Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln

Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel informiert über einzelne Zutaten der Produkte und erleichtert Allergikern die Auswahl ihrer Lebensmittel.

Zwölf Hauptallergene sind jetzt überall ausgewiesen

Bis jetzt verbargen sich viele Inhaltstoffe von Lebensmitteln, die für Allergiker besonders kritisch sind, hinter für Laien kaum zu verstehenden Begriffen auf der Produktverpackung Die im November 2005 EU-weit in Kraft getretene neue Kennzeichnungspflicht soll dem jetzt Abhilfe bringen.

Die wichtigste Veränderung: Die zwölf Lebensmittel, die am häufigsten Allergien auslösen, müssen nun immer auf den Produkten ausgewiesen werden. Dies gilt auch, wenn sie in nur sehr kleinen Mengen enthalten sind. Zu den zwölf Hauptallergenen gehören:

  • Eier
  • Erdnüsse
  • Krebstiere
  • Milch
  • Schalenfrüchte (Haselnüsse, Mandeln, Kaschunuss, Macadamianuss, Queenslandnuss, Pistazie, Paranuss, Walnuss)
  • Sellerie
  • Sesamsamen
  • Soja
  • Glutenhaltige Getreide (zum Beispiel Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut)
  • Schwefeldioxid und Sulfite (ab zehn Milligramm pro Kilogramm oder Liter)

25-Prozent-Regelung ist abgeschafft

Vor November 2005 mussten die Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten nicht aufgelistet werden, wenn davon weniger als 25 Prozent in dem Lebensmittel enthalten waren. Enthielt zum Beispiel eine Konservensuppe weniger als 25 Prozent Würstchen, so musste nicht angegeben werden, aus was die Würstchen im Einzelnen bestanden.

Nach der neuen Kennzeichnungsverordnung werden bei zusammengesetzten Zutaten nun alle Einzelbestandteile genannt, auch wenn sie nicht zu den Hauptallergenen gehören.

Lücken der Kennzeichnungsverordnung beachten

Allergiker sollten noch folgendes beachten:

  • Für Lebensmittel, die vor dem 25. November 2005 hergestellt wurden, gilt die neue Kennzeichnungsverordnung noch nicht.
  • Für einige Zutaten muss keine genaue Deklaration erfolgen, vorausgesetzt sie beinhalten keine der zwölf Hauptallergene und machen weniger als zwei Prozent des Lebensmittels aus.. Hierzu gehören zum Beispiel Kräuter- oder Gewürzmischungen.
  • Kleine Portionspackungen, wie zum Beispiel Streichkäse beim Frühstück im Restaurant oder kleine lose Schokoladenfiguren beim Bäcker brauchen kein Zutatenverzeichnis.
  • Bei nicht verpackter Ware am Käsestand oder an der Wursttheke gilt die Verordnung nicht.
  • Kantinen oder andere Systeme der Gemeinschaftsverpflegung sowie Restaurants sind von der Allergenkennzeichnung ausgenommen.
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