Asbest

Der Begriff Asbest verursacht bei vielen Eltern Ängste. Dieser Artikel erläutert, was Asbest ist und welche Folgen eine Belastung durch Asbest haben kann.

Der Stoff und seine Verwendung

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral. Es wirkt isolierend und ist nicht entflammbar, es verschimmelt und verfault nicht. Aufgrund dieser günstigen Eigenschaften wurde es in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Herstellung von Baustoffen eingesetzt.

Grob kann man zwei Baustoffformen unterscheiden: Asbestzement und Spritzasbest.

  • Asbestzement enthält etwa 10 bis 15 Prozent Asbest. In ihm ist der Asbest fest gebunden. Aus Asbestzement wurden früher hautsächlich Dach- und Fassadenplatten hergestellt. Im Innenausbau wurde Asbestzement für Decken- und Wandverkleidungen eingesetzt.
  • Spritzasbest enthält mehr als 60 Prozent Asbest. Die Fasern sind weniger fest im Material gebunden. Spritzasbest wurde zu Brandschutzzwecken und zur Hohlraumversiegelung in öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Im privaten Wohnungsbau fand Spritzasbest keinen Einsatz.

Astbesthaltige Materialien sind für den Laien kaum eindeutig erkennbar. Manchmal geht aus alten Bauunterlagen hervor, ob asbesthaltige Baustoffe verwendet wurden. Eine sichere Identifizierung ist nur durch eine Untersuchung mit einem Rasterelektronenmikroskop möglich.

Auch die Wärmespeicher von alten Nachtspeicheröfen können Asbest enthalten. Geräte, die nach 1980 hergestellt wurden, sind wahrscheinlich asbestfrei. Es empfiehlt sich ältere Nachtspeicheröfen langfristig von einer Fachfirma auswechseln zu lassen.

Gesundheitliche Risiken

Asbest gibt keine Dämpfe ab, Säuren und Laugen können ihm praktisch nichts anhaben. Riskant ist Asbest, wenn sich feine Fasern lösen: Geraten die Fasern in die Lunge, können sie dort das Gewebe schädigen und Krebs im gesamten Atmungsystem verursachen.

In fest gebundenem Zustand ist Astbest unbedenklich.

Krebserkrankungen, die durch Asbest verursacht wurden, kommen fast ausschließlich nur bei Arbeitern vor, die über Jahre hinweg mit asbesthaltigen Baustoffen gearbeitet haben und dadurch über lange Zeit sehr hohen Faserkonzentrationen in der Luft ausgesetzt waren.

Sanierung

Gebundener Asbest ist ungefährlich. Durch Erschütterungen wie Türenschlagen, Stürme oder Renovierungsarbeiten können sich jedoch einzelne Fasern lösen. Daher sollten astbesthaltige Baustoffe vorsorglich entfernt werden.

  • Versuchen Sie nie, Astbestprodukte selbst zu entfernen! Auch sollten Sie astbesthaltige Dächer, Wände oder Decken niemals anbohren oder abscheuern. Bei unsachgemäßer Arbeit kann die Belastung der Atemluft auf mehrere Millionen Fasern pro Kubikmeter Raumluft ansteigen.
  • Eine Asbestsanierung muss unbedingt eine Fachfirma vornehmen.
  • Für die Sanierung wie auch für die sachgemäße Entsorgung von asbesthaltigen Stoffen gibt es eindeutige gesetzliche Vorgaben.

Sonderfall Speckstein

Speckstein ist ein natürlich vorkommender mineralischer Rohstoff. Er besitzt eine nur geringe Härte und eine gute Wärmespeicherfähigkeit. Letzteres macht Speckstein zu einem beliebten Werkstoff im Ofenbau.

Aufgrund seiner geringen Härte lässt sich Speckstein gut bearbeiten. Lange Zeit war er war daher ein beliebtes Material für den Werk- und Kunstunterricht.

Mancher Speckstein kann jedoch kleine Mengen Asbest enthalten, der sich durch Sägen, Bohren oder Schleifen in einzelnen Fasern Asbest aus dem Gestein lösen könnte. Daher haben viele Bundesländer vorsorglich das Werken mit Specksteinen an Schulen und in Kindergärten verboten. In anderen Ländern ist das Werken mit Speckstein an Bildungseinrichtungen erlaubt, wenn er nachweislich keine Asbestmineralien enthält.

Da nur die Asbestfasern, die in die Lunge gelangen können, die Gesundheit gefährden, sind staubfreie Specksteine ungefährlich. Auch die normale Nutzung eines Specksteinofens stellt kein Risiko dar.

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