Wann unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

Mit einiger Erfahrung können Sie in manchen Fällen auch allein zurechtkommen, wenn Ihr Kind krank ist. Bei bestimmten Symptomen ist jedoch unbedingt ärztlicher Rat gefragt.

Ernsthafte Erkrankungen und unklare Beschwerden erfordern immer ärztlichen Rat

Je älter Ihr Kind ist und je besser Sie es kennen, umso eher werden Sie im Krankheitsfall einschätzen können, ob es sich um eine leichte Erkrankung handelt, mit der Sie auch allein zurechtkommen können. Wenn Sie allerdings unsicher sind oder den Eindruck haben, Ihr Kind sei ernsthaft krank, sollten Sie immer unverzüglich den Kinderarzt oder die Kinderärztin hinzuziehen.

Auch bei unklaren Beschwerden oder wenn Sie sich sorgen und ängstigen, weil Ihr Kind irgendwie verändert wirkt, ohne dass Sie eine Erklärung dafür haben, sollten Sie sich immer an die kinderärztliche Praxis wenden.

Bei folgenden Erkrankungen und Symptomen sollten Sie mit Ihrem Kind grundsätzlich den Kinderarzt oder die Kinderärztin aufsuchen:

  • Ohrenschmerzen,
  • Harnwegsinfekte,
  • eitrige Mandelentzündungen,
  • plötzlich einsetzender bellender Husten (Verdacht auf Pseudokrupp),    
  • Hautausschläge (auch vorübergehende),
  • Blut im Stuhl oder im Urin,
  • Atemnot oder angestrengte Atmung; bei schwerer Atemnot Notarzt,    
  • Teilnahmslosigkeit und auffällige Ruhe des Kindes,
  • Bewusstseinsstörung des Kindes (es wirkt verwirrt oder nicht ansprechbar),    
  • Nackensteife (Kopf des Kindes kann nicht nach vorne gebeugt werden),
  • das Kind krampft oder stürzt grundlos zu Boden,
  • ernsthafte Verletzungen, insbesondere, wenn sich das Kind den Kopf heftig angeschlagen hat. 
  • Doch auch bei scheinbar harmlosen Erkrankungen ist bei bestimmten Krankheitszeichen oder Verhaltensweisen Ihres Kindes ein Arztbesuch dringend. Welche das sind, haben wir nachfolgend nochmals für Sie zusammengestellt.

Wann bei Fieber unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

  • Wenn Ihr Kind noch ein Baby ist, insbesondere vor dem dritten Lebensmonat.    
  • Wenn das Fieber länger als drei Tage anhält.
  • Wenn das Fieber trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht zurückgeht;
  • Wenn sich weitere Krankheitszeichen zeigen, zum Beispiel Teilnahmslosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschläge.
  • Wenn Ihr Kind trotz fiebersenkender Maßnahmen und Rückgang der Temperatur teilnahmslos ist und nicht normal reagiert.
  • Wenn das Fieber zwar zurückgeht, Ihr Kind aber immer noch deutlich beeinträchtigt ist;
  • Wenn Ihr Kind bei Fieber überhaupt nicht trinken will.
  • Wenn Ihr Kind einen Fieberkrampf hatte.

Wann bei grippalen Infekten unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

