Durch Impfen vermeidbare Infektionskrankheiten

Die HPV-Impfung

Seit Juli 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahre

Der Impfstoff ist in Europa auch für Jungen zwischen neun und 15 Jahren zugelassen, wird in Deutschland jedoch nicht empfohlen. Die Impfung erfolgt in drei Dosen im Abstand 0 und 1 / 2 Monate (je nach Impfstoff) und 6 Monate in die Oberarmmuskulatur.

Kosten

Die Kosten der Impfung betragen zurzeit 155 Euro pro Impfeinheit, das heißt 465 Euro für drei Impfungen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Bei Impfleistungen muss keine Praxisgebühr bezahlt werden.

Impfärzte/-ärztinnen

Die HPV-Impfung kann von dem Kinder- und Jugendarzt bzw. der Kinder- und Jugendärztin, dem Hausarzt/der Hauärztin (Allgemeinmedizin oder Innere Medizin), aber auch in einer gynäkologischen Praxis vorgenommen werden.

Impfstoffe

Zurzeit sind zwei Impfstoffe verfügbar:

1. Ein Impfstoff richtet sich gegen die Feigwarzen verursachenden HPV 6 und 11 sowie HPV 16 und 18.

2. Der andere Impfstoff richtet sich nur gegen HPV 16 und 18.

Wovor schützt die Impfung?

Die Impfung wirkt ausschließlich gegen die jeweils angegebenen Virus-Typen, das heißt, sie schützt nicht vor einer Ansteckung mit anderen HPV-Typen.

Aus diesem Grund ist es auch für geimpfte Frauen weiterhin wichtig zur Früherkennung zu gehen.

Wie wirkt eine Impfung?

Der Impfstoff enthält virusähnliche Partikel. Er enthält keine echten Virusbestandteile und kann deshalb auch keine Erkrankung verursachen.

Bei einer Impfung werden die gleichen Vorgänge nachgeahmt, mit denen sich der Körper gegen das Eindringen von Krankheitserregern von sich aus wehrt. Im Unterschied zu echten krankmachenden Erregern kann er bei diesem "Training" jedoch nicht ernsthaft erkranken.

In der Regel sind mehrere "Trainingseinheiten" notwendig, bis der Körper einen vollständigen Schutz aufgebaut hat. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle vorgeschriebenen Impfeinheiten gegeben werden.

Bei einigen Impfungen ist nach mehreren Jahren eine Auffrischungsimpfung notwendig, um den sicheren Schutz zu erhalten.

Wann ist der HPV-Impfschutz vollständig und wie lange hält er an?

Bei jeder Impfung muss das vollständige Impfschema eingehalten werden, damit vom Körper ein sicherer Schutz aufgebaut werden kann. Bei der HPV-Impfung sind dies drei Impfeinheiten, wobei die zweite Impfdosis - je nach Impfstoff - ein bzw. zwei Monate und die dritte Impfung sechs Monate nach der ersten Impfung gegeben wird (0, 1 / 2, 6 Monate).

Ob die Impfung einen lebenslangen Schutz hinterlässt oder ob eine Auffrischungsimpfung erforderlich ist, lässt sich zurzeit noch nicht beantworten, da Studienergebnisse nur über vier bzw. sechs Jahre vorliegen.

Warum wird die Impfung für 12- bis 17-Jährige empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren, weil ein Schutz möglichst vor der Aufnahme erster sexueller Kontakte aufgebaut werden soll.

Untersuchungen zeigen, dass das Risiko einer Ansteckung mit HPV mit jedem Partner zunimmt. Im Alter von 20 bis 24 Jahren haben sich über 40 Prozent aller sexuell aktiven Frauen bereits mit dem Virus angesteckt.

Aus diesem Grund hat die STIKO entschieden, die Impfung für Mädchen in einem Alter zu empfehlen, in welchem die meisten noch keine sexuellen Kontakte hatten.

