Partnerschaftlich mit Eltern und Familien arbeiten

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Ein partnerschaftlicher Umgang zwischen Eltern und Fachkräften kommt der gesunden kindlichen Entwicklung zugute und bedeutet für alle Beteiligten ein Gewinn.

Bild aus Knete stellt Familie dar © ChristArt/fotolia
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Eltern und Fachkräfte – Experten für die Kinder

Eltern sind (in der Regel) die ersten wichtigen Bezugspersonen für das Kind. Zu ihnen baut das Kind eine Bindung auf, welche seine Entwicklung prägt.

  • Eltern sind Experten für ihr eigenes Kind. Viele Erfahrungen und Erlebnisse haben die Beziehung bereits geprägt. Ihr Expertenwissen beruht darauf, das eigene Kind und seine Entwicklung wahrzunehmen. Sie bringen ihr Wissen um den gelebten Alltag mit. Sie wissen am besten, wann ihr Kind traurig, glücklich, ängstlich und zufrieden ist. Vor allem aber sind und bleiben Eltern in der Regel die wichtigsten Personen für Kinder.
  • Pädagogische Fachkräfte sind Experten für kindliche Entwicklungs- und Bildungsprozesse und die sozialpädagogische Arbeit mit Kindern, und sie sind Experten für den Alltag in der Kita.

Beiderseitige Erwartungen und Ansprüche

Eltern haben einen gesetzlich geregelten Anspruch, dass ihre Kinder in Tageseinrichtungen gefördert werden. Das heißt, dass sie auch berechtigt sind, Informationen einzufordern und ihre individuellen Kriterien bei der Wahl der Betreuung anzulegen. Eltern können ihr Kind anmelden und auch wieder abmelden, es besteht im Gegensatz zur Schule keine Kita-Pflicht. Eltern sind in der Kita auch Kunden, die eine Dienstleistung für ihre Kinder in Anspruch nehmen, solange sie – aus ihrer Sicht – zufrieden sind. Wenn man bei diesem Vergleich bleibt, sind Fachkräfte in der Kita die Dienstleister.

Eltern sind auf Informationen angewiesen, wie der Betreuungsalltag gestaltet wird und wie sich ihr eigenes Kind verhält und entwickelt. Doch auch die Kita-Fachkräfte sind darauf angewiesen, von Eltern Informationen zu erhalten, zum Beispiel zur Familienstruktur, über Gewohnheiten in der Familie oder über das Verhalten des Kindes in bestimmten Situationen außerhalb des Betreuungsalltags.

Praxistipp

Erwartungen und Ansprüche von Eltern können Sie zum Beispiel durch eine Befragung in Erfahrung bringen. In einer Kita können Sie die Erwartungen und Ansprüche der Fachkräfte beispielsweise bei einer Teamsitzung thematisieren. Sammeln Sie zum Beispiel Ideen der Erzieherinnen und Erzieher, wie sie sich Eltern wünschen.

Zwei Lebenswelten verbinden

Eine wichtige Aufgabe in der Zusammenarbeit mit Eltern besteht darin, die beiden Lebenswelten des Kindes – Kita und Familie – zu verbinden. Für eine gesunde Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass Mütter, Väter und Fachkräfte gemeinsam herausfinden, was ein Kind braucht, was ihm gut tut und welche individuelle Unterstützung es braucht.

Für Fachkräfte in der Kita bedeutet dies einerseits, von wichtigen Ereignissen in der Familie zu erfahren, sich zu interessieren und die Eltern ernst zu nehmen. Andererseits ist es ihre Aufgabe, ihr pädagogisches Wissen und ihre Erfahrungen mit dem Kind während der Betreuungszeit in angemessener Form mit den Eltern zu teilen.

In den letzten Jahren haben sich Familienstrukturen sehr verändert. Während es früher vor allem traditionelle Familienstrukturen gab, in denen überwiegend Mütter die Ansprechpartnerinnen in der Kita waren, gibt es heute viele verschiedene Konstellationen. Alleinerziehende Elternteile, geschiedene Partner, Regenbogenfamilien, Patchwork-Familien, Großeltern, Pflegeeltern – in der außerfamiliären Kinderbetreuung sehen sich die Fachkräfte vielen verschiedenen „Eltern“ gegenüber.

Gewinn für Kinder, Eltern und Fachkräfte

Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften ist für alle Beteiligten von großem Vorteil – auch und insbesondere für die Kinder. Denn auch, wenn sich Kinder noch nicht immer entsprechend ausdrücken können, haben sie schon sehr früh ein feines Gespür dafür, ob ihre Eltern anerkannt oder abgelehnt werden.

Besonders Kinder haben ein großes Bedürfnis nach Stabilität und klarer Orientierung. Ein einvernehmliches Zusammenarbeiten von Eltern und Fachkräften in der Kita bedeutet für sie:

  • Die Kinder spüren Verlässlichkeit.
  • Sie fühlen sich aufgehoben.

Im Kita-Alltag heißt das zum Beispiel, dass sich Eltern an Vorgaben zum gesunden Frühstück halten oder ihr Kind schon vor dem Besuch der Kita mit Sonnenschutz eincremen. Es kann ebenso bedeuten, dass gemeinsame Ziele vereinbart werden, wie das Kind in seiner Entwicklung von beiden Seiten unterstützt werden kann.

Auch für Eltern stellt eine gute Zusammenarbeit mit den Fachkräften ein Gewinn dar:

  • Sie fühlen sich ernst genommen und bestätigt.
  • Sie werden an wesentlichen Fragen im Betreuungsalltag beteiligt.
  • Sie werden in Erziehungsfragen unterstützt und erhalten neue Anregungen auch zu Themen wie gesunde Ernährung, Bewegungsspiele, Hygieneregeln.
  • Sie können andere Eltern treffen und sich austauschen, entweder zwanglos zum Beispiel im Elterncafé oder im Rahmen thematischer Elternabende, zum Beispiel zur gesunden Ernährung, zu einem akuten Kopflausbefall in der Kita, zum Thema Gefühle usw.
  • Sie erhalten Beratung und finden Kontakt auch zu externen Einrichtungen, zum Beispiel Beratungsstellen.

Die Fachkräfte in der Kita können ebenfalls von einer guten Zusammenarbeit mit Eltern profitieren:

  • Sie erfahren Anerkennung von den Eltern.
  • Sie fühlen sich von Eltern ernst genommen und unterstützt.
  • Sie empfinden Eltern nicht als Belastung sondern Entlastung.
  • Sie können die Kompetenzen der Eltern für den Betreuungsalltag nutzen.

Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkraft setzt immer voraus, dass man sich auf Augenhöhe begegnet. Wenn Eltern wie auch die Fachkräfte an einem Strang ziehen, lassen sich viele pädagogische Maßnahmen besser umsetzen.

Zusammenarbeit mit Eltern – Materialien und Linktipps

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