Durchfall bei Babys und Kleinkindern

Bei Durchfall verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit. Besonders für Babys und Kleinkinder kann dieser Flüssigkeitsverlust bedrohlich werden.

 

Wann spricht man von Durchfall?

Bei Durchfall riecht der Stuhl unangenehm und wird erheblich häufiger als normal oder flüssiger entleert, als für die Verdauung in dem Alter und die Ernährung des Kindes zu erwarten ist.
Von einem Durchfall spricht man,

  • wenn ein Baby mehr als fünf dünne Stühle pro Tag und
  • ein Kleinkind mehr als drei dünne Stühle pro Tag hat.

Durchfall ist immer mit einem Verlust an Flüssigkeit und Salzen verbunden, der vor allem bei Säuglingen und kleinen Kinder zur Austrocknung des Körpers führen und dadurch schnell gefährlich werden kann.

Infektionen sind die häufigste Ursache für Durchfall bei Kindern

Häufige Ursachen für Durchfallerkrankungen sind durch verschiedene Viren und Bakterien ausgelöste Darminfektionen.

Durchfall bei Kindern ist zum Beispiel häufig auf eine Darminfektion durch Rotaviren und Noroviren. Diese Erreger sind hochansteckend und verbreiten sich insbesondere durch Schmierinfektionen: Nach Berühren von mit Viren verschmutzten Gegenständen und Flächen, zum Beispiel Türklinken, Lichtschalter, Wasserhähne, gelangen sie über die Hand in den Mund. Auch über Lebensmittel, die mit dem Erreger verunreinigt sind, werden die Keime übertragen.

Verdorbene Lebensmittel, eine ungünstige Ernährungsweise, Medikamente oder eine Lebensmittelunverträglichkeit können ebenfalls Durchfall auslösen. Auch seelische Faktoren wie Stress (zum Beispiel Reisefieber) können zu Durchfall führen. Meist dauern die Beschwerden allerdings nur ein bis zwei Tage an.

Was tun, wenn das Baby oder Kind Durchfall hat

Wenn Ihr Kind Durchfall hat, sollten Sie zunächst die Körpertemperatur messen, denn gleichzeitiges Fieber und/oder Erbrechen lassen vermuten, dass eine Infektion vorliegt.

Wichtig: Um den Verlust an Flüssigkeit und Salzen auszugleichen, muss Ihr Kind viel trinken, am besten immer wieder in kleinen Mengen. Je nach Alter Ihres Kindes empfehlen sich für die Zufuhr von Flüssigkeit und Salzen unterschiedliche Vorgehensweisen:

Wenn das Baby Durchfall hat:

  • Säuglinge sollten auf jeden Fall weitergestillt werden.
  • Bei Flaschennahrung sollte das Kind statt der Säuglingsmilch sechs bis acht Stunden lang dünnen Tee (Fenchel- oder Kamillentee) mit einer Prise Salz und einem Teelöffel Traubenzucker bekommen.

Wenn das Kleinkind und ältere Kind Durchfall hat:

  • Das Kind sollte etwa sechs Stunden lang kein feste Nahrung zu sich nehmen, sondern nur viel trinken.
  • Die Getränke sollten abwechslungsreich ausgewählt werden.

Besonders empfehlenswert sind Kamillen-, Fenchel- oder dünner schwarzer Tee mit ein bis zwei gestrichenen Teelöffeln Zucker pro 100 ml Tee (entspricht in etwa einer Tasse) und einer Prise Salz. Gesalzene Brühen und kaliumreiche Obstsäfte wie Bananen- oder Aprikosensaft können zusätzlich helfen, Verluste an Nährstoffen, Elektrolyten und Vitaminen auszugleichen.

  • Wenn Ihr Kind schon selbstständig aus dem Becher trinkt, lässt sich die Trinkmenge durch Verwendung eines Strohhalms oft erhöhen.
  • Nach etwa sechs Stunden können Sie Ihrem Kind wieder leicht verdauliche, fettarme Kost anbieten, wie zum Beispiel gesalzene Schleimsuppen aus Hafer oder Reis, geriebener Apfel, pürierte Banane oder Zwieback.

Zum Schutz vor weiteren Ansteckungen ist häufiges Händewaschen und besondere Sauberkeit oberstes Gebot. Das gilt natürlich für alle in der Familie. Nach jedem Toilettengang, nach dem Wechseln der Windeln und vor jedem Essen sollten die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife gewaschen werden. Vor der Zubereitung von Mahlzeiten und vor dem Essen sollten die Hände ebenfalls immer erst sorgfältig gereinigt werden.

Wann bei Durchfall ein Arztbesuch dringend ist

Meist zeigt sich durch die genannten Maßnahmen schon bald Besserung. Bei bestimmten Symptomen oder Umständen sollten Sie mit Ihrem Kind allerdings unverzüglich die kinderärztliche Praxis aufsuchen:

  • Wenn Sie Ihr Kind stillen und die Stuhlfarbe weiß ist.
  • Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihr Kind zum Trinken zu bewegen.
  • Wenn Brechdurchfall auftritt.
  • Wenn das Kind hohes Fieber bekommt und/oder gleichzeitig Bauchschmerzen hat.
  • Wenn die Bauchdecke sehr angespannt ist.
  • Wenn der Durchfall bei Säuglingen seit sechs Stunden, beim Kleinkind seit zwölf Stunden und beim Schulkind seit 18 Stunden anhält.

Nützliche Beobachtungen für den Arzt oder die Ärztin

Da Durchfall viele Ursachen haben kann, sollten Sie Ihr Kind in jedem Fall möglichst genau beobachten, um dem Kinderarzt oder der Kinderärztin gegebenenfalls weitere Symptome beschreiben zu können. Nützliche Hinweise sind zum Beispiel:

  • Hat Ihr Kind Fieber, Bauchschmerzen oder erbricht es?
  • Wie oft und wie viel macht es in die Windel? Wie ist der Stuhl beschaffen?
  • Welche Farbe hat der Stuhl?
  • Entleert das Kind regelmäßig die Blase?
  • Hat es Schnupfen oder Husten?
  • Zeigen andere Familienmitglieder die gleichen Symptome?
  • Wirkt das Kind besonders geschwächt oder beeinträchtigt?