Bei über 18-jährigen Frauen sollte in einem Gespräch mit dem Arzt / der Ärztin besprochen werden, ob eine Impfung noch sinnvoll ist oder nicht.

Wie wird der Nutzen der HPV-Impfung eingeschätzt?

Die Wirksamkeit der Impfung wurde in vier großen Studien untersucht. (FUTURE-Studie I und II = Female United To Unilaterally Reduce Endo/Ectocervical Disease)

Die Ergebnisse zeigen, dass die Impfung eine Ansteckung mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen wirksam verhindert. Sie verhindert jedoch nicht die Ansteckung mit anderen krebsverursachenden HPV-Typen.

Das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, liegt für nicht geimpfte Frauen bei ungefähr zwei bis drei Prozent. Bei geimpften Frauen verringert sich dieses Risiko auf die Hälfte (ein bis zwei Prozent).

Wann wirkt die Impfung nicht?

Untersuchungen zeigen, dass die Impfung keinerlei Schutzwirkung hat, wenn Frauen bereits vor der Impfung mit den entsprechenden HPV-Typen infiziert sind. Ein positiver Einfluss auf bereits bestehende HPV-Erkrankungen wurde nicht festgestellt.

Impfnebenwirkungen

Seit der Markteinführung der Impfstoffe wurden in Deutschland 700 000 Frauen geimpft. Hierzu wurden dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 181 Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen gemeldet, die unten aufgeführtem Nebenwirkungsprofil entsprechen.

Bei der Impfung mit dem Impfstoff gegen HPV 6, 11, 16 und 18 sind bislang folgende Nebenwirkungen aufgetreten:

  • Schmerz an der Injektionsstelle 84 Prozent
  • Schwellung und Rötung 25 Prozent
  • Juckreiz drei Prozent
  • Fieber zehn Prozent

Acht Prozent aller Ereignisse werden als schwerwiegend eingestuft.

Todesfall im zeitlichen Zusammenhang mit einer HPV-Impfung

Im Sommer 2007 wurde dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ein plötzlicher Todesfall einer 17-jährigen Frau gemeldet, die am Vortag die zweite Dosis des Impfstoffes gegen HPV 6, 11, 16 und 18 erhalten hatte. Ebenfalls wurde ein Todesfall aus Österreich im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gemeldet.

Die Untersuchungen haben hierbei keine Hinweise auf eine mögliche Todesursache ergeben. Das PEI weist darauf hin, dass es in jedem Lebensalter unklare Todesfälle gibt, die je nach Lebensalter jedoch sehr selten vorkommen. Dies bedeutet, dass bei Impfungen größerer Bevölkerungsgruppen mit plötzlichen unklaren Todesfällen in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gerechnet werden muss.

Was wir wissen

  1. Die HPV-Impfung gegen HPV 6, 11, 16 und 18 ist bei zuvor noch nicht infizierten Frauen zu 100 Prozent wirksam. Bei diesen Frauen wurden keine Genitalwarzen und Zellveränderungen festgestellt, die durch diese HPV-Typen verursacht werden.
  2. Die Impfung wirkt nicht gegen andere krebsverursachende HPV-Typen.
  3. Die Impfung hat keinerlei positiven Effekt, wenn die Frauen bereits infiziert sind.

Was wir noch nicht wissen

  • Es ist nicht bekannt, wie lange ein Schutz anhält.
  • Es existieren noch keine Langzeitstudien zu Impfnebenwirkungen.
  • Es ist nicht bekannt, ob sich die Einführung der Impfung auf die Teilnahmerate an der Früherkennungsuntersuchung auswirken wird.
  • Es ist nicht bekannt, ob die Rate der Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses durch die Impfung tatsächlich gesenkt werden kann, weil noch keine entsprechenden Langzeituntersuchungen existieren.

Zum Herunterladen

Diese Informationen zur HPV-Impfung können Sie zusammengefasst mit den Basisinformationen "Humane Papillomaviren (HPV)" auch direkt als PDF herunterladen (siehe nachfolgenden Link "Humane Papillomaviren und HPV-Impfung").

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