Fragen der Woche

Sonnenschutz ohne Wenn und Aber - Sie fragen, unser Experte antwortet

Vielen Dank für die Teilnahme und Ihre Fragen zum aktuellen Thema "Sonnenschutz ohne Wenn und Aber". Alle gestellten Fragen sowie die Antworten des Experten können hier nachgelesen werden.

In der Woche vom 25. bis 29. Mai 2010 konnten Sie auf dieser Seite über ein freigeschaltetes Formular Ihre Fragen zum Thema "Sonnenschutz" stellen. Alle eingegangenen Fragen wurden von dem Kinderarzt und Umweltmediziner Prof. Dr. med. Karl Ernst von Mühlendahl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kinderumwelt GmbH, beantwortet. Die Angaben zur Person wurden anonymisiert. Ein Angebot in Zusammenarbeit mit der Kinderumwelt gGmbH, einer Einrichtung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ). In regelmäßigen Abständen wird die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weitere "Fragen der Woche" hier im Portal anbieten.



Frage von Anna

Warum dürfen Baby´s nicht in die Sonne - ich dachte, sie brauchen Sonne für Vitamin D?

Antwort des Experten

Säuglinge (Kinder im 1. Lebensjahr) erhalten in der Regel in Deutschland
Tabletten die Vitamin D und meistens zudem Fluorid enthalten. Auch die Säuglingsmilch-Nahrungen enthalten Vitamin D. Der Bedarf wird also im ersten Lebensjahr ausreichend berücksichtigt, eine zusätzliche Produktion in der Haut durch UV-Licht, wo ein Pro-Vitamin in das Vitamin D3 umgesetzt wird, ist nicht nötig.

Für die körpereigene Herstellung von Vitamin D3 aus der Vorstufe reicht eine etwa halb- bis einstündige UV-Exposition, etwa von Gesicht und Händen/Unterarmen, wobei auch bei bedecktem Himmel genug Strahlung vorhanden ist. Deshalb brauchen Kinder nach dem ersten Lebensjahr, wenn praktisch alle ausreichend viel draussen, unter freiem Himmel sind, keine zusätzliche Vitamin-Gabe. Mehr UV-Licht ist, wenn man den Vitamin-D-Haushalt betrachtet, nicht nötig.

Frage von Iris

Mein Sohn (5) hat häufig Probleme mit den Augen, sie röten und tränen häufig. Daher bin ich mit Cremes immer sehr vorsichtig. Auf Sonnencreme möchte ich aber natürlich nicht verzichten. Können Sie ein schonendes Sonnenschutzprodukt für die Augenpartie empfehlen?

Antwort des Experten

Oft hilft bei empfindlicher Haut oder empfindlichen Augen nur, verschiedene Mittel auszuprobieren, um herauszufinden, welche Salbe oder welche Creme vertragen wird. Dabei ist es sinnvoll, wenn die Mittel nicht unnötig viele Inhaltsstoffe enthalten, von denen jedes einzelne Ursache für eine Unverträglichkeit sein kann. Farb- und Duftstoffe sind völlig entbehrlich. Manchmal können auch Konservierungsstoffe Ursache für Unverträglichkeiten sein. Bestimmte Handelspräparate oder Marken können wir an dieser Stelle natürlich nicht empfehlen.

Frage von Annaka

Ich habe mal gelesen, dass häufiges Einreiben mit Sonnenschutzmittel die Bildung von Mutterflecken fördert. Stimmt das? Und gilt das für jede Art von Sonnenschutzmittel?

Antwort des Experten

Dass Sonnenschutzmittel die Entstehung von Muttermalen förderten, ist uns nicht bekannt. Wahrscheinlich ist der Zusammenhang eher so zu sehen: Wer häufig Sonnenschutzmittel benötigt, wird auch entsprechend häufig in der Sonne sein, und diese viele UV-Licht- Exposition wird die Ursache für mögliche häufigere Muttermale sein.

