Vom Säugling zum Kleinkind: Das 1. Lebensjahr

Vom Säugling zum Kleinkind: Das 1. Lebensjahr

Jedes Kind ist einzigartig

Jedes Kind hat seine Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen. Es entwickelt sich auf ganz persönliche Weise und in seinem eigenen Tempo.

Eine Persönlichkeit von Anfang an

Sicherlich haben Sie als Eltern schon lange vor der Geburt Vorstellungen von Ihrem Kind und von dem gemeinsamen Leben entwickelt. Sie sind bereit, es zu umsorgen und ihm Ihre Liebe und Zuwendung zu schenken.

Dennoch müssen auch Sie Ihr Kind mit all seinen Eigenheiten und Bedürfnissen erst noch kennen lernen:

  • Kinder sind von Geburt an verschieden.
  • Jedes Kind entwickelt sich in seinem individuellen Tempo und auf seine eigene, einzigartige Weise. Es hat seine persönlichen Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen.
  • Auch wie viel Anregung und Abwechslung, wie viel körperliche Nähe und gefühlsmäßige Zuwendung ein Kind braucht, ob es eher ruhig oder lebhaft ist, ob es viel oder wenig schreit, ist von Kind zu Kind ganz verschieden.
  • Wie deutlich ein Kind seine unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse mitteilt, ist ebenfalls bei jedem Kind anders.

All dies macht auch Ihr Kind einzigartig und es entscheidet selbst, wie viel Anregung und Abwechslung es braucht.

Ihr Baby ist von Geburt an aktiv dabei

Ihr Baby spielt vom ersten Moment an - vor allem in der Beziehung zu Ihnen - bereits eine aktive Rolle. Es teilt Ihnen auf vielfältige Weise mit, was es braucht, ob es sich behaglich oder unbehaglich fühlt. Schon jetzt weiß es sich mit Ihnen zu "unterhalten", Ihnen zu "antworten":

  • Es entspannt sich beim Klang Ihrer Stimme.
  • Es schläft zufrieden in Ihrem Arm ein, wenn Sie es liebkosen.
  • Es kann aber auch seinen Unmut, Hunger oder sein Unbehagen ausdrücken, indem es unruhig ist, quengelt oder schreit, sich abwendet oder steif macht.

Das Baby kennen lernen

Damit ein Kind heranreifen und seine Fähigkeiten entfalten kann, ist es auf den Schutz, die Fürsorge und Zuwendung seiner Eltern angewiesen. Es braucht Verständnis und Aufmerksamkeit gegenüber seinen persönlichen und entwicklungsbedingten Eigenheiten und Bedürfnissen und die Bereitschaft seiner Eltern, diese Bedürfnisse zuverlässig zu befriedigen. Geborgen und sicher kann es seiner natürlichen Neugier und seinem angeborenen Erkundungsdrang folgen.

Das Kennenlernen und Vertrautwerden mit Ihrem Baby bedeutet für Sie als Mutter oder Vater, Ihr Kind mit all seinen Eigenheiten "lesen" zu lernen - auf sein Verhalten zu achten und sich von seinen Bedürfnissen leiten zu lassen. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, dass sich Ihr Kind wohlfühlt und gut entwickelt und es auch Ihnen als Eltern gut geht.

Anfängliche Unsicherheiten sind normal und verständlich

Die meisten Eltern sind anfangs noch unsicher mit ihrem Baby. Das ist normal und verständlich, vor allem wenn sie noch keine Erfahrung als Eltern haben oder das Kind mit einer Behinderung oder einer Erkrankung auf die Welt gekommen ist.

Aber die Natur sorgt dafür, dass Eltern meist intuitiv das Richtige tun:

  • Wenn das Kind unruhig ist, versuchen sie es durch sanftes Zureden, Streicheln, Wiegen oder Tragen zu beruhigen.
  • Wenn ein Kind schreit, versuchen sie die Ursache herauszufinden und es zu trösten. Meist können Eltern schon bald unterscheiden, ob ihr Kind schreit, weil es hungrig oder müde ist, eine volle Windel hat oder einfach Zuwendung möchte.
  • Sie wissen meist, welche Anregungen ihr Baby braucht und können sie angemessen dosieren.
  • Sie können sich ihrem Baby durch Sprache, Mimik und Gestik verständlich machen.

Ohne dass es Eltern erst gesagt werden muss, übernehmen sie meist intuitiv, wozu ihr Kind selbst noch nicht in der Lage ist: Sie stützen seinen Kopf ab, solange das Kind ihn noch nicht allein halten kann; sie nehmen das Kind auf den Arm, zeigen ihm Dinge und geben ihm, sobald es greifen kann, was es allein noch nicht erreichen kann.

 

Als Eltern müssen Sie nicht perfekt sein

Natürlich können und müssen Sie auch als Eltern nicht perfekt sein. Im Alltag mit Ihrem Kind werden Sie immer wieder an Ihre Grenzen stoßen und auch Fehler machen. Das gehört dazu und zum Glück brauchen Kinder auch keine perfekten Eltern. Sie brauchen vielmehr Eltern, auf die sie sich verlassen können und bei denen sie sich sicher und geborgen fühlen.

 
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