Radon

In manchen Regionen entweicht das natürlich vorkommende Edelgas Radon aus dem Erdboden. In hoher Konzentration in der Innenraumluft kann es Lungenkrebs auslösen.

Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft © Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz
Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft - © Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz

Entstehung und Vorkommen

Radon ist ein unsichtbares, geruchs- und geschmackloses radioaktives Edelgas. Es entwickelt sich im Boden durch radioaktiven Zerfall des natürlich vorkommenden Urans. Über eine Reihe ebenfalls radioaktiver Zwischenprodukte wie Polonium und Bismut entsteht schließlich Blei.

Radon entsteht im Erdboden und kommt überall vor. Je nach Uranvorkommen und Durchlässigkeit des Untergrundes kann das Radon an die Oberfläche gelangen. In Deutschland betrifft dies vor allem Regionen in Sachsen, Thüringen und Bayern. Aber auch andere Gebiete können betroffen sein. Einen deutschlandweiten Überblick über die Radonkonzentration in der Bodenluft gibt die Karte.

Radon in der Innenraumluft

In der Außenluft ist die Radonkonzentration normalerweise gering. Die Luftbewegung verdünnt das Gas sehr stark. Problematisch ist es, wenn Radon aus der Bodenluft durch Fugen oder Risse in den Keller eines Hauses eindringt. Auch in alten Häusern ohne Keller oder Betonplatte kann sich das Radon sammeln.

Ist der Kellerbereich gegenüber den anderen Stockwerken offen, verteilt sich das Radon im restlichen Haus. Die Konzentration ist dann im Keller am höchsten und im obersten Stockwerk am niedrigsten.

Mögliche Gesundheitsrisiken

Mit der Luft eingeatmetes Radon wird zum größten Teil gleich wieder ausgeatmet.
Die gesundheitliche Gefährdung geht von den radioaktiven Zerfallsprodukten Polonium und Bismut aus, die sich an kleine Staubteilchen heften können. Durch die Atmung gelangen sie mit dem Staub in die Lunge und setzen sich dort ab. Ihre radioaktive Strahlung kann das umgebende Lungengewebe schädigen, wodurch Lungenkrebs entstehen kann.

Radon gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs, wobei das Rauchen bis zu 90 Prozent aller Sterbefälle durch Lungenkrebs verursacht und Radon nur fünf Prozent. Es wird vermutet, dass sich das Lungenkrebsrisiko für Raucher bei gleichzeitiger Radonbelastung deutlich erhöht.

Messungen in Innenräumen

Für die Messung in Innenräumen eignen sich am besten kleine Radondosimeter. Die kleinen Döschen sind nicht größer als ein Badewannenstopfen.

Für eine Messung in einem Einfamilienhaus empfiehlt das Helmholtz Zentrum München, zwei Dosimeter in den am häufigsten genutzten Räumen im untersten Wohngeschoss (zum Beispiel Wohn- oder Schlafzimmer) aufzustellen. Die Messdauer sollte sich über ein Jahr erstrecken.

Je nach Labor belaufen sich die Kosten für eine Messung mit Auswertung zwischen 20 und etwa 40 Euro. Unter den Links finden Sie auch eine Adressenliste von Instituten, die Radonmessungen durchführen.

So können Sie die Radonkonzentration verringern

  • Durch regelmäßiges Lüften können Sie die Radonkonzentration in der Wohnung deutlich senken. Gut ist es, wenn Sie die Fenster für mindestens fünf Minuten weit öffnen. Den effektivsten Luftwechsel erreichen Sie durch Querlüften (siehe auch Link-Tipps).
  • Wirksam und einfach ist es auch, mögliche Eintrittstellen im Keller abzudichten. Risse und Fugen in der Bodenplatte und in den Wänden des Kellers können mit geeigneten Materialien wie Silikon oder Beton verfüllt werden.
  • Durch den Einbau einer dichten Kellertür können Sie verhindern, dass sich das Radon im restlichen Haus verteilt.
  • Für aufwendigere Sanierungsmaßnahmen ist es besser, eine erfahrene Baufirma heranzuziehen.

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