Das neue Kinder-Untersuchungsheft – Praktische Fragen

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Künftig bekommen alle Eltern von Neugeborenen und kleinen Kindern bis zur U6 ein neues, verändertes Gelbes Kinderuntersuchungsheft. Die wichtigsten Fragen dazu haben wir zusammengefasst.

Das Gelbe Heft © Foto: BZgA; Kinderuntersuchungsheft: G-BA
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Die Früherkennungsuntersuchungen spielen eine zentrale Rolle für das gesunde kindliche Aufwachsen. Zum 01.09.2016 sind nun unter anderem die zehn U-Untersuchungen bis zum Schulalter neu gefasst und teilweise erweitert worden. Ebenso wurde ihre Dokumentation im sogenannten Gelben Heft umstrukturiert und mit einer Teilnahmekarte versehen.

Wozu dient das Gelbe Heft?

Im Gelben Kinderuntersuchungsheft, auch „Gelbes Heft“ genannt, werden von den Ärztinnen und Ärzten sowie teilweise Hebammen und Entbindungspflegern das genaue Datum und die Ergebnisse aller U-Untersuchungen festgehalten. Die Eltern unterstützt das Gelbe Heft bei der Vorbereitung auf die jeweilige Früherkennungsuntersuchung mit Informationen über die altersentsprechenden Untersuchungsinhalte.

Woher bekommt man das (neue) Gelbe Heft?

Das Gelbe Heft wird den Eltern des Kindes in der Regel in ihrer Geburtsklinik übergeben, bei Hausgeburt von ihrer Hebamme bzw. ihrem Entbindungspfleger. Eltern von Neugeborenen erhalten das neue Gelbe Heft kurz nach der Geburt. Auch von den Ärztinnen und Ärzten, die die nachfolgenden Früherkennungsuntersuchungen für Kinder durchführen, erhalten Eltern bzw. Sorgeberechtigte ab Herbst 2016 das neue Gelbe Heft. Alle U-Untersuchungen des Früherkennungsprogramms werden dann in diesem Heft dokumentiert.

Bei dem Kind wurden schon einige U-Untersuchungen durchgeführt und im alten Gelben Heft eingetragen. Bekommen die Eltern dennoch das neue Gelbe Heft?

Ja. Die Eltern erhalten bis zur U6 zusätzlich zu ihrem alten Gelben Heft das neue Kinderuntersuchungsheft. Die Ergebnisse aus dem bisher verwendeten Kinderuntersuchungsheft werden nicht übertragen. Die Eltern sollten beim Besuch der ärztlichen Praxis immer beide Hefte dabei haben.

Was passiert ab der U7?

Ab der U7 dokumentiert die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse auf Einlegeblättern, die in das schon bestehende Gelbe Heft eingeklebt werden.

Teilnahmekarte © BZgA
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Wozu ist die abtrennbare Teilnahmekarte im Gelben Heft da?

Auf der heraustrennbaren Teilnahmekarte werden die bisher wahrgenommenen U-Untersuchungen dokumentiert. So können Eltern oder Sorgeberechtigte die regelmäßige Teilnahme an den U-Untersuchungen bei Bedarf z. B. bei Behörden, Kindertagesstätten, Schulen oder Jugendämtern vorweisen.

Es ist zukünftig vorgesehen, dass man vor der Erstaufnahme in eine Kindertagesstätte auch durch Vorlage dieser Teilnahmekarte die nach Infektionsschutzgesetz geforderte ärztliche Beratung zu einem vollständigen und altersgemäßen Impfschutz nachweisen kann. In den U-Untersuchungen U3-U9 ist nämlich jeweils eine Impfberatung und Überprüfung der Vollständigkeit des Impfstatus vorgesehen.

Woher bekommt man einen Ersatz, wenn das Gelbe Heft oder die Teilnahmekarte abhandengekommen ist?