  • Wenn Ihr Kind unter drei Monaten alt ist und hustet oder fiebert.
  • Wenn Ihr Kind einen schlechten Allgemeinzustand zeigt und zum Beispiel teilnahmslos ist.
  • Wenn Ihr Kind seit mehr als drei Tagen fiebert.
  • Wenn Husten oder Schnupfen länger als eine Woche unvermindert andauern, sich verschlimmern oder wenn sich plötzlich hohes Fieber entwickelt.
  • Wenn Ihr Kind heiser wird, Atembeschwerden hat, schnell atmet oder über Schmerzen klagt. 
  • Wenn ein Husten nach mehreren Tagen schmerzhaft wird (Verdacht auf Lungenentzündung).
  • Wenn Ihr Kind unter plötzlich auftretenden bellenden Husten leidet.
  • Bei zusätzlichen Symptomen wie Durchfall oder Erbrechen. 
  • Wenn sich der Schleim gelblich oder durch Blutbeimengungen rötlich färbt.    
  • Wenn das Schnupfensekret gelblich-grünlich wird oder Fieber und starke Kopfschmerzen hinzukommen; dies könnte auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen hindeuten.
  • Wenn Ihr Kind Ohrenschmerzen hat.
  • Wenn Ihr Kind zu den Halsschmerzen plötzlich hohes Fieber bekommt, oder Sie gelbe Eiterpünktchen auf den Mandeln sehen können.
  • Wenn sich - auch vorübergehend- am Körper Ihres Kindes ein Hautausschlag zeigt, denn dann besteht der Verdacht auf Scharlach. Wenn Ihr Kind nicht geimpft ist, können Hautausschläge auch auf schwerwiegende ansteckende Infektionskrankheiten hindeuten, wie beispielsweise Masern, Windpocken oder Röteln. 
  • Wenn Ihr Kind sehr häufig oder über einen längeren Zeitraum Schnupfen oder Husten hat, da es sich um eine Allergie handeln könnte.

Wann bei Bauchschmerzen unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

  • Wenn Ihr Kind akut schwere Bauchschmerzen hat. (Blässe, anhaltendes Schreien oder Weinen, ein stark gewölbter oder eingezogener Bauch signalisieren meist starke Bauchschmerzen. Das Kind bewegt sich kaum und zieht die Beine an den Körper.)
  • Wenn sich die Bauchschmerzen nach etwa einer Stunde nicht bessern oder sich der Schmerzanfall wiederholt.
  • Wenn gleichzeitig noch andere Symptome wie Durchfall, blutiger Stuhl, Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost auftreten.
  • Wenn die Bauchdecke sehr angespannt ist.
  • Wenn sich Ihr Kind nicht beruhigen lässt und generell sehr schlapp wirkt.
  • Wenn Ihr Kind schon seit längerem und ohne erkennbaren Grund über Bauchschmerzen klagt.

Wann bei Durchfall unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

  • Wenn Sie Ihr Kind stillen und die Stuhlfarbe weiß ist.
  • Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihr Kind zum Trinken zu bewegen.
  • Wenn Brechdurchfall auftritt.
  • Wenn Ihr Kind hohes Fieber bekommt und/oder gleichzeitig Bauchschmerzen hat.
  • Wenn die Bauchdecke sehr angespannt ist.
  • Wenn der Durchfall bei Säuglingen seit sechs Stunden, beim Kleinkind seit zwölf Stunden und beim Schulkind seit 18 Stunden anhält.

Wann bei Erbrechen unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

  • Wenn Ihr Kind erbricht und gleichzeitig Fieber und Durchfall hat.
  • Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihr Kind zum Trinken zu bewegen.
  • Wenn es sich nach einem Sturz oder Unfall übergibt.
  • Wenn gleichzeitig starke Bauchschmerzen vorliegen.
  • Wenn Ihr Kind auffällig teilnahmslos und ruhig wirkt.

Wann bei Kopfschmerzen unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist

  • Wenn Ihr Kind innerhalb von drei Monaten häufiger über Kopfschmerzen klagt.
  • Wenn die Kopfschmerzen die länger als drei Tage anhalten.
  • Bei starken, sich ständig verschlimmernden Kopfschmerzen.
  • Bei starken, sehr plötzlich einsetzenden Kopfschmerzen (vor allem bei gleichzeitigem Fieber, heftigen Nackenschmerzen und besonderer Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen; möglicher Hinweis auf eine Hirn- oder Hirnhautentzündung ).
  • Wenn bei einem grippalen Infekt die Kopfschmerzen stärker werden und vor allem hinter der Stirn oder den Wangenknochen auftreten (möglicher Hinweis auf eine Entzündung der Stirn- oder der Kieferhöhlen).
  • Bei Kopfschmerzen, die zusammen mit Schwindel oder Sehstörungen nach einem Sturz auf den Kopf oder nach einem heftigen Kopfstoß auftreten (möglicher Hinweis auf eine Gehirnerschütterung).
  • Wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind leidet unter Migräne.
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