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Impfen - was ist das eigentlich?
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Impfungen: Verantwortung im Zeitalter der Globalisierung
Das Zeitalter der Globalisierung zeichnet sich durch eine hohe Mobilität aus. Deshalb muss auch in Bezug auf Infektionskrankheiten über die eigenen Ländergrenzen hinaus gedacht werden. Viele Krankheiten, die in Deutschland kaum noch vorkommen, sind in anderen Ländern noch weit verbreitet. Die Kinderlähmung (Polio), die in Deutschland nicht mehr vorkommt, ist ein Beispiel hierfür: In Deutschland trat der letzte Fall von Kinderlähmung 1990 auf. Vor allem die Kinderlähmungs-Epidemie von 1961 hatte zu einem starken Anstieg der Impfrate beigetragen, so dass die Erkrankungszahlen in der Folge zurückgingen. Viele Menschen erinnern sich noch an die Impfkampagne "Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam".
Seit 2002 ist die Kinderlähmung in ganz Europa als ausgerottet gilt. Trotzdem sind Impfungen gegen Kinderlähmung auch heute noch notwendig. Wenn diese Krankheit, die in Asien und Afrika weiterhin vorkommt, zum Beispiel durch Reisende nach Deutschland gebracht und auf eine ungeimpfte Bevölkerung treffen würde, wäre eine sofortige Ausbreitung möglich. Zum Glück ist dies nicht der Fall, denn die Durchimpfungsrate für Polio beträgt in Deutschland annähernd 95 Prozent.
Infektionskrankheiten können durch hohe Impfraten ausgerottet werden
Erklärtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, Masern, angeborene Röteln und Diphtherie bis zum Jahr 2010 auszurotten. Um dies zu verwirklichen, müssen bei jeder dieser Erkrankungen bestimmte Impfraten erreicht werden. Diese ergeben sich daraus, wie schwer oder leicht eine Erkrankung übertragen wird. Die Masern beispielsweise sind hochansteckend. Fast jeder Kontakt mit einem Masernkranken führt zu einer Übertragung. Die Krankheit kann deshalb nur ausgerottet werden, wenn 95 Prozent aller Kinder zwei Impfungen erhalten haben. Zwei Impfungen werden seit 1991 deshalb empfohlen, weil nicht alle Kinder nach der ersten Impfung schon genügend viele Antikörper bilden.
In Deutschland liegt das WHO-Ziel noch in weiter Ferne. Die Impfraten für die erste Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung sind in den letzten Jahren zwar gestiegen, aber zu wenig Kinder werden ein zweites Mal geimpft. So ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu vereinzelten Masernausbrüchen gekommen. In vielen Ländern Europas und in den USA gelten die Masern schon heute als ausgerottet.
Bei den Masernerkrankungen, die in den letzten Jahren in den USA auftraten, handelte es sich häufig um nicht geimpfte Gastschüler aus Deutschland.
Impfraten von über 90 Prozent sind auch zur Ausrottung der angeborenen Röteln notwendig. Aus diesem Grund reicht es nicht aus, nur Mädchen und Frauen mit Kinderwunsch zu impfen. Auch Jungen können Röteln-Viren übertragen und schwangere Frauen, die keinen Impfschutz haben, anstecken. Deshalb ist es wichtig, dass alle Kinder gegen Röteln geimpft sind.
Lexikon
Link-Tipps
- "GESUNDHEIT21 - Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert" (PDF)
Die Internetseite der WHO, Regionalbüro für Europa, bietet hier das vollständige Rahmenkonzept als PDF-Datei zum Herunterladen an. (Recherchedatum: 11.08.2010)

