Entwicklungsbereiche und Entwicklungsschritte

Auf einen Blick

Etappen in der Sprachentwicklung

Kinder entwickeln ihre sprachlichen Fähigkeiten in teils großen zeitlichen Spannbreiten. Hier finden Sie einige Anhaltspunkte im Überblick.

Entwicklung in großer zeitlicher Spannbreite

Zeitpunkt und Tempo der sprachlichen Entwicklung können von Kind zu Kind höchst unterschiedlich sein. Die Übersicht bietet Ihnen einen groben Anhaltspunkt. Allerdings beziehen sich die oft großen zeitlichen Spannbreiten in den Altersangaben vor allem auf das Sprechen, weniger auf das Verstehen.

  • Häufig nutzen Kinder auch mehrere Etappen der Sprachentwicklung eines bestimmten Alters gleichzeitig nebeneinander, wechseln also von einer Phase in die andere.
  • Zuweilen können sich die Sprachetappen auch überschneiden und folgen nicht strikt eine nach der anderen, wie es nach der Tabelle den Anschein haben könnte.
  • Gerade in der Sprachentwicklung legen manche Kinder auch schon mal eine Pause ein, weil sie zwischendurch zum Beispiel zu sehr damit beschäftigt sind, ihre motorischen Fähigkeiten zu üben.

Anhaltspunkte für die sprachliche Entwicklung des Kindes

Alter (ca.)

Sprechstadium

Verstehen

0-1 Monat

Schreien

Ihr Kind "versteht" die Gefühle hinter dem Klang Ihrer Stimme.

2-3 Monate

Gurren: "Rrrr, grrr…"


Ab 3 Monate

Lachen. Vokalartige Laute. Spielerisches Erproben der Stimme: "a", "i"; quietschen, brummen, kreischen, flüstern

Ihr Kind "antwortet", wenn es angesprochen wird. Es sucht mit den Augen nach einer Schallquelle.

4 Monate


Ihr Kind dreht den Kopf in Richtung einer Schallquelle; es erkennt vielleicht schon seinen Namen.

6-9 Monate

Plapperstadium, Silbenketten. Wenig später Verdopplung von Silben: "da-da-da-da", "ba-ba-ba-ba", "da-da", "ba-ba".

Im Rede- und Antwortspiel mit Ihnen "antwortet" Ihr Kind mit verschiedenen Tönen und Lauten. Ab etwa 8 Monaten erstes Wortverständnis.

9-13 Monate

Erste Wörter. Verdopplung von Silben mit symbolischer Bedeutung (Babysprache): "Mama", "Papa", zum Beispiel "nam-nam" für Essen.

Ihr Kind winkt "Auf Wiedersehen", klatscht in die Hände, wenn es sich freut, schüttelt den Kopf bei "Nein". Es versteht einfache Aufforderungen ("Gib mir den Ball") und reagiert sinngemäß auf Fragen wie "Wo ist der Papa?"

18-20 Monate

50-200 Wörter (ohne Papa und Mama): "wau-wau", "Ball", "Licht".


20-24 Monate

Beginn der Zweiwortsätze: "Mama spielen.", "Jonas müde." Erstes Fragealter: "Is das?"


2 ½ Jahre

Drei- und Mehrwortsätze, erster Ich-Gebrauch: "Mama ist fortgegeht.", "Ich bin müde."


3 Jahre

Sprunghafte Zunahme des Wortschatzes. Fragealter: Wer, wie, was, warum …: "Warum ist Papa weg?", "Wo ist das Kind?"

Ihr Kind kann kurzen Geschichten folgen.

4 Jahre

Bis auf wenige Laute (s, sch) können in der Regel alle Laute korrekt ausgesprochen werden.


4-5 Jahre

Sätze werden richtig gebildet, aber oft noch mit falscher Bildung der Zeitformen: "Ich habe aber gar nichts mitgenehmt." Kleine Geschichten werden nacherzählt.

 
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