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Humane Papillomaviren (HPV) und Impfung
Basisinformationen
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Häufig gestellte Fragen
Der Impfstoff ist in Europa auch für Jungen zwischen neun und 15 Jahren zugelassen, wird in Deutschland für Jungen jedoch nicht empfohlen. Die Impfung erfolgt in drei Dosen im Abstand 0 und 1 bzw. 2 Monate (je nach Impfstoff) und 6 Monate in die Oberarmmuskulatur.
Kosten
Die Kosten der Impfung betragen zurzeit (2010) ca. 160 Euro pro Impfeinheit, das heißt ca. 480 Euro für die komplette Impfung. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Bei reinen Impfleistungen muss keine Praxisgebühr bezahlt werden.
Impfärzte und Impfärztinnen
Die HPV-Impfung kann von Ärzten oder Ärztinnen der Kinder und Jugendmedizin, der Allgemeinmedizin, der Inneren Medizin oder der Frauenheilkunde vorgenommen werden.
Impfstoffe
Zurzeit sind zwei Impfstoffe verfügbar:
- Ein Vierfach-Impfstoff. Er richtet sich gegen die Feigwarzen verursachenden Niedrigrisiko-HPV 6 und 11 sowie gegen die Hochrisiko-HPV 16 und 18.
- Ein Zweifach-Impfstoff. Er richtet sich nur gegen die Hochrisiko-HPV 16 und 18.
Wovor schützt die Impfung?
Die Impfung wirkt nur gegen die jeweils angegebenen Virus-Typen sehr sicher und nur dann, wenn sich das Mädchen oder die Frau mit diesen HPV-Typen noch nicht angesteckt hat., Der Vierfach-Impfstoff wirkt zum Teil auch gegen Hochrisiko-HPV 31. Vor einer Ansteckung mit anderen HPV-Typen schützt die Impfung nicht.
Es ist also nach der Impfung eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Aus diesem Grund ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, weiterhin zur Früherkennung zu gehen.
Wie wirkt eine Impfung?
Der Impfstoff enthält virusähnliche Partikel. Er enthält keine echten Virusbestandteile und kann deshalb auch keine Erkrankung verursachen.
Bei einer Impfung werden die gleichen Vorgänge nachgeahmt, mit denen sich der Körper aus eigener Kraft gegen das Eindringen von Krankheitserregern wehrt. Im Unterschied zu einer Infektion mit echten krankmachenden Erregern kann er bei diesem "Training" jedoch nicht ernsthaft erkranken.
In der Regel sind mehrere "Trainingseinheiten" notwendig, bis der Körper einen vollständigen Schutz aufgebaut hat. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle vorgeschriebenen Impfeinheiten gegeben werden. Dies sind bei beiden HPV-Impfstoffen drei Einzelimpfungen.
Bei einigen Impfungen ist nach mehreren Jahren eine Auffrischungsimpfung notwendig, um den sicheren Schutz zu erhalten.
Wann ist der HPV-Impfschutz vollständig und wie lange hält er an?
Bei jeder Impfung muss das vollständige Impfschema eingehalten werden, damit der Körper einen sicheren Schutz aufbauen kann. Bei der HPV-Impfung sind dies drei Impfeinheiten, wobei die zweite Impfdosis - je nach Impfstoff - ein bzw. zwei Monate und die dritte Impfung sechs Monate nach der ersten Impfung gegeben wird (0, 1 bzw. 2 und 6 Monate).
Ob die Impfung einen lebenslangen Schutz hinterlässt oder ob eine Auffrischungsimpfung erforderlich ist, lässt sich zurzeit noch nicht beantworten. Die bisherige Beobachtungsdauer in den laufenden Studien reicht dafür noch nicht aus.
Warum wird die Impfung für 12- bis 17-Jährige empfohlen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren, weil ein Schutz möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt aufgebaut werden soll.
Untersuchungen zeigen, dass das Risiko einer Ansteckung mit HPV mit jedem neuen Partner zunimmt. Im Alter von 20 bis 24 Jahren haben sich über 40 Prozent aller sexuell aktiven Frauen bereits mit dem Virus angesteckt.
Aus diesem Grund hat die STIKO entschieden, die Impfung für Mädchen in einem Alter zu empfehlen, in welchem die meisten noch keine sexuellen Kontakte hatten.
Über 18-jährige Frauen, die an der Impfung interessiert sind, sollten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, ob eine Impfung noch sinnvoll ist oder nicht. Die Impfung kann nur gegen die HPV-Typen schützen, mit denen sich ein Mädchen oder eine Frau noch nicht angesteckt hat.
Wie wird der Nutzen der HPV-Impfung eingeschätzt?
Die Wirksamkeit der Impfung wurde in vier großen Studien untersucht. (FUTURE-Studie I und II = Female United To Unilaterally Reduce Endo/Ectocervical Disease)
Die Ergebnisse zeigen, dass die Impfung eine Ansteckung mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen wirksam verhindert. Sie verhindert jedoch nicht die Ansteckung mit anderen krebsverursachenden HPV-Typen. Ausnahme: Der Vierfach-Impfstoff schützt zum Teil auch gegen den Hochrisiko-Typ 31.
Das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, beträgt in Deutschland für nicht geimpfte Frauen ungefähr ein Prozent. Für geimpfte Frauen wird erwartet, dass sich dieses Risiko auf weniger als die Hälfte verringert . Für eine genaue Aussage reicht die bisherige Beobachtungsdauer noch nicht aus.
Wann wirkt die Impfung nicht?
