Medienwahrnehmung 6-7 Jahre

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Grundschulkinder sind im Umgang mit Filmen, Computer & Co. teilweise schon sehr geübt. Wichtig ist, dass für ausreichend Alternativen zum Medienkonsum gesorgt wird.

Mädchen steht in einem Papierfernseher © gettyimages
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Kinder erkennen jetzt immer besser "den roten Faden"

Ab dem Grundschulalter können Kinder zunehmend zwischen dem, was sie in den Medien sehen und hören, und der Wirklichkeit unterscheiden. Sie beginnen zu erkennen, dass Filme und Sendungen von jemandem ausgedacht und "gemacht" wurden, und sind immer mehr in der Lage, auch etwas komplizierteren Filmen und Fernsehserien zu folgen. Immer besser können sie nun auch Rückblenden und Zeitraffer sowie Ortswechsel erkennen.

Details und einzelne Szenen stehen nach wie vor im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch zwischen sechs und sieben Jahren entwickeln Kinder zunehmend die Fähigkeit, den "roten Faden", also den wesentlichen Handlungsstrang eines altersgemäßen Filmes, zu erkennen. Sie unterscheiden die verschiedenen Charaktereigenschaften ihrer Heldinnen und Helden und setzen sie in Rollenspielen ein. Sie identifizieren sich häufig mit ihren Fernsehfreunden und -freundinnen und diese werden zu einem Bestandteil ihrer eigenen Erfahrungswelt.

Auch Probleme und Konflikte können die Kinder nun nachvollziehen, wenn es sich um altersgemäße Filme handelt. Sind diese lebensnah, beziehen die Kinder sie auf ihre eigene Situation ("Ich wurde noch nie geschlagen, aber neulich hat meine Mama mich angeschrien, das war schlimm!"). Die Lösungen der Konflikte sind für Kinder wichtig und werden genau wahrgenommen.

Was Grundschulkinder im Fernsehen mögen

Grundschulkinder sehen gern Zeichentrickserien und -filme, die bereits vielschichtigere und spannungsreichere Handlungen aufweisen; sie mögen Serien mit Action und Wortwitz, die auch bei den älteren Geschwistern gut angekommen. Auch Spielshows und Wissenssendungen für Kinder stehen bei dieser Altersgruppe hoch im Kurs. Bei einigen Kindern beginnt jetzt auch die Vorliebe für die Soaps, die im Vorabendprogramm gezielt gezeigt werden, aber eigentlich für Jugendliche oder Erwachsene gedacht sind.

Spätestens ab dem Grundschulalter trennen sich zumeist die Vorlieben der Jungen und Mädchen. Es entwickeln sich klarere Rollenbilder mit geschlechtsorientierten Vorlieben für Medienfiguren und -geschichten. In der Regel suchen sich Mädchen weibliche und Jungen männliche Figurentypen aus. (Mehr zu Rollenbildern in den Medien in den Basisinformationen "Mein Freund Wickie... Kinder und ihre Medienhelden".)

Computerspiele: jedem das Seine

Was Computerspiele betrifft, so beginnen sich bei Kindern dieses Alters unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten herauszubilden. Manche Kinder mögen nur klar strukturierte Lern- und Abenteuerspiele und lehnen actionbetonte Spiele völlig ab. Andere können sich intensiv und geschickt mit Autorennen oder Fußball-Animationen beschäftigen. Wieder andere können oder wollen mit dem Computer noch nicht viel anfangen. Kindern, die nie an einer Playstation spielen, stehen andere gegenüber, für die die Spielkonsole zum Alltag gehört.

Wenn Ihr Kind Interesse am Computer äußert, zeigen Sie ihm Schritt für Schritt und altersgerecht, welche Möglichkeiten der Computer bietet, und achten Sie seine Interessen und Vorlieben.

Internet: Kinder auf dem Weg ins Netz begleiten

Mit dem Grundschulalter wächst meist auch das Interesse am Internet und den Möglichkeiten seiner Nutzung. Manche Kinder suchen im Internet vor allem nach Spielen oder nach Malvorlagen zum Ausdrucken, andere nutzen es bereits, um ganz gezielt nach Informationen zu einem bestimmten Thema zu suchen.

Es ist wichtig, Kinder in diesem Alter bei ihren ersten Kontakten mit dem Internet zu begleiten und mit ihnen über die Möglichkeiten, aber auch die Gefahren des Internets zu sprechen. Zeigen Sie Ihrem Kind geeignete Seiten und bleiben Sie in diesem Alter möglichst dabei, wenn Ihr Kind im Internet surft. Zumindest der Computer mit dem Internetzugang sollte an einem zentralen Ort in der Wohnung stehen, damit Sie mitbekommen, womit sich Ihr Kind beschäftigt.

Fotografieren, Filmen, Schreiben: kreativ mit Medien

Für Kinder im Grundschulalter bieten Medien schon viele Möglichkeiten zur aktiven und kreativen Nutzung. Sie sind bereits in der Lage, Fotos zu laden und mit einfachen Programmen zu bearbeiten oder Malprogramme zu nutzen. Sie können Inhalte von Lernspielen nach ihren Wünschen bearbeiten und ausdrucken und mit der Digitalkamera "experimentieren". Je nach Schreib- und Lesefähigkeit schreiben sich einige Kinder in diesem Alter schon E-Mails oder E-Cards. Unterstützen Sie Ihr Kind in einem aktiven und kreativen Umgang mit Medien.

Werbung bleibt verführerisch

Kinder können nun immer besser Werbung vom Programm unterscheiden. Dies bedeutet aber nicht, dass sie nun gegen Werbung "immun" sind. Im Gegenteil: Werbesongs und Werbebotschaften werden häufig von ihnen aufgenommen und äußern sich dann in Form von Konsum- und Kaufwünschen. Deshalb ist es weiterhin wichtig, mit Kindern über Werbung, ihre Absichten und ihre Wirkung zu sprechen.