Hochfrequente elektromagnetische Felder

Hochfrequente elektromagnetische Felder werden in der Regel von einer Antenne abgestrahlt. Fernsehen, Radio und Mobilfunk sind gängige Alltagsbeispiele hierfür.

 
 
Kind hält Handy ans Ohr © gettyimages

Elektromagnetische Felder

Anders als bei den niederfrequenten Feldern sind bei den hochfrequenten Feldern das elektrische und das magnetische Feld sehr eng miteinander gekoppelt. Die Wirkung ist nicht auf eine einzelne Komponente des Feldes zurückführbar.

Die Frequenz, gemessen in Hertz (Hz), gibt die Zahl der Schwingungen pro Sekunde an, das heißt, wie oft sich das Feld in einer Sekunde auf- und abbaut. Der hochfrequente Bereich liegt zwischen etwa 100 Kilohertz (kHz) und 300 Gigahertz (GHz): Er beginnt mit der Langwelle, die üblicherweise Amateurfunker nutzen, und reicht bis zum Radar, der unter anderem für die Überwachung des Flugverkehrs eingesetzt wird.

 

Wirkungen und Grenzwerte

Der menschliche Körper nimmt hochfrequente elektromagnetische Felder auf und wandelt deren Energie in erster Linie in Wärme um. Hierbei spricht man von einem thermischen Effekt. Im Alltag ist der Effekt so gering, dass ein Temperaturanstieg nicht messbar ist.

Wie weit die Felder in den Körper gelangen, hängt von der Frequenz ab. Die Langwelle dringt sehr weit in den Körper ein. Die Felder des Mobilfunks, mit mehr als tausendmal höheren Frequenzen, werden schon auf den ersten Zentimetern vom Körper resorbiert.

Je weiter man von einer Sendeantenne entfernt ist, desto geringer ist die Stärke des jeweiligen Feldes.

Damit es nicht zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kommt, gibt es für jeden Frequenzbereich entsprechende Grenzwerte. Üblicherweise werden diese Grenzwerte nicht ausgeschöpft und 100- bis 10.000-fach unterschritten.

Manche Menschen haben Angst, dass die hochfrequenten Strahlen im Körper noch andere Veränderungen als die Wärmeentwicklung verursachen könnten. Sie fürchten sich vor Schlafstörungen, veränderten Hirnströmen oder Veränderungen der Erbsubstanz. Physikalisch und chemisch ist es aber nicht erklärbar, wie es zu diesen Effekten kommen sollte. Ein wissenschaftlicher Beweis fehlt.

 

Die wichtigsten Anwendungen im Alltag

Die Hochfrequenztechnologie kommt in vielen Alltagsanwendungen zum Einsatz: An Radio, Fernsehen und Fernbedienungen haben wir uns schon lange gewöhnt.

Aber besonders einige Technologien erscheinen vielen Menschen bedenklich.

Schnurlose Telefone
Schnurlose Telefone für Haus und Garten übertragen die Sprache aus dem normalen Telefonnetz per Funk zum Hörer. Die hierfür genutzten Felder sind schwach. Die Grenzwerte werden mehr als 200-fach unterschritten.

Babyfone
Manche Babyfone übertragen die Informationen über die normale Stromleitung. Viele arbeiten aber auch wie schnurlose Telefone. Ihre Tonqualität ist oft besser im Vergleich zu den herkömmlichen Geräten. Die Grenzwerte werden von allen Geräten deutlich unterschritten. Wer ganz sicher gehen möchte, kann das Babyfon etwas weiter entfernt vom Kinderbett aufstellen.

Mikrowellenkochgeräte
Die Geräte verwenden hochfrequente Felder im Gigahertzbereich zum schnellen Erwärmen von Speisen. Bei vielen Mikrowellen tritt eine leichte Leckstrahlung in der Nähe der Tür auf. Diese liegt weit unter den Grenzwerten.

Wie beim herkömmlichen Kochen, Braten oder Backen kommt es auch beim Garen in der Mikrowelle zu einer Umbildung der Nahrungsmittel. Gesundheitlich bedenkliche Veränderungen, die speziell der hochfrequenten Felder zuzuordnen wären, sind nicht bekannt.

Hinweis: In der Mikrowelle erwärmte Speisen und Getränke sollten nach dem Erwärmen gründlich umgerührt werden, um Temperaturunterschiede auszugleichen. Denn häufig bilden sich sogenannte "Hot Spots": Einige Stellen im Essen können sehr heiß sein, während andere noch kalt sind. Diese entstehen vor allem in hohen, schmalen Gefäßen wie Babyflaschen oder -gläschen.

Bildschirme
Wie viele andere Büro- und Haushaltsgeräte sind auch Fernseher, Computerbildschirme und andere Bildschirme von elektromagnetischen Feldern umgeben. Umfangreiche Messungen des Bundesinstitutes für Strahlenschutz (BfS) haben gezeigt, dass die geltenden Grenzwerte weit unterschritten werden.

Satellitenempfangsanlagen
Sogenannte "Satellitenantennen" oder "Satellitenschüsseln" empfangen nur und senden nicht selbst. Von ihnen gehen keine hochfrequenten Felder aus.

 

Hinweis für Eltern

Im Alltag werden alle für die Gesundheit wichtigen Grenzwerte für hochfrequente Strahlungsquellen weit unterschritten. Aufwendige, kostenintensive Abschirmkonzepte zum Schutz vor hochfrequenten elektromagnetischen Feldern sind nicht sinnvoll.

Empfehlungen von Baubiologen sind kritisch zu beurteilen: Die hohen Kosten einer Abschirmmaßnahme stehen nicht im Verhältnis zu einem sehr fraglichen Nutzen.

Für Menschen, die sich sehr vor "Strahlenbelastungen" fürchten, kann aus psychologischen Gründen eine "Abschirmung" aber trotzdem hilfreich sein.

Aspekte und Fragen speziell zum Thema Mobilfunk finden Sie in dem separaten Artikel "Mobilfunk und Gesundheit".