Untersuchungen zeigen, dass die Impfung keinerlei Schutzwirkung hat, wenn Frauen bereits vor der Impfung mit den entsprechenden HPV-Typen infiziert sind. Ein positiver Einfluss auf bereits bestehende HPV-Erkrankungen wurde nicht festgestellt.
Impfnebenwirkungen
Bis Ende 2009 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 980 Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen gemeldet.
Bei den Impfstoffen sind in den Zulassungsstudien folgende Nebenwirkungen aufgetreten:
- Schmerz an der Injektionsstelle ca. 80 Prozent
- Schwellung und Rötung 25 Prozent
- Juckreiz drei Prozent
- Fieber zehn Prozent
Beim Zweifach-Impfstoff werden zusätzlich angegeben:
- Kopf- oder Muskelschmerzen über zehn Prozent
- Magen-Darm-Beschwerden ein bis zehn Prozent
Acht Prozent aller Ereignisse, die nach der Markteinführung gemeldet wurden, werden als schwerwiegend eingestuft. Darunter finden sich:
- Guillain-Barré-Syndrom, eine Nervenstörung, die zu Muskelschwäche führt. Es kommt bei ein bis zwei von 100.000 Teenagern vor. Es fand sich kein Hinweis darauf, dass es durch die Impfung verursacht wurde.
- Blutgerinnsel in Herz, Lunge oder Bein. Bei den meisten der betroffenen Mädchen und Frauen lag dafür bereits vor der Impfung ein erhöhtes Risiko vor: Einnahme der Pille, Rauchen, starkes Übergewicht oder andere.
Todesfall im zeitlichen Zusammenhang mit einer HPV-Impfung
Im Sommer 2007 wurde dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ein plötzlicher Todesfall einer 17-jährigen Frau gemeldet, die am Vortag die zweite Dosis des Impfstoffes gegen HPV 6, 11, 16 und 18 erhalten hatte. Ebenfalls wurde ein Todesfall aus Österreich im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gemeldet.
Die Untersuchungen haben hierbei keine Hinweise auf eine mögliche Todesursache ergeben. Das PEI weist darauf hin, dass es in jedem Lebensalter unklare Todesfälle gibt. Bei jungen Menschen kommen sie sehr selten vor. Dennoch muss damit gerechnet werden, dass bei Impfungen großer Bevölkerungsgruppen ein plötzlicher unklarer Todesfall auch einmal in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung auftreten kann.
Was wir wissen
- Die HPV-Impfung gegen HPV 6, 11, 16 und 18 schützt zuvor noch nicht infizierte Frauen zu nahezu 100 Prozent vor einer Infektion durch die im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen und ihren Folgen. Bei geimpften Frauen wurden keine Feigwarzen und Zellveränderungen festgestellt, die durch diese HPV-Typen verursacht wurden.
- Die Impfung wirkt mit einer Ausnahme nicht gegen andere krebsverursachende HPV-Typen.
- Die Impfung hat keinerlei schützenden oder heilenden Effekt, wenn die Frauen bereits mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen infiziert sind.
Was wir noch nicht wissen
- Es ist noch nicht bekannt, wie lange ein Schutz anhält und ob eine Auffrischungsimpfung nötig ist.
- Es gibt noch keine Daten zu langfristigen Impfnebenwirkungen.
- Es ist nicht bekannt, ob oder wie sich die Einführung der Impfung auf die Teilnahmerate an der Früherkennungsuntersuchung auswirken wird.
- Es ist noch nicht bekannt, in welchem Ausmaß die Rate der Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses durch die Impfung tatsächlich gesenkt werden kann, weil die bisherige Beobachtungsdauer noch nicht ausreicht.
Downloads
-
Humane Papillomaviren (HPV) und HPV-Impfung (pdf)
Hier finden Sie zusammengefasste Informationen zum Thema Humane Papillomaviren (HPV).
-
Häufige Fragen zur HPV-Impfung (pdf)
Die häufigsten Fragen und Antworten zu HPV und zur HPV-Impfung sind hier zusammengestellt.
Link-Tipps
- "Die HPV-Impfstoffe: Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs"
- "Gebärmutterhalskrebs: Ursachen und Risikofaktoren"
- "Humane Papillomviren - Ein Risiko für die Gesundheit?" (PDF)
- "Humane Papillomviren als Krebsauslöser"
- "Spezial: HPV-Impfung"
Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums informiert auf dieser Seite ausführlich über die HPV-Impfung, unter anderem wovor sie schützt, welche Impfstoffe zur Verfügung stehen und wie sie getestet wurden, und beantwortet zahlreiche weitere Fragen rund um die Impfung. (Recherchedatum: 18.08.2010)
Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums informiert auf dieser Seite über die möglichen Ursachen und Risikofaktoren für die Entwicklung des Gebärmutterhalskrebses. (Recherchedatum: 18.08.2010)
Das zweiseitige Informationsblatt des Krebsinformationsdienstes (KID) fasst die wichtigsten Informationen zu humanen Papillomaviren zusammen und versteht sich als Grundlage für die weitere Informationssuche. Als PDF zum Herunterladen. (Recherchedatum: 18.08.2010)
Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums informiert auf dieser Seite ausführlich über humane Papillomaviren, wie sie übertragen werden, wie man sich davor schützen kann, welche zusätzlichen Risikofaktoren die Krebsentstehung durch HPV-Hochrisikotypen begünstigen und einiges mehr. (Recherchedatum: 18.08.2010)
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bietet auf dieser Seite seines Internetangebots gesundheitsinformation.de vielfältige Informationen zur HPV-Infektion und zur Impfung. Darunter finden sich auch ein Flyer und ein Artikel, die speziell Mädchen ansprechen. (Recherchedatum: 18.08.2010)

