Gefürchtete Blutsauger: Zecken
Sobald es warm wird, werden Zecken aktiv und beim Blutsaugen können sie verschiedene Krankheitserreger übertragen.
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Zecken halten sich gern in hohem Gras oder in feuchtem Laub auf. Beim Hindurchgehen streift man sie zum Beispiel mit den Beinen ab und sie können sich dann an der Haut festsetzen. Beim Blutsaugen können sie vor allem die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer speziellen Form der Hirnhautentzündung, und die Erreger der Lyme-Borreliose übertragen. Das Krankheitsbild der Lyme-Borreliose ist sehr vielgestaltig und die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann Tage bis Wochen und - für bestimmte Erkrankungen wie zum Beispiel die Lyme-Arthritis - sogar Jahre betragen.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren ausgelöst. Diese kommen jedoch nur in bestimmten Risikogebieten vor. In Deutschland liegen die wesentlichen Verbreitungsgebiete in Baden-Württemberg und Bayern sowie in Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Doch auch in den Risikogebieten ist nur ein sehr geringer Teil der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert.
Die in Europa am häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung ist die Lyme-Borreliose. Im Unterschied zu den FSME-Erregern ist das Auftreten der Bakterien, welche die Lyme-Borreliose verursachen können, nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt. Schätzungsweise 5 bis 35 Prozent der Zecken sind mit diesen Borrelien, infiziert und sie können überall auftreten.
Gegen FSME ist eine Impfung möglich. Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen FSME-Erkrankungen in Deutschland seit 2001 an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet und von dort über die zuständigen Landesbehörden an das Robert Koch-Institut gemeldet werden. Auf der Basis der dokumentierten Erkrankungsfälle veröffentlicht das Robert Koch-Institut jährlich aktualisierte Karten zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für folgende Personenkreise:
Die Impfstoffe sind allgemein gut verträglich. Vor allem bei jüngeren Kindern werden jedoch häufig fiebrige Reaktionen beobachtet. Für Kinder unter drei Jahren sollte der Arzt oder die Ärztin gemeinsam mit den Eltern deshalb besonders sorgfältig die Notwendigkeit der Impfung prüfen.
Entzündungen der Hirnhäute können durch verschiedene Erreger, wie zum Beispiel Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae Typ b (Hib), hervorgerufen werden. Die Impfungen gegen diese Erreger schützen nicht vor einer durch FSME-Viren ausgelösten Hirnhautentzündung, so wie umgekehrt eine FSME-Impfung nur gegen FSME-Viren wirksam ist.
Da eine Impfung nur gegen FSME, nicht aber gegen Borreliose möglich ist, sollten Sie Zeckenstiche nach Möglichkeit vermeiden:
Es gibt auch synthetische oder natürliche Stoffe, die durch ihren Geruch Zecken fernhalten. Diese sogenannten Repellentien sind in Drogeriemärkten und Apotheken frei erhältlich. Sie werden auf die Haut aufgetragen und können für einen kurzen Zeitraum von einigen Stunden einen gewissen Schutz bieten.
Für Haustiere gibt es unter anderem Zeckenhalsbänder, die jedoch auch nur zeitlich begrenzt schützen.
Zecken sollten möglichst sofort entfernt werden. Die FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken. Durch den Stich können sie rasch in die Blutbahn des Wirtes gelangen. Anders die Borrelien: Sie befinden sich im Darm der Zecken, sodass die Erreger erst bei längerem Saugen - in der Regel erst nach circa 24 Stunden - übertragen werden. Wird die Zecke rasch entfernt, ist das Übertragungsrisiko der Borreliose-Erreger sehr gering.
Die wichtigsten Hinweise zum vorsorglichen Schutz und zum sicheren Entfernen von Zecken finden Sie hier auch als Download.
Alljährlich durch das Robert Koch-Institut aktualisierte Übersichtskarte der FSME-Risikogebiete in Deutschland.
rki.de RKI| PDF 24.08.2012Merkblatt zu FSME (aktualisierte Fassung Juni 2011), u.a. über Erreger, Vorkommen und Übertragung von FSME, über die Krankheit, Behandlung und Schutz.
rki.de RKI| 11.04.2012Das Krankheitsbild von FSME und wichtige Hinweise, unter anderem zur Vorsorge und zum Impfschutz sowie zur Ersten Hilfe bei einem Zeckenstich.
kinderarzte-im-netz.de BVKJ| 23.04.2012Informationen (aktualisierte Fassung April 2007) u.a. über die Erreger, Vorkommen, Übertragung, mögliche Symptome, Behandlung und Vorbeugemöglichkeiten.
rki.de RKI| 11.04.2012Ursachen, Krankheitsbild, Erkennung und Therapie der Borreliose sowie wichtige Hinweise, Vorsorge-Tipps und häufige Fragen.
kinderarzte-im-netz.de BVKJ| 29.03.2012
Bakterien sind winzige Organismen, die aus einer einzigen Zelle bestehen. Es gibt sie überall in unserem Körper und viele sind wichtig für den Menschen, beispielsweise für die Verdauung in unserem Darm. Manchmal können diese Bakterien aber auch Krankheiten verursachen, wenn sie beispielsweise überhandnehmen. Und manche Bakterien haben in unserem Körper generell keine förderliche Wirkung und sind immer krankheitserregend.
Im Gegensatz zu Viren besitzen Bakterien einen eigenen Stoffwechsel: Sie ernähren sich, wachsen heran und können sich selbst vermehren. In diesen "bakterieneigenen" Prozess können Antibiotika gezielt eingreifen. Sie blockieren die für die Bakterien notwendigen Stoffwechselvorgänge oder die Vermehrung und sorgen dafür, dass die Bakterien absterben.
Und genau dieser Punkt macht es mit den Viren so schwierig: Da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen und sich nicht selbst vermehren können, brauchen sie hierzu einen Wirt - die Zelle eines Lebewesens. Ist das Virus in eine Zelle eingedrungen, veranlasst es die Wirtszelle, neue Viren zu produzieren. Die Viren selbst bieten deshalb kaum geeignete Angriffspunkte, um sie an der Vermehrung zu hindern, ohne dabei auch körpereigene Zellen zu schädigen.
Die Zellen unserer Schleimhäute in den Atemwegen sind beispielsweise ideale Wirtszellen. Da sie nicht von einer schützenden Hautschicht umgeben sind, sind sie Virusangriffen besonders häufig ausgesetzt. Am besten ist es, wenn das körpereigene Immunsystem selbst mit den Viren fertig wird und sie an der Vermehrung hindert. Bei den meist harmlosen grippalen Infekten gelingt dies in der Regel, indem man die Symptome wie Fieber, Schnupfen, Husten lindert und den Körper schont, damit sich das Immunsystem ganz auf seine "Abwehrarbeit" konzentrieren kann. Bei anderen Viren, die schwere Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, verursachen, muss das Immunsystem durch die entsprechenden Schutzimpfungen erst trainiert und auf die jeweiligen Eindringlinge vorbereitet werden.