Beides kann bei Verlust erneut von der Geburtsklinik, der Hebamme bzw. dem Entbindungspfleger und später durch die ärztliche Praxis, die die U-Untersuchungen des Kindes betreut, ausgehändigt werden.

Wem müssen die Eltern (bzw. die Sorgeberechtigten) das Gelbe Heft zeigen?

Bei dem Gelben Heft handelt es sich um vertrauliche Informationen. Keine Institution (z. B. Kita, Schule, Jugendamt) darf verlangen, das Heft einsehen zu dürfen. Es liegt in der Entscheidung der Eltern, wem sie das Gelbe Heft zeigen. Die heraustrennbare Teilnahmekarte ist als Nachweis für die Wahrnehmung der U-Untersuchungen ausreichend.

Was ist neu bei den Früherkennungsuntersuchungen?

Das gesetzlich verankerte Früherkennungsprogramm für Kinder von 0–6 Jahren ist kürzlich überarbeitet worden. In den entsprechenden „Richtlinien über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres“, kurz Kinder-Richtlinie, ist der Untersuchungsaufbau und -umfang teilweise neu festgelegt worden. Vieles wird aber – weil bewährt – beibehalten. Bei dieser gründlichen Überarbeitung wurden von einem Expertenkreis sowohl die Art der Untersuchungen (Methoden) als auch die besten, zum Teil entwicklungsbezogenen Zeitpunkte für die Untersuchungen auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft.

Für die untersuchenden Ärztinnen und Ärzte wurden diverse Untersuchungsmethoden und Standards neu strukturiert und genauer gefasst. Auch das Festhalten der Untersuchungsergebnisse, die sogenannte Dokumentation, wurde aktualisiert: Das gelbe Untersuchungsheft ist daher auch etwas anders aufgebaut und umfangreicher als bisher.

Für Eltern sind insbesondere folgende Neuerungen zu nennen:

  • Im Gelben Kinderuntersuchungsheft werden die wichtigsten Themen jeder U-Untersuchung für die Eltern jetzt kurz beschrieben. Es gibt zu jedem Termin nun auch ein Bemerkungsfeld für individuelle ärztliche Empfehlungen z. B. zur Förderung der kindlichen Entwicklung oder für weitergehende Behandlungsempfehlungen.
  • Der Besuch einer U-Untersuchung wird in einer eigenen heraustrennbaren Teilnahmekarte schriftlich bestätigt, die die Eltern später bei Bedarf z. B. der Kita vorlegen können.
  • Im Rahmen der U-Untersuchung werden Eltern zu bestimmten Gesundheitsthemen ärztlich beraten, beispielsweise ist ab der U3 eine Beratung der Eltern zu den empfohlenen Impfungen im Kindesalter vorgesehen. Andere Themen wechseln je nach Alter des Kindes: Unfallvorbeugung, Ernährung und sichere Schlafumgebung sind einige davon.
  • Auch mögliche Belastungen und Sorgen der Eltern z. B. beim Umgang mit ihrem Kind können bei den U-Untersuchungen angesprochen werden. 
  • Eltern erhalten bei den ersten U-Untersuchungen Informationen über regionale Unterstützungsangebote (wie z. B. Eltern-Kind-Hilfen, Frühe Hilfen).
  • Für jedes Neugeborene wird zukünftig eine zusätzliche Untersuchung auf Mukoviszidose (eine Lungenerkrankung) angeboten, dazu gibt es ein gesondertes Informationsblatt.
  • Innerhalb der ersten beiden Lebenstage wird eine sogenannte Pulsoxymetrie empfohlen, ein schmerzfreies kurzes Verfahren, das den Sauerstoffgehalt des Säuglingsblutes misst, um angeborene Herzfehler auszuschließen.
  • Der Mund- und Zahngesundheit wird noch größere Aufmerksamkeit geschenkt. Eltern werden noch stärker über das frühzeitige Vorsorgeangebot mit den regelmäßigen Terminen in der zahnärztlichen Praxis informiert.