Der Lebenslauf der Laus und warum man ihn kennen sollte

Der „Lebenslauf der Laus“ ist mehr als eine interessante Lektion in Sachen Insektenkunde. Eine erfolgreiche Behandlung muss auf ihn abgestimmt sein.

Die Kopflaus entwickelt sich in einem Zeitraum von etwa 17 bis 22 Tagen vom Ei über das Larvenstadium zur ausgewachsenen, geschlechtsreifen Laus. Ausgewachsene Kopfläuse haben eine Lebensdauer von etwa vier Wochen. Während dieser Zeit legen befruchtete Läuseweibchen täglich mehrere Eier – insgesamt ca. 90 bis 140 während ihres etwa vierwöchigen Lebens.

Vom Ei zur Larve

Die Läuseeier werden von den Läuseweibchen in der Nähe der Kopfhaut wasserunlöslich ans Haar geklebt. Chitinhüllen bieten den Eiern einen hohen Schutz vor Umwelteinflüssen.

Besonders an den Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren findet das Läuseweibchen die für die Entwicklung der Eier ideale Temperatur. Dort findet man bei Läusebefall in der Regel die meisten Läuseeier.

Von der Larve zur ausgewachsenen Kopflaus

6 bis 10 Tage nach der Eiablage schlüpfen aus den Eiern Larven. Sie sind etwas kleiner als ausgewachsene Läuse, aber auch schon flinke Krabbler – deshalb sind sie auf dem Kopf oft schwer zu entdecken.

Larven können in ihrer ersten Lebenswoche den Kopf ihres Wirtes noch nicht verlassen – es geht also keine Übertragungsgefahr für andere von ihnen aus. Innerhalb von 9 bis 11 Tagen entwickeln sie sich jedoch zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Läusen, und es kommt erneut zur Eiablage – der Kreislauf beginnt von Neuem.

Konsequenzen für die Behandlung

Der hier beschriebene Lebenslauf der Laus hat einige Konsequenzen für die Behandlung von Kopfläusen:

  • Da die Läuseeier in ihren Chitinhüllen so gut geschützt sind, überleben sie in der Regel die Behandlung mit Läusemittel. Deshalb können an den Tagen nach der Erstbehandlung mit Läusemittel noch Larven nachschlüpfen. Eine zweite Behandlung, bei der die nachgeschlüpften Larven beseitigt werden, ist aus diesem Grund unbedingt nötig.
  • Der Zeitpunkt für diese zweite Behandlung muss so gewählt werden, dass alle Larven geschlüpft sind, die die Erstbehandlung als Eier in den Nissen überlebt haben. Er muss zugleich aber auch so gewählt werden, dass die Larven entfernt werden, bevor sie sich zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Läusen entwickelt haben, die erneut Eier legen und von denen erneut Übertragungsgefahr ausgehen würde.

Daraus ergibt sich ein relativ enges Zeitfenster für die zweite Behandlung mit Läusemittel, nämlich Tag 8, 9 oder 10 nach der Erstbehandlung (= Tag 1).

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