Mobilfunk und Gesundheit

Mobiltelefone geben Kindern wie Eltern die Sicherheit, in Notlagen erreichbar zu sein. Gleichzeitig sind Eltern wegen einer fraglichen „Handystrahlung“ oft besorgt.

Elektromagnetische Felder

Die Informationen im Mobilfunk werden über elektromagnetische Felder im hochfrequenten Bereich zwischen 900 und etwa 2.1 Gigahertz (GHz) übertragen. Die Frequenz, gemessen in Hertz (Hz), gibt an, wie oft sich das Feld in einer Sekunde auf- und abbaut. 1 MHz entspricht 1.000.000 Hz.

Basisstationen des Mobilfunks

Ein Mobilfunknetz setzt sich aus wabenförmigen Funkzellen zusammen. In jeder dieser Funkzellen steht eine Mobilfunkbasisstation.

Die Antenne einer Basisstation sendet das elektromagnetische Feld überwiegend horizontal gerichtet, mit einem leichten Winkel nach unten zeigend. Je weiter man von einer Basisstation entfernt ist, umso schwächer wird das elektromagnetische Feld.

Zur Übertragung von Informationen nutzt der Mobilfunk das ältere GSM- und das neuere UMTS-System:

  • Bei GSM (für englisch „Global System for Mobile Communications“) wird die Sprache in Pakete zerlegt und in Zeitschlitzen übermittelt. Das Signal ist hier gepulst.
  • Auch bei UMTS (für englische „Universal Mobile Telecommunications System“) wird die Sprache in Pakete zerlegt und nach einer speziellen Codierung übermittelt. Hier ist das Signal nicht gepulst.
  • Neueste Übertragungsverfahren wie LTE (für englisch „Long Term Evolution“) sind teilweise gepulst.

Handys

Wenn Sie Ihr Handy einschalten, meldet es sich bei der Mobilfunkbasisstation an, mit der es den besten Empfang hat. Solange Sie nicht telefonieren und in der Funkzelle bleiben, schickt Ihr Handy nur alle paar Stunden ein kurzes Signal an die Station. In der Zwischenzeit funkt das Handy nicht aktiv. Erst wenn das Handy angerufen wird oder Sie selbst ein Gespräch beginnen, sendet das Telefon zur Station.

Wirkungen und Grenzwerte

Die Wirkung elektromagnetischer Felder auf Lebewesen hängt von der Frequenz ab. Im Hochfrequenzbereich des Mobilfunks ist die Wärmewirkung, der sogenannte thermische Effekt, entscheidend.

Das Maß für die Feldenergie, die der Körper aufnimmt, ist die „Spezifische Absorptionsrate (SAR)“. Der SAR-Wert ist die Grundlage für die Festlegung des Grenzwertes, er wird in Watt pro Kilogramm Körpergewicht (W/kg) angegeben.

  • Damit es nicht zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kommt, darf der Körper insgesamt nicht mehr als 0,08 W/kg aufnehmen („Ganzkörpergrenzwert“). Unter normalen Bedingungen wird nur ein ganz geringer Bruchteil des Grenzwerts erreicht.
  • Für Kopf und Rumpf gilt ein Teilkörpergrenzwert. Er liegt bei 2 W/kg. Dieser Grenzwert wird unter günstigen Bedingungen bei Handytelefonaten erheblich unterschritten.

Athermische Effekte

Manche Menschen befürchten, dass die hochfrequenten Strahlen im Körper noch andere Veränderungen als die Wärmeentwicklung verursachen könnten. Solche wärmeunabhängigen Wirkungen werden als athermische Effekte bezeichnet und meist mit der Pulsung in Verbindung gebracht.

Betroffene ängstigen sich vor Schlafstörungen, veränderten Hirnströmen oder Schäden in der Erbsubstanz. Die Forschung zu Mobilfunk, unter anderem im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms, hat keine Belege für athermische Wirkungen unterhalb der Grenzwerte gefunden.

Handytelefonate und Hirntumore

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der „Interphone-Studie“ untersuchen lassen, ob es einen Zusammenhang zwischen Handytelefonaten und Hirntumoren gibt. Im Ergebnis konnte für Normalnutzer keine Erhöhung des Risikos festgestellt werden, bei Vieltelefonierern traten bestimmte Hirntumorarten etwas häufiger auf.

Derzeit wird in der internationalen MOBI-KIDS-Studie diese Fragestellung auch bei Kindern untersucht.

Kinder und Mobilfunk

Fachleute haben sich mit der Frage beschäftigt, ob Kinder empfindlicher auf Mobilfunkfelder reagieren als Erwachsene. Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es hierfür keine Hinweise. Allerdings liegen hierzu bisher wenige Studien, insbesondere zur Langzeitwirkung auf Kinder, vor.

Möglichen Risiken vorbeugen

So können Sie vorsorgen und eventuell möglichen Risiken vorbeugen:

  • Klare Vereinbarungen zur Nutzung des Handys/Smartphones treffen.
  • Je jünger Ihr Kind ist, desto weniger sollte es ein Handy benutzen.
  • Achten Sie auf eine gute Verbindung zum Handynetz. Je schlechter die Verbindung ist, umso stärker sendet das Handy.
  • Deshalb das Handy erst nach hergestellter Verbindung ans Ohr halten.
  • Lassen Sie Ihre Kinder nach Möglichkeit Freisprechanlagen oder Headsets benutzen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder die Telefonierzeit kurz halten.
  • Achten Sie beim Handyneukauf auf niedrige SAR-Werte (siehe Linktipps).
  • Halten Sie Ihre Kinder an, lieber eine SMS zu schreiben, als zu telefonieren.
  • Lassen Sie Ihre Kinder, wenn möglich, den Festnetzanschluss benutzen.

Neben diesen Maßnahmen zur Reduzierung gesundheitsschädigender Strahlungen, ist es bei der Nutzung von Handys und Smartphones wichtig, dass Kinder einen verantwortungsvollen, zurückhaltenden Umgang mit Handys lernen. Dies gilt umso mehr, wenn die Geräte Zugang zum Internet haben.

Linktipps

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