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"Too little, too late? Warum Europa mehr für frühgeborene Kinder tun soll"

26.05.2010 | Eins von zehn Babys in Europa kommt zu früh zur Welt. Doch in fast allen europäischen Ländern fehlt es an politischen Initiativen, die frühkindliche Versorgung zu verbessern. Dies gehört zu den Ergebnissen des ersten europaweiten Berichts zum Thema Frühgeburt.

Der Anfang Mai veröffentlichte Bericht der European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) untersuchte zwischen August und Dezember 2009 in dreizehn EU-MItgliedstaaten die politischen und medizinischen Rahmenbedingungen für Frühgeborene und ihre Angehörigen.

Die ermittelten Daten, so der Bericht, lassen darauf schließen, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der Frühgeborenen außer in Schweden überall in Europa gestiegen ist. In den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union kommen jedes Jahr 7,1 Prozent der Kinder zu früh zur Welt, wobei die Häufigkeitsrate je nach Land sehr unterschiedlich ist. Nach Auskunft des Bundesverbandes "Das frühgeborene Kind" e.V. nimmt Deutschland hier mit fast neun Prozent "einen traurigen Spitzenplatz" in Europa ein. Die Sterblichkeit unter Neugeborenen ist in den meisten der beteiligten Länder rückläufig. Doch in dem Maße - so der Bericht -, wie eine größere Anzahl von Frühgeborenen überlebt, gibt es auch mehr Säuglinge, die unter gesundheitlichen Komplikationen leiden.

Nach Auskunft der European Foundation for the Care of Newborn Infants und des Bundesverbandes "Das frühgeborene Kind" e.V. bestätigt der Bericht, dass auch in Deutschland erhebliche Fortschritte nötig sind, um die Situation der Frühgeborenen zu verbessern. Hierzu gehören gezielte Maßnahmen zur Verringerung von Frühgeburten ebenso wie die Verbesserung der Behandlung und nachsorgenden Betreuung von Frühgeborenen. "Zusätzlich", so Hans-Jürgen Wirthl, Vorsitzender des Bundesverbandes "Das frühgeborene Kind" e.V.", "braucht es dringend eine Ausweitung der psychosozialen Betreuung von betroffenen Eltern, mehr Unterstützung von Familien beim Übergang in ein eigenständiges Familienleben sowie regelmäßige Nachuntersuchungen insbesondere bei sehr kleinen Frühgeborenen, um beispielsweise Entwicklungsstörungen frühzeitig begegnen zu können."

Quelle

Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V., Benchmarking Report 2010: Politik soll sich endlich um Frühchen kümmern. EFCNI/Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V., Pressemitteilung vom 20.05.2010

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