Passivrauchen – für Kinder ein hohes Risiko

Link zur Seite: Risiko Passivrauchen | ©

Tabakqualm belastet Kinder ganz besonders. Dass Tabakqualm der gefährlichste und bedeutendste vermeidbare Innenschadstoff ist, ist Eltern oft nicht bewusst.

Kind hält "Nicht Rauchen" Schild hoch © fotolia
© fotolia

Tabakqualm belastet Kinder ganz besonders

Schätzungsweise die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren leben in Deutschland in einem Raucherhaushalt. Je nach Menge der gerauchten Zigaretten sind sie hierdurch erhöhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken ausgesetzt.

Kinder reagieren besonders empfindlich auf die Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper befindet sich noch in der Entwicklung und ihre Organe, zum Beispiel die Lunge, können schnell schwer geschädigt werden. Kinder haben eine höhere Atemfrequenz und ihr Körper ist noch nicht genügend ausgereift, um Giftstoffe abzubauen; infolgedessen nehmen sie beim Passivrauchen die Schadstoffe des Tabakqualms in deutlich höherer Konzentration auf als Erwachsene. So atmet ein Kind in einem verqualmten Raum pro Stunde so viele Schadstoffe ein, als würde es selber eine Zigarette rauchen. Würde es täglich mitrauchen, nähme sein Körper in kurzer Zeit das Gift von einigen hundert Zigaretten auf.

Bei jedem Kind, das in einem Raucherhaushalt aufwächst, lassen sich die entsprechenden Schadstoffe im Blut nachweisen.

Da sich diese Schadstoffe in Tapeten, Teppichen, Vorhängen und Möbeln festsetzen, bleiben sie auch nach intensivem Lüften noch lange in der Luft und werden eingeatmet. Dies gilt umso mehr, wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird. Hier ist die Konzentration der Schadstoffe aus dem Tabakqualm besonders hoch.

Passivrauchen erhöht eine Reihe gesundheitlicher Risiken für Ihr Kind

In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass nicht nur Rauchen während der Schwangerschaft bestimmte Risiken für das Kind erhöht, sondern auch das Passivrauchen nach der Geburt. Dabei gilt auch väterliches Rauchen als Risikofaktor.

So geht man davon aus, dass das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) durch elterliches Rauchen zwei- bis vierfach höher ist als in einem rauchfreien Zuhause. Wie stark sich das Risiko erhöht, hängt unter anderem davon ab, wie viele Zigaretten geraucht werden und wie lange das Kind dem Passivrauchen ausgesetzt ist.

Auch das Risiko des Kindes, an einer Allergie, insbesondere an allergischem Asthma bronchiale, zu erkranken, ist in Raucherhaushalten deutlich höher.

Passivrauchende Kinder sind häufiger krank

Passivrauchende Säuglinge und Kinder sind anfälliger gegenüber einer Reihe von Erkrankungen.

So erkranken Kinder aus Raucherhaushalten unter anderem häufiger an

  • akuter wie auch chronischer Mittelohrentzündung,
  • Lungenentzündung und Bronchitis,
  • Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege.

Doch auch das allgemeine Befinden wird durch das Mitrauchen deutlich beeinträchtigt. So klagen Kinder, deren Eltern rauchen, zum Beispiel doppelt so häufig über Husten, Schwindel und Kopfschmerzen wie Kinder aus Familien, in denen nicht geraucht wird. Sie haben öfter Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und leiden häufiger unter Schlafstörungen.

Da das Passivrauchen auch die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt, können sich Krankheitserreger leichter ausbreiten, so dass Kinder aus Raucherfamilien insgesamt häufiger krank sind als jene, die rauchfrei aufwachsen.

Elterliches Rauchen erhöht das Krebsrisiko für Kinder

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg haben über mehrere Generationen hinweg Krebserkrankungen innerhalb von Familien untersucht. Dabei zeigte sich, dass Kinder, deren Eltern rauchen, ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken.

In der Studie wurden Kinder, deren Eltern an Lungenkrebs erkrankt waren, bis ins hohe Alter untersucht und mit einer Kontrollgruppe von Nachkommen nichtrauchender Eltern verglichen.

So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass Kinder, die in Raucherhaushalten aufwachsen, ein dreifach höheres Risiko haben, an Nasenkrebs zu erkranken.

Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft und Stillzeit geraucht haben, sind stärker gefährdet, an Blasen- und Nierenkrebs zu erkranken.

Dabei bestehen die genannten Risiken unabhängig davon, ob die Kinder als Erwachsene selbst rauchen oder genetische Faktoren eine höhere Anfälligkeit für Krebserkrankungen verursachen.