Trocken und sauber werden

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Das Trocken- und Sauberwerden lässt sich nicht erzwingen: Kinder werden in ganz unterschiedlichem Alter trocken und sauber.

Kinder im Waschraum einer Kita © Corbis Images
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Bis Blase und Stuhlgang kontrolliert werden können, ist von Kind zu Kind ganz verschieden und braucht auf jeden Fall seine Zeit. Denn dies ist in erster Linie das Ergebnis eines Reifungsvorgangs, der bei jedem Kind anders und unterschiedlich schnell vonstattengeht.

Manche Kinder sind schon mit drei Jahren tagsüber und auch nachts sauber und trocken, andere machen noch mit sechs und mehr Jahren nachts in das Bett. Meist ist das kein Problem, solange Ihr Kind nicht darunter leidet oder von anderen deswegen gehänselt wird und Sie als Eltern gelassen bleiben können.

Ihr Kind zeigt Ihnen, wann es so weit ist

Ein frühes Sauberkeitstraining – zum Beispiel das Kind ständig aufs Töpfchen zu setzen – beschleunigt das Trockenwerden Ihres Kindes nicht. Im Gegenteil – allzu leicht kann es passieren, dass Ihr Kind hierdurch in „Stress“ gerät und Angst vor dem Toilettengang entwickelt.

In der Regel kommt das Trocken- und Sauberwerden ganz von selbst, und Ihr Kind zeigt Ihnen, wann es so weit ist. Meist zeigen sich im Verlauf des zweiten und dritten Lebensjahres die ersten Hinweise, zum Beispiel:

  • Ihr Kind beginnt sich plötzlich verstärkt für die Toilette zu interessieren.
  • Es macht Sie mit Worten („Windel voll“, „Kacka machen“) oder Gesten (es zeigt auf seinen Po) auf eine volle Windel aufmerksam.

Das Kind auf dem Weg zum Sauberwerden unterstützen

  • Achten Sie auf die ersten Hinweise Ihres Kindes, dass es langsam bereit ist, sauber zu werden.
  • Üben Sie mit ihm spielerisch den Toilettengang ein, und zeigen Sie ihm Schritt für Schritt, was es tun muss, um erfolgreich auf die Toilette zu gehen: Wie man die Hose aufmacht und herunterzieht, sich richtig auf die Toilettenbrille setzt und dann erst Wasser lässt.
  • Loben Sie Ihr Kind für jeden Schritt auf dem Weg, trocken und sauber zu werden.
  • Bleiben Sie möglichst gelassen und schimpfen Sie nicht, wenn einmal etwas schief geht. Das gehört dazu.
  • Achten Sie darauf, dass der Toilettengang nicht zum „Stress“ wird, und üben Sie keinen Druck aus, indem Sie zum Beispiel ständig nachfragen.
  • Nutzen Sie Hilfen wie Toilettenaufsatz oder Töpfchen.

Ob Töpfchen oder Toilettenaufsatz sollten Sie den Vorlieben Ihres Kindes überlassen. Das Töpfchen sollte aber standsicher und angenehm zum Sitzen sein. Der Kindereinsatz für den Toilettensitz sollte bequem und kippsicher sein, sodass sich Ihr Kind wohl und sicher fühlt. Außerdem benötigen Sie einen Tritt oder Hocker, damit sich Ihr Kind selbstständig auf den Sitz setzen kann. Achten Sie auch auf Kleidung, die das Kind leicht selbst herunterziehen kann.

Der langsame Abschied von der Windel

Bis ein Kind zuverlässig zur Toilette geht, dauert es seine Zeit. Hier einige nützliche Hinweise:

  • Meist geht das „große Geschäft“ schon etwas früher verlässlich ins Töpfchen; die Blasenkontrolle gelingt meist erst etwas später.
  • Nachts dauert es in der Regel etwas länger als tagsüber, bis ganz auf die Windeln verzichtet werden kann.
  • Das nächtliche Einnässen hat nichts mit einem „Zuviel“ an Flüssigkeit zu tun – Ihrem Kind abends nichts mehr zu trinken zu geben, bringt also gar nichts.
  • Auch das Kind nachts aufzuwecken und zur Toilette zu bringen, verhindert lediglich, dass das Bett nass wird. Es wird den Prozess des Trockenwerdens in der Nacht grundsätzlich nicht beschleunigen.
  • Hilfreich kann es sein, zunächst ein Töpfchen neben das Bett zu stellen oder das Licht in der Toilette brennen zu lassen.

Auch wenn es im normalen Alltag meistens schon ganz gut klappt, kann es immer noch ab und zu vorkommen, dass die Hose nass wird – beispielsweise in fremder Umgebung, bei Müdigkeit oder mitten in einem aufregenden Spiel.

  • Warten Sie mit dem Weglassen der Windel, bis Ihr Kind von sich aus keine Windel mehr möchte.
  • In der Übergangszeit empfiehlt es sich in jedem Fall, immer Ersatzkleidung dabei zu haben. Für die Nacht können Sie sich mit einem Matratzenschutz behelfen, damit die Matratze nicht nass wird.

Wenn die Hose in einem ungünstigen Augenblick oder bereits wiederholt an einem Tag nass wird, fühlen Sie sich vielleicht genervt oder enttäuscht. Das ist verständlich und lässt sich vor dem Kind vielleicht auch nur schwer verbergen. Versuchen Sie dennoch, nicht zu schimpfen. Vielleicht können Sie Ihrem Kind vermitteln, dass sie zwar „genervt“ sind, aber so etwas einfach passieren kann und so schlimm nun auch nicht ist.