Frage von Susanne

Wie viel indirekte Sonnenbestrahlung reicht aus, um ein Baby von Geburt an ausreichend mit Vitamin D zu versorgen ohne die medikamentöse Vitamin-D-Prophylaxe? Kann in den Sommermonaten (Mai - August) auf das Medikament verzichtet werden?
MfG

Antwort des Experten

In Deutschland reicht die Sonnenbestrahlung in den Wintermonaten nicht aus, um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung in der Haut zu gewährleisten.
Von April bis September genügt es vermutlich, wenn Gesicht und Hände wöchentlich zwei Stunden exponiert werden. Eine direkte Sonnenbestrahlung ist dabei nicht erforderlich. Ganz genaue Empfehlungen können allerdings nicht gegeben werden, da die UVB-Strahlung erheblich schwankt: Jahres- und Tageszeit, geographische Breite, Bewölkung, Bekleidung wie auch Dicke und Pigmentierung der bestrahlten Haut spielen eine Rolle.

Ein Quadratzentimeter Haut kann in einer Stunde bei UVB-Exposition etwa 10 Einheiten (IE) Vitamin D bilden. Der Tagesbedarf beträgt bei Frühgeborenen 1000 IE, bei Säuglingen 400 IE, bei älteren Kindern 200 - 400 IE. Industriell hergestellte Milchen enthalten etwa 400 IE pro Liter, Muttermilch enthält weniger als 60 IE pro Liter. Diese Zahlen zeigen, dass im Sommer mitunter durchaus auf die Tablettengabe verzichtet werden kann. Allerdings hat die Gabe von Vitaminpräparaten Vorteile: die Dosis ist effektiv, sicher und - hinsichtlich etwaiger Überdosierung - unbedenklich, und die damit verbundene Zufuhr von Fluor ist für die Zahnschmelzbildung wichtig.

Frage von Anja S.

Braucht meine Tochter (1 Jahr alt) schon Sonnenmilch? Wenn ja, wie hoch sollte der Lichtschutzfaktor sein, und wie lange darf sie mit Sonnenmilch in die Sonne?

Antwort des Experten

Ja, ein Sonnenschutzmittel ist sinnvoll. Der Lichtschutzfaktor sollte 30 (oder höher) betragen.

Die meisten Sonnenschutzmittel bieten jetzt Schutz sowohl vor UVA und UVB.  Daneben ist zusätzlicher textiler Sonnenschutz wichtig. Die Lichtschutzwirkung eines T-Shirts entspricht etwa einem Lichtschutzfaktor von 10, ist also als alleiniger Sonnenschutz nicht ausreichend. Die Kopfbedeckung sollte so gewählt werden, daß sie das Gesicht und den Nacken des Kindes ausreichend schützt. 

Natürlich kann den Kindern geraten werden, möglichst im Schatten zu spielen. Das ist aber kaum einzuhalten, selbstverständlich spielen Kinder auch in der Sonne. Wie lange: das hängt von der Intensität der Sonnenstrahlung ab und kann daher nicht pauschal gesagt werden. Auch wenn ein hoher Lichtschutzfaktor die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne verlängert:
Ein Sonnenschutzmittel dient in erster Linie der Vorbeugung nachteiliger Wirkungen auf die Haut. Daher sollte die mögliche Zeit nicht "ausgereizt" werden.

Frage von Tanja

Wir haben einen 4-Monate alten Sohn.

Wie können wir ihn am besten schützen?

Sonnenmilch ja oder nein?
Wenn ja, wie ist sie anzuwenden?
Wenn nein, ab wann Sonnenmilch?

Antwort des Experten

Säuglinge sollten in besonderem Maße vor Sonnenbränden geschützt werden. Am besten geschieht das, wenn man direkte Sonneneinstrahlung vermeidet. Kleidung und Kopfbedeckung sind wichtige Schutzmassnahmen. Ist eine direkte Sonneneinstrahlung nicht zu vermeiden, oder ist liegt ein Säugling lange draussen, insbesondere im Hochsommer, an der See oder im Gebirge, dann gehört zum Schutz auch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln. Diese sollten einen hohen Lichtschutzfaktor (30 oder höher) haben und nach Möglichkeit frei von Farb- und Duftstoffen sein. Das Sonnenschutzmittel muss großzügig aufgetragen werden.

Frage von Ulrike

Steigt das Hautkrebsrisiko allein durch einen Sonnenbrand oder schon durch zu intensive Sonnenbestrahlung bzw. Bräune?

