Die Untersuchungen U1 bis U9

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Die U1 bis U9 umfassen zehn Untersuchungstermine bis zum 6. Lebensjahr. Bis Schulbeginn wird das Kind somit regelmäßig untersucht und seine Entwicklung begleitet.

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Eine Chance für jedes Kind

Die Früherkennungsuntersuchungen bieten dem Kind die Chance, dass mögliche Gesundheitsstörungen oder Auffälligkeiten in der Entwicklung meist frühzeitig erkannt und behandelt werden können und das Kind – wenn erforderlich – gezielt unterstützt und gefördert werden kann.

Auch wenn angeborene Störungen durch die Früherkennung und frühzeitige Behandlung nicht geheilt werden können, so lassen sich schwerwiegende Folgen für die kindliche Entwicklung hierdurch aber häufig vermeiden oder zumindest vermindern.

Manchmal zeigen sich auffälliges Verhalten oder Verzögerungen in der Entwicklung erst im Verlauf der ersten Jahre, zum Beispiel in der sprachlichen Entwicklung. Wird eine solche Beeinträchtigung frühzeitig erkannt, kann das Kind durch gezielte Förderung beizeiten unterstützt werden. Hierdurch können Verzögerungen oft noch aufgeholt oder zumindest günstig beeinflusst werden. Denn viele Entwicklungsschritte bauen aufeinander auf, sodass unerkannte frühe Störungen häufig weitreichende Folgen haben und die gesamte Entwicklung in Mitleidenschaft ziehen können.

Für Sie als Eltern bedeuten die Früherkennungsuntersuchungen somit einige Sicherheit. Denn die kindliche Entwicklung ist so vielfältig, wie Kinder verschieden sind. Und gerade in den ersten Lebensjahren kann diese Vielfalt der kindlichen Entwicklung Eltern häufig auch verunsichern.

Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ist kostenlos

Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ist kostenlos. Außerdem sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr grundsätzlich von Rezeptzuzahlungen befreit. Zu jeder Untersuchung sind nur das Gelbe Kinder-Untersuchungsheft bzw. Vorsorgeheft, die Krankenversicherungskarte des Kindes und der Impfpass mitzunehmen. Die genauen Untersuchungstermine vereinbahren Sie mit der kinderärztlichen Praxis.

Vorgegebene Untersuchungstermine einhalten

Für alle Früherkennungsuntersuchungen sind bestimmte Zeiträume vorgegeben, für die Sie einen Besuch in der kinderärztlichen Praxis vereinbahren sollten:

  • U1 - nach der Geburt
  • U2 - 3. bis 10. Lebenstag
  • U3 - 4. bis 5. Lebenswoche
  • U4 - 3. bis 4. Lebensmonat
  • U5 - 6. bis 7. Lebensmonat
  • U6 - 10. bis 12. Lebensmonat
  • U7 - 21. bis 24. Lebensmonat
  • U7a - 34. bis 36. Lebensmonat
  • U8 - 46. bis 48. Lebensmonat
  • U9 - 60. bis 64. Lebensmonat

Es ist wichtig, dass die Untersuchungen in den jeweiligen Altersspannen stattfinden, weil die Früherkennung und rechtzeitige Behandlung mancher Erkrankungen nur in einem bestimmten Zeitraum erfolgversprechend sind. Außerdem sind die Untersuchungstermine so festgelegt, dass der Kinderarzt oder die Kinderärztin wichtige Entwicklungsschritte beurteilen kann, die in bestimmten Zeitspannen erfolgen und für nachfolgende Entwicklungsschritte oft von besonderer Bedeutung sind.

Zur Sicherheit sollten Sie die Termine in der kinderärztlichen Praxis deshalb immer frühzeitig vereinbaren und keine Früherkennungsuntersuchung versäumen.

Inhalte der Früherkennungsuntersuchungen

Bei jeder Früherkennungsuntersuchung wird das Kind eingehend körperlich untersucht und seine Entwicklung wird überprüft. Je nach Alter des Kindes liegen die Schwerpunkte hierbei auf unterschiedlichen Bereichen, zum Beispiel Beweglichkeit und Geschicklichkeit, Sprechen und Verstehen, soziales Verhalten usw. Dazu gibt es, abhängig vom jeweiligen Alter, noch zusätzliche Themen und Beratungsschwerpunkte, wie zum Beispiel Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes, Unfallverhütung, Kariesvorbeugung, Fragen der Ernährung, aber auch mögliche Probleme und Sorgen, die Ihnen die Entwicklung oder das Verhalten Ihres Kindes macht.

Wenn der Arzt oder die Ärztin eine Erkrankung oder Auffälligkeit feststellt oder einen entsprechenden Verdacht hat, werden die Möglichkeiten mit Ihnen besprochen und in Abstimmung mit Ihnen die erforderlichen Schritte zur genaueren Diagnose und anschließenden Behandlung in die Wege geleitet.

Mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung entwickelt sich Ihr Kind unter Umständen anders als gesunde oder nicht behinderte Kinder. Die Kriterien der Früherkennungsuntersuchungen treffen dann häufig nicht mehr auf die individuelle Entwicklung Ihres Kindes zu. Lassen Sie sich daher nicht verunsichern, wenn Ihr Kind von den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für eine bestimmte Altersstufe vorgesehen sind, möglicherweise abweicht. Bei einzelnen Beeinträchtigungen, zum Beispiel Down-Syndrom oder Turner-Syndrom, gibt es auch andere "Vergleichswerte" (Wachstumskurven, sogenannte Perzentilenkurven) für die altersgemäße Entwicklung der Größe und des Gewichts. Wenn Ihr Kind entwicklungsverzögert, chronisch krank oder behindert ist, wird der Kinderarzt oder die Kinderärztin bei den U-Untersuchungen die Entwicklungsschritte überprüfen, die Ihr Kind in der Zwischenzeit gemacht hat, und mit Ihnen gegebenenfalls die weiteren Therapie- und Fördermaßnahmen besprechen. (Stand: 23.02.2016)