Die "Aufgaben" der ersten Monate

Link zur Seite: Entwicklungsaufgaben | © Getty Images

© Getty Images

In den ersten Lebensmonaten muss sich das Baby an seine neue Umwelt erst noch anpassen. Vor allem zwischen Schlafen und Wachsein muss es seinen Rhythmus finden.

Mann hält Neugeborenes im Arm © Getty Images
© Getty Images

Das Baby hat eine Reihe von Aufgaben zu bewältigen

Vom Tag seiner Geburt an hat Ihr Baby eine Reihe "Aufgaben" zu bewältigen:

  • Es muss seine lebensnotwendigen Körperfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Körpertemperatur und Verdauung nun selbst regulieren und stabilisieren.
  • Es muss einen Rhythmus zwischen Schlafen und Wachsein wie auch zwischen Hunger und Sattsein finden und regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten entwickeln.
  • Es muss lernen, sich bei innerer Anspannung und Erregung selbst so zu regulieren, dass es wieder auf ein normales oder ausgeglichenes Erregungsniveau zurückfindet und sich wohlfühlt. Zunächst klappt diese "Selbstberuhigung" nur mit elterlicher Hilfe - und die fordert ein Baby dann auch meist lautstark ein.

Das Baby braucht elterliche Unterstützung

Bei diesen enormen "Anpassungsleistungen" braucht Ihr Baby Ihre Mithilfe und Unterstützung, auch wenn Säuglinge in der Regel bereits über einige angeborene "Regulationsstrategien" verfügen:

  • Wenn ein Baby im Miteinander den Blick abwendet, signalisiert es damit, dass es genug hat und erst einmal eine Pause braucht. In den ersten Lebensmonaten ist dies meist schon nach wenigen Minuten der Fall. Ein Neugeborenes beispielsweise ermüdet schon nach einer Aufmerksamkeitsspanne von maximal fünf bis zehn Minuten.
  • Auch das Saugen, durch das sich viele Babys - zumindest für kurze Zeit - selbst beruhigen können, gehört zu den Regulationsstrategien.

Doch diese sogenannten "Regulationsmechanismen" sind nur in engen Grenzen wirksam. Den Übergang vom Wachsein zum Schlafen beispielsweise können die meisten Babys anfangs nicht allein meistern. Sie brauchen elterliche Hilfe zum "Abschalten", das heißt zum Beispiel:

  • eine ruhige Atmosphäre,
  • ein beruhigendes Einschlafritual,
  • die Reduzierung äußerer Reize wie Licht und Lärm.

Bei manchen Babys klappt es auch mit der Nahrungsaufnahme nicht gleich auf Anhieb - sie haben zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Saugen und benötigen auch hierbei Unterstützung.

Es ist also nur zu verständlich, wenn Ihr Baby hin und wieder Unlustgefühle und Unwohlsein empfindet, die es naturgemäß zunächst nur über Schreien mitteilen kann. Oft erreicht es dabei einen Erregungszustand, aus dem es aus eigener Kraft nicht mehr herausfindet. Es braucht dann Ihre körperliche Nähe, tröstende und beruhigende Worte, will gestreichelt oder getragen werden, um sich wieder beruhigen zu können.

Eine wichtige Etappe: der Tag-Nacht-Rhythmus

Durch Ihr unterstützendes Verhalten im alltäglichen Miteinander - beim Füttern, Beruhigen oder Schlafenlegen, im Zwiegespräch und im Spiel - lernt Ihr Baby allmählich, sein Verhalten immer besser selbst zu beeinflussen.

Mit etwa drei Monaten haben die meisten Babys beispielsweise einen eigenen Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt. Bis Ihr Kind von alleine in den Schlaf findet oder sich nach kurzem Protestgeschrei oder Quengeln wieder selbst beruhigen kann, wird es jedoch noch etwas dauern.

Probleme bei der Selbstregulation

Manche Babys tun sich allerdings schwer damit, ihren Rhythmus zu finden, selbständig einzuschlafen oder sich mit der Zeit auch selbst beruhigen zu können. Sie schreien häufig ohne erkennbaren Grund und lassen sich meist nur schwer beruhigen, sind besonders unruhig oder haben Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Oft treten auch mehrere dieser Probleme zeitgleich oder aufeinander folgend auf.

Häufig sind diese Probleme vorübergehender Natur. Dennoch werden manche Eltern hierdurch zunehmend verunsichert: Sie fühlen sich beispielsweise von ihrem Kind abgelehnt, zweifeln an ihren elterlichen Fähigkeiten und finden immer schwerer Zugang zu ihrem Kind. Mit dieser Belastung beginnt nicht selten ein Teufelskreis, der das Miteinander von Eltern und Kind stark beeinträchtigt. Sowohl die Entwicklung des Kindes wie auch die Eltern-Kind-Beziehung kann hierdurch stark beeinträchtigt werden. Fachleute sprechen in einem solchen Fall von frühkindlichen Regulationsstörungen. Eltern sollten in einem solchen Fall für sich und ihr Kind möglichst frühzeitig fachliche Beratung und Unterstützung beanspruchen.

  • Wenden Sie sich unbedingt an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin, wenn Sie Ihr Baby durch sein vermehrtes Schreien und Quengeln, Probleme beim Ein- und Durchschlafen und / oder beim Füttern als besonders "schwierig" empfinden und Sie sich hierdurch zunehmend belastet und hilflos fühlen.
  • Persönlichen Rat und Hilfe finden Sie auch in sogenannten Schreiambulanzen, die es in vielen Regionen bereits ortsnah gibt, in Beratungsstellen für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern und in Mütter- oder Familienzentren.