Antwort des Experten

Wichtigster Risikofaktor im Kindesalter dafür, das sich im späteren Leben ein Hautkrebs oder ein Melanom entwickelt, sind Sonnenbrände, die von vielen Kinderärzten, wenn sie auftreten, als Körperverletzung angesehen werden. Intensive, langdauernde Sonneneinstrahlung, die zur Pigmentierung der Haut führt (Bräune), stellt allerdings auch eine Gefährdung dar. Die Bräune an sich steigert natürlich nicht das Hautkrebsrisiko, sondern die UV-Strahlung, die zur Bräune führt.

Frage von Franziska

Sollen schon Babys Sonnenbrillen tragen? Ich werde mit meiner dann 5 Monate alten Tochter ins Hochgebirge fahren - braucht sie eine Sonnenbrille?

Antwort des Experten

Babys brauchen in aller Regel keine Sonnenbrille zu tragen. Bei einem Aufenthalt im Hochgebirge allerdings ist ein Schutz der Augen durch eine Sonnenbrille sinnvoll, zumal kleine Babys ja nicht, wie grössere Kinder und wie Erwachsene, dem hellen Licht durch Kopfdrehung entgehen können.
UV-Strahlen schädigen Augenlinsen und Hornhaut. Wegen der im Hochgebirge sehr intensiven UV-Strahlung ist ein sorgfältiger Sonnenschutz durch Kleidung, Kopfbedeckung, Schirme und durch Sonnenschutzmittel besonders wichtig. Bei einem Urlaub im Hochgebirge kann ein Säugling - so lange die Sonne hoch steht -  ja auch vorwiegend in Innenräumen gelassen werden, das ist der beste Schutz.

Frage von Roman

Guten Tag,
wir würden gerne mit unserer Tochter Ende September nach Spanien reisen. Sie wird dann 6 Monate alt sein. Würden Sie empfehlen sie immer bekleidet zu lassen, oder doch 30 bis 60 min. UV-Exposition in den Morgenstunden. Wie lange darf sie in Kleidung draußen bleiben (mit Sonnenschirm)? Sollen wir trotz Kleidung und Sonnenschirm Sonnenmilch für die kleine anwenden?
Danke im Voraus

Antwort des Experten

Bei sonnigem Wetter am Strand sind die Sonneneinstrahlung und die UV-Belastung in Spanien recht erheblich. Deshalb sind unter diesen Bedingungen Kleidung, Sonnenschirm und Sonnenschutzmittel wichtig. Auch in den Morgenstunden wäre eine "UV-Exposition" so weit wie möglich zu vermeiden. Diese bliebe recht gering, wenn morgens und abends bei tiefer stehender Sonne und nicht direkter Sonneneinstrahlung das Kind - wiederum durch Kleidung geschützt - draussen bliebe.

Frage von Greta

Ist es richtig oder übertrieben, die Kindergartenkinder (einschließlich Personal wegen des Vorbildcharakters) von 2 - 6 Jahren in der Sonnenzeit ausschließlich mit Kopfbedeckung nach draußen zu lassen? Wer keine Kopfbedeckung hat, muss im Schatten bleiben. Okay oder übertrieben?

Antwort des Experten

Wir halten es für richtig, Kinder, das Personal in Kindertagesstätten und -gärten und natürlich die Eltern für das Thema "Sonnenschutz" zu sensibilisieren. Schutz vor übermässiger Sonneneinstrahlung ist auf vielerlei Weise möglich. Neben der Verlagerung der Spielzeiten im Freien auf die Vormittags- und Nachmittagsstunden ist textiler Sonnenschutz (dazu gehört auch die Kopfbedeckung) sinnvoll. An Orten mit hoher Sonneneinstrahlung - wie etwa an der See oder im Gebirge - kann im Schatten gespielt werden oder es können Sonnenschutzmittel verwendet werden. Für eine ausführlichere Antwort zum Umgang mit UV-Risiken verweisen wir auf eine Stellungnahme, die morgen erscheinen wird

Frage von Robert

Hallo Prof. Dr. med. Karl Ernst von Mühlendahl
unsere Tochter ist jetzt fast 14 Monate alt - wie Kleide ich sie am besten gegen die Sonne.
Wenn ich eine Sonnencreme auftrage - wie lange muss diese einwirken und welchen Sonnenschutzfaktor muss diese mindestens erfüllen.
Darf ich ihr zum Schutz ihrer Augen eine Sonnenbrille aufziehen und wo bekommt man so eine am besten für Kleinkinder (14 Monate).
Was müssen wir mit unseren kleinen Schatz in der Sonne sonst noch beachten?

