Bewegungserfahrungen für Ihr Baby

Babys möchten sich bewegen und entwickeln von sich aus ihre Bewegungsfähigkeiten. Sie können Ihr Kind dabei unterstützen und gemeinsam Spaß haben.

Tragen, streicheln, massieren – Genuss und Körpererfahrung

Schon von Geburt an können Sie die Bewegungsentwicklung Ihres Kindes unterstützen, indem Sie ihm vielfältige Körpererfahrungen ermöglichen:

  • Tragen Sie Ihr Baby auf dem Arm, im Tragetuch oder Ähnlichem herum. Streicheln und massieren Sie es nach dem Baden.
  • Wiegen Sie es auf dem Arm.
  • „Turnen“ Sie mit ihm spielerisch beim Wickeln.

Was Sie und Ihr Kind sicher gemeinsam sehr genießen werden: Tanzen Sie mit ihm behutsam und vorsichtig zu Ihrer Lieblingsmusik. Der enge Körperkontakt verstärkt zusätzlich die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

Positionswechsel fördert die Beweglichkeit

Durch Strampeln kann Ihr Baby seinem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen und unterschiedliche Stimmungen äußern: Wildes Strampeln kann Freude oder Frustration ausdrücken, es hilft dem Baby, Bedürfnisse durchzusetzen und mit Ihnen in Kontakt zu treten.

  • Legen Sie Ihr Baby, wenn es wach ist, abwechselnd auf Bauch oder Rücken. So kann es mit seinen Händen und Beinchen spielen und auf unterschiedliche Art und Weise strampeln.
  • Ihr Baby genießt es besonders, wenn es nur mit einer Windel bekleidet oder nackt strampeln kann (achten Sie auf eine angenehme Raumtemperatur). So hat es die größte Bewegungsfreiheit.

Babywippen & Co. – nur in Maßen einsetzen

Mit wachsender Neugier möchten Babys mitten im Geschehen sein. Ab etwa drei Monaten können Babywippen deshalb ganz praktisch sein. Allerdings sollten Sie Ihr Kind nie lange darin liegen lassen, denn es braucht vor allem viel freie Bewegung – für die Verdauung wie auch für die Entwicklung seiner motorischen Fähigkeiten. Die starre Sitzposition in der Babywippe kann auf Dauer zudem zu Fehlhaltungen, insbesondere der Halswirbelsäule, führen. Auch Kinderwagen, Hochstühle, Autositze & Co. schränken bei übermäßigem Einsatz die Bewegungsmöglichkeit des Kindes ein. Benutzen Sie diese Hilfsmittel daher nicht länger als nötig.

  • Legen Sie Ihr Baby lieber möglichst oft auf eine Krabbeldecke auf den Boden, wenn dieser warm genug ist. Hier kann es nach Herzenslust strampeln und zahlreiche Bewegungserfahrungen machen.

Gegenstände und Materialien fördern Vielseitigkeit

Babys lieben Gegenstände, die sie bewegen können, oder Spielzeuge, die sie selbst dazu bringen können, Töne oder optische Signale von sich zu geben.

  • Für ein Mobile, einen Wasserball oder eine Rassel bewegen sich Babys gern.    
  • Kleine Hindernisse wie Kissen oder Schaumstoffmatten machen beim Krabbeln neugierig und helfen dem Kind, mehr Sicherheit in seinen Bewegungen zu bekommen.
  • Auch durch verschiedene Bodenuntergründe lernt Ihr Kind: Lassen Sie Ihr Baby abwechselnd auf Decken, Fellen, Teppichen oder glatten Fußböden krabbeln.

Robben und Krabbeln – Ihr Kind braucht Platz

Schaffen Sie Ihrem Kind einen möglichst großen und sicheren Bewegungsraum in der Wohnung, wenn es zu robben oder zu krabbeln anfängt. Bedenken Sie aber, dass mit wachsender Beweglichkeit auch die Unfallgefährdungen zunehmen. Beseitigen oder entschärfen Sie Gefahrenpunkte in der Wohnung, damit sich Ihr Kind gefahrlos und möglichst uneingeschränkt bewegen kann. 

Auch ein Laufstall kann hin und wieder hilfreich sein, um Ihr Kind sicher aufgehoben zu wissen. Er ist einer Babywippe in jedem Fall vorzuziehen, sollte aber auch nur zeitlich begrenzt genutzt werden, damit Ihr Kind nicht zu sehr in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.

So macht Bewegung Spaß und tut gut

Ob Sie Ihr Kind zum Krabbeln auf den Boden legen oder ein wenig Babygymnastik mit ihm machen – damit Ihr Kind Freude an der Bewegung hat und behält, sollten Sie Folgendes unbedingt beachten:

  • Bewegung sollte Ihnen und Ihrem Kind Spaß machen und kein „Training“ sein. 
  • Lachen Sie während der Übungen viel mit Ihrem Baby und suchen Sie den Blickkontakt.
  • Wenn es zu weinen beginnt, ängstlich wirkt oder anfängt, sich steif zu machen, dann sollten Sie aufhören und Ihr Kind trösten. 
  • Vermeiden Sie ruck- und stoßartige Bewegungen.
  • Halten Sie Ihr Baby nicht an den Gelenken fest, sondern umfassen Sie die Körperpartien voll und sanft. 
  • Bringen Sie Ihr Kind nicht in Positionen wie Sitzen oder Stehen, die es noch nicht selbstständig erreichen kann. Nur so kann es die wichtigen Übergangsbewegungen, das Abstützen und das richtige Fallen lernen. 
  • Kaufen und verwenden Sie keine Lauflernhilfe für Ihr Kind. Die Unfallgefahr ist groß und es lernt hierdurch keinesfalls eher oder besser zu laufen. Im Gegenteil: Das unnatürliche Trippeln, das die Kinder in einer „Lauflernhilfe“ einüben, wirkt sich ungünstig auf ihre Bewegungsschulung aus. (Stand: 26.09.2016)
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