fachbereich, der nicht nur die Desinfektion, sondern auch die Abfall- und Abwasserbeseitigung und die Wasserversorgung umfasste. Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse wurden das gesamte öffentliche Gesundheitswesen und darüber hinaus die städtischen Versorgungsstrukturen um- und neugestaltet und eine wirksame Seuchenbekämpfung konnte etabliert werden.
1882 wurde in Zusammenarbeit mit Robert Koch die Neufassung des Reichsimpfgesetzes erarbeitet. Durch die verbesserte Hygiene und die Einführung von Impfungen konnten die Infektionsraten zunehmend gesenkt und die Lebenserwartung gesteigert werden.
Robert Kochs umfassende medizinische Laufbahn wurde 1905 mit dem Nobelpreis gewürdigt.