Für ihre Antwort bedanken wir uns schon im voraus.
MFG Robert

Antwort des Experten

Welcher Sonnenschutz sinnvoll ist, hängt wesentlich von der Sonnenexposition ab. Ein Maß hierfür ist der UV-Index, der tagsaktuell im Internet abgerufen werden kann. Je höher die Sonnenexposition ist (z.B. an der See, im Hochgebirge), desto umfangreicher sollte der Sonnenschutz sein. Ein T-Shirt hat etwa einen Lichtschutzfaktor von 10, was als alleiniger Sonnenschutz nicht ausreicht. Die Kopfbedeckung sollte Gesicht und den Nacken Ihrer Tochter ausreichend schützen. Auch an passendes Schuhwerk zum Schutz des Fußrückens ist zu denken (Sandalen nur mit geeigneten Söckchen anziehen).
Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor  von 30 (oder höher) sind zu empfehlen. Sie sollten rechtzeitig vor der Sonnenexposition aufgetragen werden, etwa eine halbe Stunde vorher und in reichlicher Menge. Der mineralische Anteil vieler Sonnenschutzmittel wirkt bereits sofort nach dem Auftragen.   
Bei der Auswahl der Kindersonnenbrille sind UV-Schutz, die richtige Passform und das CE-Prüfzeichen wichtig. Sicherlich kann hier der Augenoptiker gut beraten.
Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter insbesondere zur Mittagszeit möglichst im Schatten spielt. Bei aller (berechtigter) Vorsorge sollte die Freude Ihres Kindes am Spielen im Freien nicht zu kurz kommen. 

Frage von Anja

Guten Tag,
unsere Kinder sind im Sommer knapp 2,5 Jahre alt und wir werden einen Strandurlaub im Süden machen. Wir werden versuchen die Morgenstunden und die Spätnachmittagssonne auszunutzen, um am Meer zu sein. Reichen sorgfältig angewandte Sonnencreme, T-Shirt und Kopfbedeckung aus, um die Kinder ohne schlechtes Gewissen in der Zeit am Wasser spielen zu lassen? Unterm Schirm bleiben sie in dem Alter leider gar nicht mehr;-))
Danke schön, freundliche Grüße!

Antwort des Experten

Die von Ihnen vorgesehenen Sonnenschutzmassnahmen sind gut. Man muss akzeptieren, dass es einen kompletten Schutz, eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben kann. Mehr als das Vorgesehene können Sie nicht machen, Sie brauchen deshalb auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Vermeiden Sie unbedingt Sonnenbrände, nehmen Sie keine „Sonnenbäder“, sorgen Sie für einen Schirm, wenn die Kinder Sandburgen bauen, meiden Sie die Mittagssonne. – und freuen Sie sich mit den Kindern an den Möglichkeiten für Bewegung, Planschen und neue Erfahrungen. – Einen „vernünftigen“ Weg auszuwählen, der nicht nur von der Angst vor Risiken und Gefahren diktiert ist, sondern dabei auch Lebensqualität und Urlaubsspaß erhält, ist gar nicht so leicht.

Dazu folgen hier einige etwas grundsätzlichere Ausführungen, die auch für manche der anderen gestellten Fragen gelten:

UV-Strahlen im Sonnenlicht – wie auch in Solarien – sind verantwortlich für die Entstehung eines erheblichen Teils der Hautkrebserkrankungen (Plattenepithelkarzinom, Basaliom) und der Melanome (schwarzer Hautkrebs). Besonders gefährlich sind dabei Sonnenbrände im frühen Kindesalter; aber auch häufige UV-Bestrahlungen unterhalb der Dosis, die einen Sonnenbrand hervorruft, sind nicht unbedenklich.

UV-Strahlen sind sehr unterschiedlich stark, abhängig von Tages- und Jahreszeit, Witterung und Wolken, Kleidung und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, etwa durch Schirme oder im Schatten von Bäumen. Genauer definiert ist die Strahlenintensität durch den UV-Index (vom Bundesamt für Strahlenschutz im Internet mitgeteilt: www.bfs.de/de/uv/uv_messnetz/uvi). Bei einem Index von zwei und weniger ist ein Sonnenbrand unwahrscheinlich.

