Versorgung von Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind

In Deutschland leben etwa 570 000 Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren mit Entwicklungsrisiken, weil ihre Eltern psychisch erkrankt sind. Notwendige Unterstützungsangebote sind meist unzureichend und lückenhaft. Ein Eckpunktepapier, das vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) herausgegeben wird, beschreibt die aktuelle Situation und gibt fünf Empfehlungen.

Kinder, die Eltern mit einer psychischen Erkrankung haben, sind oftmals vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Sie reichen von entwicklungsbeeinträchtigendem Verhalten der Eltern bis zu psychosozialen Belastungen für die Kinder. Dazu können beispielsweise eine unzureichende Versorgung der Kinder oder eine unsichere Bindung zwischen Eltern und Kind gehören.

Das neue Eckpunktepapier stellt die möglichen Auswirkungen sowie die Unterstützungsbedarfe und die Versorgungssituation von betroffenen Familien dar. Auf dieser Basis formulieren Expertinnen und Experten fünf Empfehlungen für die Entwicklung einer bedarfsgerechten Versorgung, die frühzeitige und passgenaue Hilfen bieten. Wichtig bei diesem Prozess ist die interdisziplinäre Vernetzung von Angeboten des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Modell der Frühen Hilfen. Mit ihren systematisch ausgebauten niedrigschwelligen Zugängen können die Frühen Hilfen einen wichtigen Anknüpfungspunkt für eine verbesserte Versorgung von Kindern mit Eltern, die psychisch erkrankt sind, bieten.

Das Eckpunktepapier „Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen im Kontext der Frühen Hilfen“ wird von 25 Fachgesellschaften und Institutionen unterstützt und entstand in Zusammenarbeit mit anerkannten Expertinnen und Experten aus Fachpraxis und Wissenschaft: Dr. Christiane Hornstein (Psychiatrisches Zentrum Nordbaden), Prof. Dr. Albert Lenz (Katholische Hochschule NRW) und Prof. Dr. Ute Ziegenhain (Universitätsklinikum Ulm).

Das 28seitige Heft steht zum Herunterladen unter www.fruehehilfen.de bereit und kann dort auch kostenfrei angefordert werden.


Quelle
Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 16.3.2016

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