Schimmelpilze

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Schimmel befällt Lebensmittel und kann sich in der Wohnung einnisten. Die Sporen vieler Schimmelpilze können Allergien auslösen.

Verschimmeltes Obst © Corbis Images
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Schimmelpilze und Sporen

"Schimmelpilze" ist ein Sammelbegriff für viele verschiedene Pilzarten. Sie vermehren sich über Sporen. Sporen sind die Fruchtkörper des Schimmelpilzes, die er an die Umgebungsluft abgibt.

Die meisten Sporen haben Durchmesser unter zehn Mikrometer. Sie schweben in der Luft und können durch den Wind weit getragen werden. Sie sind ein natürlicher Teil der Umwelt und überall zu finden.

Menschen können die Sporen leicht einatmen. Einige Menschen reagieren allergisch auf die Sporen. In seltenen Fällen kann es bei Vorerkrankungen zu einer Lungenentzündung durch Schimmelsporen kommen.

Schimmelpilze auf Lebensmitteln

Abgesehen von Nutzschimmeln, die Käse wie Roquefort oder Camemberts veredeln, sind Schad-Schimmelpilze für den Menschen ungesund. Einige Schimmelarten bilden in Lebensmitteln Pilzgifte. Die bekanntesten sind die sogenannten Aflatoxine. Sie sind für den Menschen gesundheitsschädlich.

Um möglichen Gesundheitsrisiken vorzubeugen, ist es daher ratsam, Lebensmittel regelmäßig auf Schimmelbefall zu kontrollieren. Der sichtbare Schimmel bildet jedoch nur einen kleinen Teil des Pilzes. Er breitet sich über unsichtbare Myzele, die fadenförmigen Zellen des Pilzes, über das Lebensmittel aus. Entsorgen Sie befallene Lebensmittel daher immer vollständig.

Schimmelpilze in der Wohnung

Zu erkennen sind Schimmelpilze in der Wohnung an einem schwarzen, bräunlichen, grauen oder grünen Belag, zum Beispiel in Wandecken. Oft erkennt man sie auch an einem erdigen, muffeligen Geruch.

Schimmelpilze wachsen auf fast allen Materialien. Typische Untergründe sind Tapeten, Dämmmaterialien, jede Art von Bodenbelägen und Silikonfugen. Schimmel versteckt sich häufig hinter Möbeln oder Holzvertäfelungen, da hier die Luftzirkulation eingeschränkt ist und sich Feuchtigkeit leicht sammeln kann.

Feuchtigkeit ist die Hauptursache

Für Schimmelbildung in Gebäuden ist Feuchtigkeit die Hauptursache.
Feuchtigkeit in Wohnräumen entsteht, weil kalte Luft weniger Wasser aufnehmen kann als warme. An der Innenseite von kalten Außenwänden ist die Luftfeuchtigkeit im Vergleich zur Restwohnung deutlich erhöht. Der Effekt verstärkt sich, wenn sich zwei Außenwände in der Zimmerecke treffen.

Weitere Ursachen für Feuchtigkeit sind:

  • Wasserdämpfe im Bad oder in der Küche schlagen sich an den Wänden nieder. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie diese Räume nach der Nutzung gründlich lüften.
  • Allgemeine Baumängel, durch die Wasser in Decken, Wände oder Fußböden eindringen kann.
  • Bodenfeuchte, die in die Wände hochsteigt.
  • Defekte Wasserleitungen im Gemäuer.
  • Defekte Dachrinnen.
  • Unglücksfälle wie Löschwasser, Hochwasser oder ein defekter Waschmaschinenablauf.
  • Unzureichende Luftzirkulation, zum Beispiel hinter großen Wandschränken oder hinter Holzvertäfelungen.

Feuchtigkeit in der Wohnung vorbeugen

Um die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu senken, ist regelmäßiges Lüften unerlässlich. Empfohlen wird eine sogenannte Stoßlüftung mehrmals am Tag.

  • Öffnen Sie drei- bis viermal täglich für jeweils fünf bis 15 Minuten die Fenster ganz weit, eventuell auch mit Durchzug. Stehen die Fenster über Stunden in der Kippposition, können die Wände um die Fenster auskühlen, was die Luftfeuchtigkeit an diesen Stellen wieder erhöhen würde.
  • Heizen Sie im Winter regelmäßig und lassen Sie die Wohnung nicht unter 16° Celsius erkalten.
  • Wasserschäden müssen so schnell wie möglich erkannt und beseitigt werden.

Sanierung bei Schimmelpilz in der Wohnung

Haben Sie einen Befall in Ihrer Wohnung festgestellt, sollten Sie ihn so schnell wie möglich entfernen:

  • Glatte Oberflächen wie Metall, Keramik, Glas können Sie mit Wasser und gewöhnlichen Putzmitteln säubern.
  • Poröse Materialien wie Tapeten, Gipskartonplatten aus dem Trockenbau sowie Mauerwerk können Sie nicht reinigen. Diese Materialien müssen durch Fachleute entfernt oder bis in tiefer liegende Schichten ausgeschält werden.
  • Vorübergehend kann es sinnvoll sein, die befallenen Stellen dicht abzudecken.

Bedenken Sie auch hier, dass der sichtbare Schimmel nur einen kleinen Teil des Pilzes darstellt. Die unsichtbaren Myzele können leicht in poröse Materialien eindringen. Um ein weiteres Wachstum des Schimmels zu verhindern, müssen auch diese vollständig entfernt werden.

Vorsicht ist geboten bei Mitteln zur Schimmelbekämpfung aus dem Baumarkt. Einige sind chlorhaltig und können die Gesundheit gefährden. Säurehaltige Produkte werden durch die basischen Baumaterialien (Tapeten, Gipskartonplatten, Mauerwerk, Wandfarben) neutralisiert und damit wirkungslos.

In allen Fällen führt kein Weg daran vorbei, die Ursache für die Schimmelentstehung aufzudecken und zu beheben.