Die Frage, wie man vernünftig mit diesen Erkenntnissen umgeht, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Hier sind Augenmass und ein angemessener Umgang mit Risiken angebracht. Es gibt etwa 120.000 Neuerkrankungen an verschiedenen Hautkrebsarten pro Jahr in Deutschland, davon etwa 15.000 Melanome (schwarzer Hautkrebs). Etwa 3.000 Menschen sterben daran jährlich, fast alle an Melanomen. Kinder aus Furcht vor Krebs überhaupt nicht mehr ins Freie zu lassen wäre unsinnig. Für viele würde das bedeuten, dass sie weniger körperliche Bewegung, weniger soziale Kontakte und mehr Beschäftigung mit Computern und Spielkonsolen hätten. Wenn an Tagen mit niedrigem UV-Index (und das sind in Deutschland viele Tage), wenn man in frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden oder in Frühlings- und Herbstmonaten Kinder bei Sonnenschein im Freien spielen lassen will, auch ohne maximale UV-Schutz-Maßnahmen, dann ist abzuwägen zwischen dem Gewinn an Lebensqualität und der langzeitigen Gefährdung. Wie aufhellend und erheiternd, wie schön können etwa Sonnenlicht und Sonnenwärme nach kälteren Schlechtwetterperioden sein!

Eindeutig sind allerdings einige Aussagen:

Säuglinge dürfen grundsätzlich nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Sie sollen auch nicht lange am Strande oder im Hochgebirge ins Freie gebracht werden. Wenn ein Sonnenbrand bei Kleinkindern zugelassen wird, muss von Körperverletzung gesprochen werden. In jedem Lebensalter sind Sonnenbrände tunlichst zu vermeiden.

„Die Haut vergisst nicht“. Auch wiederholte UV-Belastung unterhalb der Sonnenbrand-Dosis summieren sich im Laufe der Zeit.

 „Sonnenbaden“ und die Benutzung von Solarien (für Kinder und Jugendliche verboten) sind schädlich. Sie können zum Entstehen von Melanomen und anderen Hautkrebsarten beitragen, und sie führen zu einer vorzeitigen Alterung der Haut.

Als bester Sonnenschutz sind anzusehen: Schatten, sonnengerechte Kleidung, Sonnenbrillen. Sonnenschutzmittel können als Ergänzung angewendet werden.

Und hier noch einige gute Merkblätter und Informationen, die aus dem Internet bezogen werden können:

Praktische Tipps zum Sonnenschutz von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention:
www.unserehaut.de/adp/sonne/sonnenschutz.html

Ein kindgerechter Flyer des Bundesamtes für Strahlenschutz:
www.bfs.de/uv/uv2/kinderflyer.pdf

Ausführlichere Informationen vom Deutschen Krebsforschungsinstitut:
www.krebsinformationsdienst.de/themen/risiken/uv-strahlung.php

Tag des Sonnenschutzes (21. Juni):
www.tag-des-sonnenschutzes.de

 

Hier im Portal www.kindergesundheit-info.de finden Sie in der Rubrik "UV-Schutz" ebensfalls hilfreiche und nützliche Informationen, unter anderem mit den wichtigsten Tipps und Hinweisen zum Herunterladen. (Ergänzung der Redaktion)

Frage von Kristina

Ist es es notwendig, dass ich meiner 20 Monate alten Tochter beim Spielen unter gelegentlicher Sonneneinstrahlung (Wechsel zw. Schatten und Sonnenbereichen) grundsätzlich Langarmshirts anziehe, oder ist Eincremen mit Sonnenmilch (LSF30) ausreichend als Schutz?
Sollte ich bei starker Sonne die Haut auch unter der Kleidung eincremen?

