Chlorverbindungen in Schwimmbädern

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Schwimmen macht Spaß, und wer es früh lernt, ist eher vor einem Unfall durch Ertrinken geschützt. Doch beeinträchtigt Chlor im Schwimmbad die Gesundheit der Kinder?

Mädchen in Schwimmbad © Corbis Images
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Chlorung muss sein

Beim Baden gelangen Krankheitserreger ins Schwimmbadwasser. Auf diese Weise sammeln sich Krankheitserreger, die Durchfallerkrankungen und Ohrentzündungen verursachen können. Für Hallen- und Freibäder gelten deshalb Hygienevorschriften, deren Einhaltung die Gesundheitsämter überwachen. Regelmäßig messen sie die Konzentration der Bakterien.

Zur Desinfektion des Badewassers werden Chlor abspaltende Verbindungen eingesetzt. Diesen Vorgang nennt man Chlorung.

In sehr hoher Konzentration (zum Beispiel nach fehlerhafter Dosierung im Schwimmbad) kann Chlor die Atemwege reizen.

Nebenprodukte und ihre mögliche Wirkung

Durch die Chlorung entstehen auch Nebenprodukte. Die wichtigsten sind:

  • Chloramine
  • Trihalogenmethane (zum Beispiel Chloroform)

Chloramine entstehen, wenn Chlor mit Schweiß oder Urin im Wasser reagiert. Chloramine verursachen den typischen "Schwimmbadgeruch". Kohlefilter und UV-Bestrahlung in den Wasserreinigungsanlagen der Schwimmbäder entfernen die Chloramine weitgehend aus dem Schwimmwasser. Dadurch wird die Konzentration der Chloramine in der Schwimmbadluft minimiert.

Beim Menschen können Chloramine Augenbindehäute reizen. Gerötete Augen nach einem ausgiebigen Schwimmbadbesuch sind die Folgen.

Trihologenmethane entstehen als Nebenprodukt der Schwimmwasserdesinfektion mit Chlor. In der Fachliteratur sind sie als Haloforme bekannt. Das bekannteste von ihnen ist Chloroform.
Chloroform ist wasserunlöslich und geht in die Schwimmbadluft über. In Hallenbädern ist die Konzentration in der Luft wesentlich höher als im Freibad.
In sehr hoher Konzentration, die in Schwimmbädern jedoch nicht zu befürchten ist, kann Chloroform Krebs auslösen.

Reaktionen an den Atemwegen

Chloramine und Trichlohalogenmethane können die Atemwege reizen und Entzündungsreaktionen hervorrufen. Sehr selten führt dies bei Angestellten in Schwimmbädern zu berufsbedingtem Asthma.

Schwimmen und Asthma

Für Asthmatiker sind regelmäßige sportliche Aktivitäten sehr wichtig. Schwimmtraining kann die körperliche Leistungsfähigkeit und das Asthma bessern.

Die Wissenschaft versucht seit langem herauszufinden, ob die Chlorung sich nachteilig für Asthmatiker auswirkt. Einige Studien deuten darauf hin, dass tägliche, über mehrere Stunden dauernde Schwimmbadbesuche das Risiko für Bronchitis, Asthma und Allergien erhöhen können. Die meisten Untersuchungen konnten jedoch keine Nachteile für Asthmatiker zeigen.

Aufgrund der unterschiedlichen Aussagen der Studien ist es schwierig, eine allgemeingültige Aussage zu treffen. Achten Sie daher genau auf Ihr Kind. Reagiert es auf die Schwimmbadluft empfindlich, sollten Sie einen anderen Sport für Ihr Kind wählen. Gegen gelegentliche Schwimmbadbesuche ist auch bei Asthmatikern nichts einzuwenden.

Mögliche Belastungen vermindern

Die Chlorung von Schwimmwasser ist notwendig, um die Verunreinigung mit möglicherweise krankheitserregenden Keimen gering zu halten. Gelegentlich auftretende Augenreizungen müssen deshalb in Kauf genommen werden.
Allgemein stellen regelmäßige Schwimmbadbesuche kein gesundheitliches Risiko dar. Durch einige wenige Verhaltensweisen können Sie zudem mögliche Belastungen vermindern:

  • Bevor Sie mit Ihrem Kind schwimmen gehen, waschen Sie sich und Ihr Kind gründlich. Je weniger Keime in das Wasser getragen werden, umso weniger Chlor müssen die Schwimmbadbetreiber anwenden.
  • Reagieren die Augen Ihres Kindes sehr empfindlich, kann das Tragen einer Schwimmbrille helfen.
  • Duschen Sie Ihr Kind nach dem Schwimmen gründlich. So bleiben keine Reste des Chlorwassers auf der Haut.
  • Eine milde Hautlotion pflegt die gereizte Haut nach dem Schwimmen.