Auffälligkeiten im Bewegungsverhalten
Wenn sich ein Kind auffällig unsicher bewegt oder ungeschickt mit den Händen ist, können Störungen der motorischen Entwicklung dahinterstecken.
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Manche Kinder entwickeln ihre motorischen Fähigkeiten im Vergleich zu gleichaltrigen Spielkameraden deutlich langsamer und zeigen auffällige Schwächen in einzelnen Bewegungsabläufen. In anderen Bereichen zeigen diese Kinder dagegen eine ganz normale Entwicklung. Sie sind normal intelligent und weisen auch keine anderen Beeinträchtigungen auf, wie zum Beispiel Seh- oder Hörstörungen, körperliche Ausfälle oder andere Störungen der Gehirn- und Nervenfunktionen. Andere Kinder entwickeln ihre motorischen Fähigkeiten eigentlich unauffällig, verhalten sich aber deutlich ungeschickt: Sie zeigen Probleme bei der Kontrolle ihres Gleichgewichts, stürzen und fallen oft und tun sich schwer beim Lernen komplizierter Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel Dreirad-, Roller- und Fahrradfahren oder Schwimmen.
Unsicherheiten im Bewegungsverhalten:
Ungeschicklichkeiten der Bewegungen der Hände, Finger und Arme:
Störungen in der Entwicklung der Körper- und Handmotorik können die weitere Entwicklung des Kindes beträchtlich beeinflussen und mit Verhaltensproblemen einhergehen:
Motorische Entwicklungsstörungen müssen von einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) abgegrenzt werden: Kinder mit Störungen in der motorischen Entwicklung ermüden schneller als Kinder ohne solche Schwächen, weil sie sich auf bestimmte, für sie schwierige Leistungen (zum Beispiel Puzzle legen, etwas ausschneiden) außerordentlich konzentrieren müssen. Eine solche Konzentrationsschwäche darf aber nicht einfach einer ADHS zugeordnet werden. Vielmehr erfordert die Abgrenzung gegenüber einer ADHS eine sorgfältige Beurteilung durch geschulte Fachkräfte.
Wann immer Sie sich Sorgen über die körperliche Entwicklung Ihres Kindes machen oder den Eindruck haben, es bewege sich sehr ungeschickt und unsicher, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin darüber sprechen. Auf jeden Fall sollten Sie sich an die kinderärztliche Praxis wenden:
Die beiden letzten Früherkennungsuntersuchungen vor Schulbeginn (U8 und U9) legen ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Handmotorik. Deshalb sollten Sie auch diese Früherkennungsuntersuchungen mit Ihrem Kind wahrnehmen.
Nicht bei jedem Kind und in jedem Fall ist bei motorischen Auffälligkeiten eine spezielle Behandlung notwendig. Häufig können negative Folgen bereits verhindert werden, wenn das Kind in seinen vorhandenen Fähigkeiten bestärkt wird und die Alltagsbedingungen in der Familie es ihm ermöglichen, sich vielfältig zu bewegen. Auch die Teilnahme an Sport- oder Spielgruppen kann hilfreich sein.
Unabhängig von einer speziellen Behandlung können Sie Ihr Kind bei Auffälligkeiten in seiner motorischen Entwicklung gezielt und wirkungsvoll unterstützen:
Der Dipl.-Psychologe Dr. H. Krombholz u.a.über Erscheinungsbild, Häufigkeit und Ursachen motorischer Entwicklungsstörungen sowie Möglichkeiten der Behandlung.
ifp.bayern.de IFP| 13.02.2013