Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf

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Lernen, konzentrieren, still sitzen - das ist aufregend und anstrengend. Da ist es gut zu wissen, was erholsamen Schlaf fördert, der das Kind "auftanken" lässt.

Schlafendes Kind © Corbis Images
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Auch im Grundschulalter gibt es unterschiedliche "Schlaftypen"

Grundschulkinder brauchen durchschnittlich etwa zehn Stunden Schlaf. Aber auch für dieses Alter gilt: Abweichungen vom Durchschnitt sind normal und das eine Kind braucht mehr, das andere weniger Schlaf. Ebenso unterscheiden sich die Schlaftypen: Das eine Kind gehört eher zu den "Lerchen", die abends früh müde werden und dafür morgens relativ leicht aus dem Bett kommen.

Demgegenüber sind die "Eulen", die Nachttypen, abends meist noch putzmunter und kommen morgens nur mit Mühe aus den Federn.
Sicherlich kennen Sie Ihr Kind inzwischen gut genug, um zu wissen, ob es eher zu den Lang- oder Kurzschläfern, zu den Lerchen oder den Eulen gehört. Passen Sie die Bettzeiten so gut wie möglich an das individuelle Schlafverhalten Ihres Kindes an.

Allerdings lässt der meist frühe Schulbeginn an der Aufstehzeit bei Schulkindern leider nicht viel ändern. Umso wichtiger ist es, dass beispielsweise Langschläfer auch entsprechend früh ins Bett gehen. Umgekehrt kann es sinnvoll sein, eine "Lerche" etwas länger aufzulassen, um Einschlafprobleme und ewiges Herumwälzen zu vermeiden – denn nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität ist wichtig für die geistige und körperliche Erholung.

Regelmäßiges Zubettgehen beugt Schlafproblemen vor

Wenn Kinder noch im Grundschulalter dazu neigen, zu unregelmäßigen Zeiten einzuschlafen und aufzuwachen, ist es besonders wichtig, als Eltern einen möglichst festen Rhythmus vorzugeben. Insbesondere wochentags sollten immer die gleichen Zubettgehzeiten eingehalten werden. Zugleich sollte man darauf achten, dass sich die Ausnahmen am Wochenende in Grenzen halten. Die Zubettgehzeit sollte nicht allzu weit nach hinten verschoben werden, da sonst auch zu Beginn der Woche meist alles aus dem Rhythmus gerät.

Bewegung und geistige Herausforderung fördern einen gesunden Schlaf

Kinder brauchen Bewegung. Dies umso mehr, wenn sie den Morgen in der Schule verbringen und sich zunehmend im Stillsitzen üben müssen. Da ist es wichtig, dass sie in ihrer Freizeit noch ausreichend Gelegenheit finden, sich auszutoben und möglichst an der frischen Luft zu bewegen. Mit zunehmendem Alter ist Ihr Kind vielleicht nicht immer begeistert, sein Kinderzimmer zu verlassen - besonders im Winter. Doch ermuntern Sie es immer wieder dazu, denn Bewegung an der frischen Luft fördert nicht nur einen gesunden Schlaf, sondern ganz allgemein die Gesundheit Ihres Kindes. Vielleicht macht Bewegung in einer Kindergruppe oder einem Sportverein ja mehr Spaß – überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was ihm gefallen könnte. Außerdem sollte auch die Wohnung Möglichkeiten bieten, wo Ihr Kind einmal herumtoben kann.

Wichtig ist aber auch geistige Anregung, die nicht nur aus dem Computer oder dem Fernseher kommt. Lesen, Bastelarbeiten, Musik – auch solche Aktivitäten tragen dazu bei, dass Ihr Kind abends ausgelastet ist und leichter in den Schlaf findet.

Auch für die "Großen" sind Einschlafrituale ein guter Start in die Nacht

Einschlafrituale führen Kinder zur Nachtruhe hin. Sie helfen ihnen, sich zu entspannen, zur Ruhe zu kommen und von der aufregenden Welt des Tages Abschied zu nehmen. Und das gilt auch noch für die Großen unter den Kleinen!

Natürlich ändern sich die Einschlafrituale mit zunehmendem Alter der Kinder. Doch auch zu Beginn der Schulzeit lieben es die meisten Kinder noch, wenn ihnen vorgelesen wird. Und die Möglichkeit, noch einmal mit Mama oder Papa über den Tag zu sprechen, wird auch meist gerne angenommen. So manches Grundschulkind findet sich vielleicht "zu groß" für gemeinsames Singen, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, musikalische Elemente einzubauen, etwa mit Kassetten oder CDs. Für Kinder, die besonders schwer zu Ruhe kommen, gibt es auch spezielle Entspannungsübungen und CDs, die dabei helfen.

Wenn Kinder älter werden, möchten sie ihr Einschlafritual wahrscheinlich zunehmend selbst gestalten, etwa indem sie vor dem Lichtlöschen noch eine Weile alleine lesen oder Musik hören. Sie sollten Ihr Kind gewähren lassen – spätestens mit der Pubertät wird es das "Einschlafritual" dann vollständig selbst in die Hand nehmen.

Gespräche und Austausch bieten Entlastung

Wenn abends das Spielen und Toben ein Ende hat und alles ruhig wird, ist das bei manchen Kindern auch eine Zeit, in der Ängste und Sorgen hochkommen. Diese Stimmung aufzufangen und dem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben, ist eine wichtige Funktion von Einschlafritualen.

Wichtig ist aber zudem, dass Kinder in der Familie Zeit und Gelegenheit haben, über das zu sprechen, was sie beschäftigt und vielleicht auch bedrückt. Es kann Situationen geben, in denen ein solches Gespräch abends am Bett noch nötig ist, damit Ihr Kind überhaupt zur Ruhe kommen kann. Grundsätzlich ist es aber besser, wenn Sorgen und Ängste tagsüber durch Gespräche und Austausch aufgefangen werden. Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind damit es weiß, dass es mit seinen Problemen zu Ihnen kommen kann.

In der richtigen Schlafumgebung schläft es sich besser

Um gut in den Schlaf und durch die Nacht zu kommen, ist auch die Schlafumgebung von großer Bedeutung. So können beispielsweise Licht oder Lärm den Schlaf von Kindern empfindlich stören. Achten Sie deshalb auf einen möglichst ruhigen und abgedunkelten Schlafplatz. Wenn Ihr Kind es nicht gern ganz dunkel hat, können sie ein kleines Nachtlicht anbringen.

Eine feste, aber bequeme Matratze und angenehmes Bettzeug, in dem sich das Kind wohl fühlt, ist wichtig für einen erholsamen Schlaf. Auch ein kuscheliger Lieblingsschlafanzug kann das Einschlafen erleichtern. Der Raum, in dem ihr Kind schläft, sollte vor dem Zubettgehen noch einmal gelüftet werden, und zum Schlafen nicht zu warm sein. Eine Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius ist durchaus genügend. Dass Zigarettenrauch im Kinderzimmer tabu ist, versteht sich von selbst. Am besten sollte die ganze Wohnung rauchfrei sein.