Spiel & Sport bei Behinderung oder chronischer Erkrankung

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Sich bewegen und spielen – Kinder mit Behinderung oder einer chronischen Erkrankung lernen und entdecken die Welt wie jedes andere Kind auch.

Zwei Kinder betreiben Sport im Rollstuhl © Lisann Hömberg
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Spielend die Welt entdecken

Häufig bestimmen Förderung und Therapie den Alltag eines behinderten oder chronisch kranken Kindes. Spielerische Entdeckungen kommen dann zu kurz. Doch jedes Kind möchte seiner Neugier nachgehen und auf seine Weise die Welt entdecken können.

Auch wenn Ihr Kind vielleicht besondere Anreize oder Anleitung zum Spielen braucht, bietet ihm das freie Spiel die Möglichkeit, von sich aus neue Fähigkeiten zu entwickeln und für seine Entwicklung wichtige Erfahrungen zu machen. Es braucht hierfür Freiraum, so spielen zu können, wie es selbst dies möchte, und ein Angebot an Anregungen, die seinem Entwicklungsstand entsprechen.

Vielleicht ist es nicht immer ganz einfach zu verstehen und herauszufinden, mit welchem Entwicklungsschritt sich Ihr Kind gerade besonders beschäftigt. Versuchen Sie dennoch, Ihre Spielangebote und Anregungen so gut es möglich ist danach auszurichten. Denn Neugier und Interesse eines Kindes lassen sich nicht beliebig wecken. Es sollte im Spiel gefordert, aber nicht überfordert werden - nur so erlebt es, dass es etwas kann.

Die Frage des Spielzeugs

Spielzeug sollte ebenfalls dem Entwicklungsstand eines Kindes entsprechen und es weder über- noch unterfordern. Es sollte seine Neugier wecken, zum Spielen auffordern und seine Kreativität anregen. Es sollte so beschaffen sein, dass sich das Kind nicht daran verletzen kann. Und es sollte an seinen Stärken ansetzen und nicht daran, was es nicht kann.

Bei speziellen Bedürfnissen des Kindes kann besonders gestaltetes Spielzeug sinnvoll sein, das beispielsweise durch Formen, Farben, Oberflächen oder auch durch Bewegungsgeräusche die Sinne auf besondere Weise anspricht.

Kinder brauchen Kinder

Ebenso wichtig wie das freie Spielen ist das gemeinsame Spiel mit anderen Kindern, auf dem Spielplatz, in Spielkreisen und Spielgruppen, in der Kindertagesstätte, später auch in Sportgruppen.

Kinder mit einer Behinderung können im gemeinsamen Spielen mit anderen Kindern vieles lernen. Sie machen hierbei Erfahrungen, die sie mit Erwachsenen nicht sammeln können, und lernen viel durch Abgucken und Nachmachen.

Umgekehrt erlebt ein Kind ohne Behinderung in integrativen Gruppen, dass manche Kinder in ihren Ausdrucksmöglichkeiten, ihrem Tempo oder ihren Fähigkeiten zwar anders sein können, aber ebenso gute Spielgefährten und Freunde werden.

Stichwort Kindertagesstätte

In Kindertagesstätten werden zunehmend Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren angeboten. Hier kommen Kinder schon früh regelmäßig mit anderen Kindern in Kontakt.

Wenn Ihr Kind chronisch krank oder behindert ist, haben Sie die Möglichkeit, eine integrative Tagesstätte oder eine Sondertagesstätte für Ihr Kind zu wählen. An vielen Orten bieten inzwischen Regeleinrichtungen Plätze für Kinder mit Behinderung an. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Jugendamt.

Körperliche Aktivitäten

Bewegung und Sport sind für alle Kinder gleichermaßen wichtig. Oft glauben Eltern jedoch, ihr Kind aufgrund einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung besonders schonen zu müssen und ihm keine körperlichen Anstrengungen zumuten zu können. Doch gerade dann sind Bewegung oder sportliche Aktivitäten oft von besonderer Bedeutung: für die körperliche wie auch für die gesamte Entwicklung des Kindes, sein Selbstwertgefühl und seine Selbständigkeit.

Wenn Ihr Kind aufgrund einer Behinderung in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, seine motorischen Fähigkeiten langsamer entwickelt oder antriebsschwach ist, braucht es vielleicht besondere Anleitung und eine spielerische Anbahnung von Bewegung. Vielleicht ist infolge einer Erkrankung auch nicht jede Sportart geeignet. So kann es beispielsweise sein, dass bei einem epileptischen Kind im konkreten Einzelfall von Schwimmen abgeraten wird, insbesondere dann, wenn die Anfälle mit einem Verlust des Bewusstseins einhergehen. In anderen Fällen, zum Beispiel bei angeborenen Herzfehlern, chronischen Herzerkrankungen oder Asthma, sollten bestimmte Verhaltensregeln und Voraussetzungen beachtet werden, um eine Überbelastung des Kindes zu vermeiden. Hierzu sollten Sie sich gegebenenfalls auch von den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten Ihres Kindes beraten lassen.

Für herzkranke Kinder gibt es beispielsweise spezielle, ganzheitlich orientierte Herzsportgruppen, die je nach örtlichen Gegebenheiten von verschiedenen Trägern durchgeführt werden – von Sportvereinen des Behinderten- oder Breitensports, von Kliniken oder von Elternvereinen. Informationen hierzu bieten der Bundesverband Herzkranke Kinder e. V. und die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen.

Hilfreiche Internet-Tipps

Zu Bewegung und Sport bei chronischen Erkrankungen und Behinderung wie auch zum Thema Spielen finden Sie in den nachfolgenden Link-Tipps hilfreiche und interessante Internetangebote.