Antwort des Experten

Die Notwendigkeit von Maßnahmen bemisst sich nach den Umständen: Tages- und Jahreszeit, Witterung, Dauer des Aufenthaltes in direkter Sonneneinstrahlung. Bei sehr heißem Wetter und ganz vorwiegendem Aufenthalt im Schatten reichen sicherlich auch kurzarmige Hemden. Die freien Körperteile kann man ja mit Lichtschutzmitteln eincremen. Von Mai bis August sind striktere Schutzmassnahmen eher notwendig als vor und nach der Hochsommerzeit. Bei der Auswahl der Kleidung ist der Lichtschutzfaktor zu beachten. Insbesondere dann, wenn die Gewebe nur einen teilweisen Schutz bieten und wenn Kinder sich im Hochsommer lange ungeschützt im Sonnenschein aufhalten, insbesondere natürlich an der See und im Gebirge, ist ein zusätzliches Eincremen auch unter der Kleidung sinnvoll.

Frage von Tina

Sollte ich mein Kind in den Sommermonaten, wenn es sehr warm aber bewölkt ist, auch mit Sonnenmilch eincremen (die unbekleideten Körperpartien)?

Wie oft sollte man mit Sonnenschutzmittel nachcremen, wenn man z.B. 2 bis 3 Stunden im Freibad verbringt?

Antwort des Experten

Die Antwort auf die erste Frage hängt von der Dichte der Wolken ab. Bei einer leichten Bewölkung werden die UV-Strahlen nur wenig gefiltert.

Ein Nachcremen erhält die Schutzwirkung. Nach dem Baden ist das Nachcremen sehr sinnvoll, denn viele Sonnenschutzmittel sind nicht wasserfest, auch manche von denen, auf deren Packung das behauptet wird.

Frage von Risch-Horn

Meine Frage an Sie:
Ich bin Erzieherin in einer Einrichtung mit 8o Kindern im Alter von 2-6 Jahren.
In den Sommermonaten bitten wir die Eltern, Ihre Kinder morgens eingecremt zu bringen.
Es kostet sehr viel Zeit ansonsten jedes Kind zum Schutz vor der Sonne in der Kita einzucremen.
Reicht dieser Schutz für den ganzen Tag aus, oder sollen und müssen wir bei Tageskinder ein zusätzliches Cremen durchführen, wenn kein Wasser zum Plantschen dazu kommt.
Bitten um Rückmeldung

Mit freundlichen Grüssen

Antwort des Experten

Es ist gut, die Eltern in den Sonnenschutz einzubeziehen und sie zu bitten, ihre Kinder eingecremt in die Einrichtung zu bringen.
Wenn die Eltern dies konsequent und fachgerecht (Lichtschutzfaktor, Menge, Verteilung) tun und die Erzieherinnen der Einrichtung die vielerorts ausgesprochenen Empfehlungen zum Sonnenschutz beachten, ist aus unserer Sicht ein Nachcremen in der Regel nicht erforderlich.

Frage von Michael W.

Sehr geehrte Damen und Herren,
durch die "Nano-Ausstellung" in Mannheim aufgerüttelt, stellt sich mir die Frage - Sonnenschutz auf jeden Fall - doch muss es ein Sonnenschutz sein, der noch nicht 100%ig auf Nebenwirkungen und Gesundheitschäden geprüft ist. Gerade bei Neurodermitis und anderen Hauterkrankungen, Herpes, Mundfäule, Hautreiungen, Kratzer / Wunden, etc. , ist die Anwendung von Sonnencreme mit Nanopartikel sehr fraglich.
Dann lieber ein UV-Shirt und Mütze. Was sagen Sie als Experten zu diesem nicht ganz einfachen und neuen Thema?

Antwort des Experten

Viele moderne Sonnenschutzmittel auf mineralischer Basis enthalten Zinkoxid- und Titandioxid in Nanopartikelgröße. Diese bieten nach dem Auftragen einen sofortigen Schutz vor UV-Strahlung. Nach gegenwärtigem Stand des Wissens gilt es als weitgehend ausgeschlossen, dass Nanopartikel über die gesunde Haut in den Körper eindringen können. (Allenfalls können sie sich in den Haarfollikeln ablagern, gelangen später aber mit dem Haarwuchs wieder an die Hautoberfläche). Ob dies auch für Sonnenschutzmittel auf Nanopartikelbasis bei Anwendung auf erkrankter oder vorgeschädigter Haut gilt, ist offen. Daher mag es in solchen Fällen durchaus gerechtfertigt sein, vorsorglich auf guten textilen Sonnenschutz auszuweichen.