Alltagstipp

Wenn der Schlaf ständig zu kurz kommt: Überzeugen und Kompromisse schließen

Wenn Kinder zu Jugendlichen werden, steigen ihre Ansprüche auf Freiraum und Selbstbestimmung - auch was das Schlafverhalten betrifft. Vorschriften und Verbote sind bei Konflikten jedoch kaum der richtige Weg.

Teilen Sie Ihrem Kind Ihre Sorge mit

Wenn Sie der Ansicht sind, dass Ihr heranwachsendes Kind zu wenig schläft und deshalb sein Schlafverhalten ändern sollte, sollten Sie in Ruhe mit ihm darüber reden. Teilen Sie ihm Ihre Sorge mit und begründen Sie Ihre Forderungen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Folgen chronischer Schlafmangel sowohl für seine Leistungsfähigkeit als auch für sein Wohlbefinden und seine Entwicklung haben kann, ohne jedoch zu "dramatisieren". In der Regel wissen Jugendliche selbst ganz genau, dass es ihnen nicht gut geht, wenn der Schlafmangel überhand nimmt und sie tagsüber ständig müde sind.

Wichtig ist, dass Sie dann im Gespräch gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten und Kompromissen suchen. Versuchen Sie, eine Regelung zu finden, die Ihrer Sorge entgegenkommt, aber auch die Wünsche und Bedürfnisse Ihres Kindes berücksichtigt.

Handeln Sie Kompromisse aus

Ein Ansatzpunkt für die Suche nach Lösungsmöglichkeiten und Kompromissen könnte das gemeinsame Nachdenken darüber sein, wann und wie Ihr Kind verpassten Schlaf nachholen und chronischen Schlafmangel verhindern kann. Beispiele hierfür können sein:

  • Treffen Sie feste Absprachen, nach denen Ihr Kind zumindest an einem Teil der Wochentage spätestens um 22 Uhr zu Bett geht.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind gegebenenfalls zu mehr Bewegungsaktivitäten. Fußballspielen, Radfahren oder regelmäßiger Sport im Sportverein können dazu beitragen, dass sich abends eher Müdigkeit einstellt.
  • Handeln Sie eine dem Alter angemessene, relativ großzügige Lösung für den Freitag- oder Samstagabend aus. Erwarten Sie aber im Gegenzug, dass Ihr Kind am Folgetag spätestens um zehn Uhr aufsteht und am Sonntagabend zeitig schlafen geht, um wieder in den "richtigen Rhythmus" zu finden.
  • In Prüfungszeiten und vor Klassenarbeiten können "strengere" Lösungen verabredet werden als zu Zeiten, die schulisch nicht ganz so fordernd sind (zum Beispiel zwei Abende vor Prüfungen und Klassenarbeiten spätestens um 22 Uhr ins Bett gehen).
  • Eine Möglichkeit, Schlaf nachzuholen, ist auch ein täglicher Mittagsschlaf nach der Schule, der aber zeitlich klar begrenzt ist ("napping"), damit dadurch die Zubettgehzeit am Abend nicht noch weiter nach hinten verschoben wird.

Dies sind nur Beispiele - Sie werden mit Ihrem Kind im konkreten Einzelfall bestimmt Ihre eigenen Lösungen, Kompromisse und Regeln finden. Wichtig ist, dass Sie im Gespräch bleiben und Regeln auch immer wieder neu angepasst werden können, wenn sich Rahmenbedingungen oder Bedürfnisse ändern.

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