Erleichterung durch Mehrfachimpfstoffe
Die Herstellung von Impfstoffen unterliegt einer ständigen und sorgfältigen Kontrolle durch das Paul-Ehrlich Institut (PEI), dem Bundesamt für Sera und Impfstoffe.
Die Impfstoffforschung hat in den letzten Jahren eine enorme Weiterentwicklung erfahren. In der Zeit von 1980 bis zum Jahr 2000 wurden mehr Impfstoffe zugelassen, als in der gesamten Zeit seit der Einführung von Impfungen überhaupt.
Eine große Erleichterung für Eltern und Kinder stellen vor allem Mehrfachimpfstoffe dar. Ohne diese Kombinationsimpfstoffe wären für alle empfohlenen Impfungen im Säuglings- und Kleinkindalter mehr als 20 Impftermine notwendig.
Die manchmal geäußerte Vermutung, diese Impfstoffe könnten vermehrt zu Nebenwirkungen führen, trifft nicht zu. Wenn, dann werden die sehr selten auftretenden Impfnebenwirkungen auch durch Begleitstoffe ausgelöst. Mehrfachimpfstoffe enthalten jedoch nicht mehr Begleitstoffe wie Einzelimpfstoffe. Die Befürchtung, dass Mehrfachimpfstoffe auch zu mehr Nebenwirkungen führen, ist deswegen unbegründet.
Begleitstoffe sind unerlässlich
Auf Begleitstoffe, die den Impfstoffen zugesetzt sind, kann aus unterschiedlichen Gründen nicht gänzlich verzichtet werden. Zum einen werden sie eingesetzt, um eine verstärkte Immunantwort zu erzielen, zum anderen dienen sie auch der Konservierung oder der Inaktivierung der Erreger. Impfstoffhersteller arbeiten jedoch daran, diese Begleitstoffe möglichst zu reduzieren, beziehungsweise nur Stoffe einzusetzen, die eine größtmögliche Sicherheit gewährleisten.
Begleitstoffe können beispielsweise Formaldehyd, Antibiotika und geringste Mengen von Hühnereiweiß sein. Quecksilber, welches früher zur Konservierung von Impfstoffen diente, ist in heutigen Kinderimpfstoffen nicht mehr enthalten, obwohl der Nachweis eines Zusammenhanges zu vermuteten Impfnebenwirkungen bisher fehlt.
Formaldehyd dient der Inaktivierung von Viren und ist in einigen Impfstoffen in ganz geringen Spuren vorhanden. Da der Körper selbst Formaldehyd bildet, werden auch diese geringen Spuren im Rahmen normaler Stoffwechselvorgänge abgebaut.
Antibiotika werden zugesetzt, um eine Verunreinigung der Impfstoffe während des Herstellungsprozesses zu verhindern. Beim abschließenden Reinigungsprozess werden die Antibiotika jedoch wieder weitgehend entfernt.
Hühnereiweiß-Zellkulturen werden für die Herstellung des Masern- und Mumps-Impfstoffes benötigt. Dieses Hühnereiweiß wird im Laufe des Herstellungsprozesses wieder weitgehend zerstört. Der fertige Impfstoff enthält praktisch nicht mehr nachweisbare Mengen. Auch Kinder, die an einer Hühnereiweißallergie leiden dürfen deshalb gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden.
Wenn in der Vergangenheit allerdings sehr schwere allergische Reaktionen gegen Hühnereiweiß aufgetreten sind, sollte dies vor der Impfung mit dem Arzt besprochen werden. In diesen Fällen ist vor allem bei der Impfung gegen Virusgrippe (Influenza) besondere Vorsicht geboten.
Impfstoffe werden in Tot- und Lebendimpfstoffe unterschieden
Totimpfstoffe enthalten abgetötete oder nicht vermehrungsfähige Teile von Krankheitserregern. Diese Impfungen sind gut verträglich. Das Auftreten von Erkrankungen, gegen die geimpft wird, ist bei diesen Impfstoffen ausgeschlossen. Zu den Totimpfstoffen gehören Impfstoffe gegen Diphtherie, Hepatitis B, Hib, Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.
Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen lebender Krankheitserreger, die in seltenen Fällen zu einer leichten Erkrankung führen können. Die so genannten Impfmasern, die in der Regel leicht verlaufen und nicht ansteckend sind, sind ein Beispiel hierfür.
Zu den Lebendimpfstoffen gehören Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Diese Impfstoffe werden in der Regel als Kombinationsimpfung gegeben. Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoffen ist ein Abstand von vier Wochen zur Gabe einer weiteren Impfung einzuhalten, da sonst die Wirksamkeit der zweiten Impfung gefährdet ist.
Link-Tipps
- Paul-Ehrlich-Institut
- "Impfsicherheit heute" (PDF)
- "Verdachtsfälle auf Impfnebenwirkungen"
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist eine Bundeseinrichtung im Geschäftsbereich des Ministeriums für Gesundheit (BMG). Es ist unter anderem für die Zulassung, Überwachung und Sicherheit von Impfstoffen zuständig. Das Internetangebot umfasst allgemein verständliche Informationen für Patienten und Verbraucher zu Krankheitsviren sowie Sicherheitshinweise zu bestimmten Arzneimitteln. (Recherchedatum: 26.11.2009)
Die wissenschaftliche Übersichtsarbeit einer Autorengruppe -veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt (Bundesärztekammer) -nimmt Stellung zu häufigen Vermutungen und impfkritischen Aussagen, darunter zu den Themen: Allergien, Epilepsien und Plötzlicher Säuglingstod. (Recherchedatum: 10.11.2009)
Das Paul-Ehrlich-Institut führt seit 2007 eine Datenbank, die detailliert über Verdachtsfälle auf Impfkomplikationen sowie über Verdachtsfälle schwerwiegender Nebenwirkungen nach Impfung informiert. Zusammenfassende Bewertungen der Meldungen seit 2001 werden im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht, das auch auf der Homepage verfügbar ist. (Recherchedatum: 19.11.2009)

